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TU Berlin

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Lehre & Studium

Schutz und Hilfe in der Kälte

Montag, 17. November 2008

Studentischer Entwurf für Obdachloseneinrichtungen

Obdachloseneinrichtung
Mit ein paar einfachen Handgriffen werden aus den Sichtschutzkästen in den Fensternischen der Umkleidekabinen Betten für kalte Tage
Lupe

Nacht für Nacht müssen 300 Obdachlose in Berlin auf der Straße schlafen, weil es nicht genügend Betten in den Notunterkünften der Stadt für sie gibt. Gerade in den frostigen Wintermonaten besteht dadurch eine ständige Erfrierungsgefahr. Zwei TU-Architekturstudentinnen griffen dieses Thema auf und entwarfen "Kältehilfestationen" für Berlin.

Mit dem Projekt wollen sie auf die Möglichkeit aufmerksam machen, solche Stationen an Orten einzurichten, die sonst nur im Sommer genutzt werden. Mit ihrem Entwurf wurden sie sogar für den Bauhaus-Award 2008 nominiert. Als Beispiel diente ihnen ein Kinderfreibad in Berlin Mitte, das seit den 1960er-Jahren in den heißen Monaten ein beliebter Ort des Vergnügens ist, aber von Oktober bis Mai geschlossen bleibt. Es bietet all die Infrastruktur, die sich eine Notunterkunft zunutze machen könnte: Getrennte Räume für Männer und Frauen, Duschen, Schließfächer, einen Waschraum und eine Küche. Der Entwurf des neuen "Kinderbads Monbijou" ist von vornherein mit Blick auf eine ganzjährige Nutzung gedacht und geplant, so- dass in der Badesaison täglich bis zu 1500 Besucher aufgenommen werden können. Im Winter bietet es 16 Obdachlosen einen Schlafplatz.

Durch ein paar einfache Änderungen transformierten die beiden angehenden Architektinnen Astrid Smitham und Tilla Baganz den Charakter des Gebäudes: Der Freibaddurchgang wird im Winter durch hohe Glasschiebetüren zu einem geschlossenen Aufenthaltsbereich. Die tiefen Fensterrahmen in den Umkleiden, die im Sommer als Sichtschutz dienen, sind herausnehmbar und werden zu Betten. Die Küche wendet sich vom Schwimmbecken dem Gebäudeinneren zu. So könnte das Gebäude von einem durchlässigen Raum für den schnellen Kleiderwechsel im Sommer zu einem behaglichen, sicheren Ort im Winter werden. "Viele Notübernachtungsstellen in Berlin können nicht einmal Duschen für ihre Gäste zur Verfügung stellen", so die Studentinnen zu ihrem Entwurf. "Durch das Aktivieren ungenutzter Infrastrukturen könnten auf einfache Art und Weise Orte der Ruhe und Erholung für Obdachlose geschaffen werden." Auch wenn es zu einem Preis nicht reichte, ist doch ihr Betreuer an der TU Berlin, der Diplom-Ingenieur und Architekt Matthias Ballestrem aus dem Fachgebiet Baukonstruktion und Entwerfen, sehr stolz auf die kreativen Studentinnen: "Sie haben den Beitrag schließlich in ihrer Freizeit und unbetreut erarbeitet. Für Studentinnen des vierten Semesters Bachelor ist das eine wirklich besondere Leistung."

pp / Quelle: "TU intern", 11/2008

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