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TU Berlin

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Studium & Lehre

Mein PC, das Internet und ich

Montag, 14. April 2008

Viele Studierende flüchten in die fiktive Welt ihres Computers - neues Angebot der "Psychologischen Beratung"

PC und Studium gehören zusammen - doch das richtige Maß ist wichtig
PC und Studium gehören zusammen - doch das richtige Maß ist wichtig
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Zunehmend suchen Studierende die "Psychologische Beratung" der TU Berlin auf, die so sehr mit dem PC und dem Internet beschäftigt sind, dass sie ihr Studium oder soziale Belange vernachlässigen. Schnell sind ein, zwei Stunden mit E-Mail, MSN, StudiVZ, YouTube oder “einfach noch was googeln“ verflogen. Das kann sich noch steigern, wenn Spiele dazukommen, zum Beispiel "World of Warcraft" oder andere Onlinespiele. Im Extremfall wird schließlich nur noch gespielt, das ganze Semester, vielleicht auch noch das folgende. "Mein PC, das Internet und ich" heißt deshalb ein Angebot der Psychologischen Beratung für Studierende an der TU Berlin, für die der Umgang mit PC und Internet problematisch geworden ist, weil sie viel zu viel Zeit darauf verwenden.

Die Computernutzung ist heute durchaus ambivalent. Der PC und das Internet sind fester Bestandteil des Studienalltags, denn universitäre Arbeiten werden zunehmend online durchgeführt. Suchmaschinen erlauben in kürzester Zeit den Zugang zu gewünschten Daten. Doch der PC eignet sich auch hervorragend dazu, Spannungen, Unsicherheiten oder Unzufriedenheiten im Alltag zu lösen. In einem Spiel kann man zum Beispiel klar umgrenzte, durchaus komplexe Aufgaben bewältigen und so Gefühle von Erfolg und Glück erleben.

Wo die Anforderungen komplexer werden und die eigenen Begrenzungen schmerzlich erfahrbar, verspricht das Netz unbegrenzte Möglichkeiten zur Entfaltung: Jederzeit kann ich mich überallhin klicken, Kämpfe bestehen und mit anderen kommunizieren. Und wenn es mir nicht passt, schalte ich aus. Wenn ich "sterbe", erwecke ich mich wieder zum Leben. Ganz anders, als wenn ich meine Prüfung in Analysis, Linearer Algebra oder Mechanik nicht bestehe und nur noch einen Versuch habe.

Je stärker man sich im realen Leben mit Versagensängsten herumplagt, desto wichtiger kann das "fiktive Ich" in der Computerwelt werden. Für die innere Erregung, für die Verunsicherung im realen Leben kann man im fiktiven Leben eine Lösung finden, wodurch ein starkes emotionales Gefühl entstehen kann: Das Belohnungszentrum im Gehirn wird aktiviert, Dopamin ausgeschüttet. Das erzeugt Glücksgefühle, die man im Alltagsleben sonst selten verspürt. Wer diesen Weg häufig geht, bei dem entstehen "Autobahnen" im Gehirn, die bewirken können, dass das so entwickelte Bewältigungsverhalten schließlich fast automatisch abläuft.

Um diesen gebahnten Bewältigungsmustern etwas entgegenzusetzen, ist es wichtig, im realen Leben wieder lösbare, Erfolg versprechende Erfahrungen zu sammeln, sich mit realen Personen zu treffen, Hürden im Studienalltag zu überwinden. Am Ende ist es dann doch der wirksamere "Glücksbringer", sich als angesehen und anerkannt wiederzufinden.

Ziel des neuen Gruppenangebotes es ist deshalb, der Faszination des Internets auf die Spur zu kommen und gemeinsam nach Alternativen zu suchen. Der Sinn ist es nicht, das Netz und seine Möglichkeiten zu verteufeln, sondern einen kontrollierten sinnvollen Umgang damit zu finden.

Ein auf dieses Problem zugeschnittenes Gruppenangebot für Studierende gab es bisher nicht. Was es dagegen gibt, ist eine recht hohe Schamgrenze der Studierenden, sich mit anderen über diese Schwierigkeiten auszutauschen. Die Gruppe bietet eine Chance dazu, diese Grenze zu überwinden.

Dipl.-Psych. Mechthild Rolfes, Abteilung Studierendenservice, Psychologische Beratung / Quelle: "TU intern", 4/2008

"Mein PC, das Internet und ich"

ab 7. 5. 2008, wöchentlich 14.30-16 Uhr, Raum H 62, Hauptgebäude Erdgeschoss. Interessierte melden sich bei Mechthild Rolfes, donnerstags 11-13 Uhr, Raum H 61.
Tel: 314-2 53 82

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