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TU Berlin

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Studium & Lehre

Positiv für beide Bahnhöfe

Montag, 19. Mai 2008

Medienberichte zur Verlagerung des Fernverkehrs vom Zoo zum Hauptbahnhof widerlegt

Kein Halten mehr: Der ICE stoppt seit Mai 2006 nicht mehr am Bahnhof Zoo
Kein Halten mehr: Der ICE stoppt seit Mai 2006 nicht mehr am Bahnhof Zoo
Lupe

Bahnhofsneubauten haben weitreichende Folgen für die Stadt. In Berlin wurde im Mai 2006 der Hauptbahnhof eröffnet. Gleichzeitig verlagerte die Deutsche Bahn AG Anteile des Fernverkehrs in den Nord-Süd-Tunnel. Die Folge: Am Bahnhof Zoologischer Garten (an der Ost-West-Trasse gelegen) halten keine ICEs mehr. Studierende des Instituts für Stadt- und Regionalplanung (ISR) haben jetzt im Rahmen eines einjährigen Studienprojektes im Hauptstudium empirisch untersucht, welche Auswirkungen die Verlagerung des Fernverkehrs hat. Entgegen den Erwartungen, so fanden sie heraus, spielt der Bahnhof Zoologischer Garten nach wie vor eine wichtige Rolle im Nahverkehr der Hauptstadt - allerdings als wichtiger Regionalverkehrsknotenpunkt. Den in den Medien kolportierten Niedergang der City West konnten die Studierenden widerlegen. Sie recherchierten in Zeitungsarchiven, waren häufig in den Bahnhöfen unterwegs und führten 25 Expertengespräche, auch in den Referenzstädten Wien, Stuttgart und Leipzig. Ein Online-Fragebogen zur Nutzung der Bahnhöfe brachte 549 auswertbare Rückläufe. Josiane Meier (28) und Stephan Gubi (25), beide im zehnten Semester, erzählten TU intern, wie die Studierenden vorgingen.

Inwieweit konnten die Studierenden eigene Ideen in das Projekt einbringen?

Stephan Gubi: Das Thema Stadt und Bahnhof war vorgegeben. Die Problematik Zoo und Hauptbahnhof, die Online-Befragung, die Auswahl der Referenzstädte und der Wunsch, Empfehlungen zu formulieren, stammen von uns.
Josiane Meier: Im ersten Semester haben wir Grundlagen zum Thema Stadt und Bahnhof erörtert, im zweiten ging es konkret um die Verlagerung des Fernverkehrs und seine Folgen. Vier Arbeitsgruppen haben dann die Themen Verkehr, Immobilien, Einzelhandel und Bahnhof als sozialer Ort bearbeitet, das Querschnittsthema Image wurde gruppenübergreifend untersucht.

Was haben Sie herausgefunden?

Gubi: Wir hatten aufgrund der Medienberichterstattung zu dem Thema bestimmte Erwartungen und waren teilweise überrascht, dass sich diese nach unseren Untersuchungen nicht bestätigt haben. Im Gegenteil!
Meier: Zum Beispiel nahm die Zahl der Fahrgäste am Bahnhof Zoologischer Garten zwar ab, als wichtiger Regionalbahnhof verlor er jedoch kaum an Bedeutung. Die Einzelhändler im Bahnhof haben ihr Angebot den Kunden angepasst, da gibt es kaum Leerstand. In den Medien wurde lange anders berichtet.

Haben Sie für das Projekt Mittel eingeworben, etwa für die Exkursionen?

Meier: Nein, wir wollten uns da nicht beeinflussen lassen. Wir haben von der Uni einen Exkursionszuschuss bekommen.
Gubi: Die Experten wurden nicht von uns bezahlt und wir nicht von den Experten!

Was sind ihre Schlussfolgerungen nach dem Abschlussworkshop Mitte April?

Gubi: Der Hauptbahnhof muss - wie schon lange geplant - besser an den ÖPNV angebunden werden. Und das Image des Bahnhofes Zoo bedarf einer Aufwertung.
Meier: Letztendlich sind die Auswirkungen der Verlagerung des Fernverkehrs an den Hauptbahnhof für beide Bahnhöfe positiv. Zudem werden an beiden Standorten künftig große Investitionen erwartet.

Das Gespräch führte Andrea Puppe / Quelle: "TU intern", 5/2008

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