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Studium & Lehre

Reform geglückt - zwei wahrhaft historische Schritte

Montag, 14. April 2008

Standards für Prüfungsordnungen aus mehr als 60 Studiengängen - fakultätsübergreifendes Verfahren zur Promotion

Eine grundlegende Neufassung
Alles fließt - auch die universitären Prüfungsordnungen werden ständig optimiert. Nun gelang eine grundlegende Neufassung
Lupe

Es mutet wie ein zeitlicher Zufall an, ist aber tatsächlich ein schwer erarbeiteter Abschluss jeweils langer Prozesse an der Technischen Universität Berlin. Auf einmal ging es Schlag auf Schlag: Zunächst erließ der Akademische Senat am 6. Februar 2008 die Ordnung zur Regelung des allgemeinen Prüfungsverfahrens (AllgPO), und nur 24 Stunden später wurde die fakultätsübergreifende Promotionsordnung von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung bestätigt. Damit gelang der TU Berlin auf beiden Gebieten ein nahezu historischer Schritt im Hinblick auf eine umfassende Standardisierung beider Verfahren.

Fast mit der Regelmäßigkeit jeweils eines Jahrzehnts wurde Anlauf genommen, um die Prüfungsverfahren an der TU Berlin zu vereinfachen. Es gab Vorstöße zu Rahmenordnungen und zu Musterprüfungsordnungen. Erst die Umstrukturierung der Studiengänge nach den gestuften Bachelor- und Masterabschlüssen im Zuge des Bologna-Prozesses vermochte den Boden auch für eine Reform nach innen zu ebnen. Nachdem in vielen Studiengängen in unglaublicher Detailarbeit die Curricula überarbeitet, ein Leistungspunktesystem eingeführt und die herkömmlichen Veranstaltungen in Module überführt worden waren, wurde jedem Beteiligten schnell klar, dass die damit zusammenhängende größere Vielfalt bei der Studienganggestaltung durchgreifende Konsequenzen haben würde. Weder war die zeitgemäße administrative Umsetzung der Modularisierung mit den herkömmlichen Instrumentarien einer Verwaltung sichergestellt, noch war der Weg frei, den respektablen Ansprüchen der Studierenden, Dozenten sowie der Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter im Prüfungsbereich an eine elektronische Handhabung der Prüfungsverfahren gerecht zu werden. Es musste eine EDV-Lösung geschaffen werden, welche die Prozesse des Prüfungsverfahrens schneller, effizienter und damit benutzerfreundlicher machte. Kein System der Welt vermochte es jedoch, alle aktuell aktiven und gelebten Prüfungsordnungen aus über 60 Studiengängen abzubilden.

Was blieb also? Die Verfahren mussten standardisiert werden, ohne die fachspezifischen Besonderheiten der einzelnen Studiengänge nennenswert zu tangieren. Über zwei Jahre dauerte der Prozess der Satzungsgebung. Während dieser Zeit wurde auf der Basis bestehender Ordnungen stark mit allen zu beteiligenden Gremien und fachlich nahestehenden Hochschulmitgliedern diskutiert und gerungen. Die unterschiedlichen Interessen, die Vor- und Nachteile der jeweiligen Regelung wurden auf- und abdekliniert, bis der Akademische Senat mit breiter Mehrheit dem internen Prozess ein Ende setzte und im Februar die Ordnung in 2. Lesung erließ. Die Bestätigung der Senatsverwaltung steht noch aus; die Ordnung soll zum Wintersemester 2008/09 in Kraft treten. Dann ersetzen ihre Regelungen gegebenenfalls entgegenstehende Bestimmungen bisheriger Prüfungsordnungen. Diese werden innerhalb von zwei Jahren angepasst, bevor der Prozess vorerst abgeschlossen ist und wieder die ersten Änderungen anstehen: Panta rhei - alles fließt.

Nicht weniger kontrovers und mit ebenso historischem Anspruch gestaltete sich die Schaffung der neuen Promotionsordnung. Mit ihr gelang es erstmals, ein fakultätsübergreifendes Promotionsverfahren zu schaffen. Das Satzungsgebungsverfahren dauerte rund vier Jahre. Es begann mit der Einsetzung einer Gemeinsamen Kommission mit Entscheidungsbefugnis - immerhin sollten die fakultätseigenen Promotionsordnungen vereint werden. Auch dieser sehr breite Diskussionsprozess hat sich letzten Endes gelohnt, denn das gesamte Verfahren wurde vereinheitlicht. So konnte etwa den jüngsten Entwicklungen im Hinblick auf Exzellenzinitiative und den damit verbundenen Graduiertenschulen Rechnung getragen werden, ohne vom Grundsatz eines wissenschaftlichen Masterabschlusses oder eines Äquivalents als Zugangsvoraussetzung zur Promotion abzurücken. Ebenso wurde der Zugang von Fachhochschulabsolventen den bundespolitischen Standards weitgehend entsprechend gestaltet. Damit sind der Ablauf sowie die Funktionen der tragenden Organe für alle Verfahrensbeteiligten transparent geworden.

Die Ordnung ist bestätigt, wird demnächst im Amtsblatt veröffentlicht und tritt voraussichtlich im Sommersemester 2008 in Kraft.

Dr. Horst Henrici / Quelle: "TU intern", 4/2008

Dr. Horst Henrici ist Leiter des Referats Zulassung und Immatrikulation der TU Berlin.

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