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TU Berlin

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Studium & Lehre

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Montag, 14. Juli 2008

Wie ein Student versuchte, seine im Ausland erbrachten Leistungen anerkennen zu lassen

Vor nicht allzu langer Zeit studierte ich mal in Frankreich. Als ich zurückkam, wollte ich mir natürlich die im Ausland erbrachten Studienleistungen anerkennen lassen. Nach der Vorlesung ging ich zu Professor A, um ihn zu fragen, wie das funktioniert und ob er dafür zuständig sei. Freundlich verneinend gab er mir den Rat, doch mal im 4. Stock des Hauptgebäudes in Raum X bei Frau Y nachzufragen. Dort sagte man mir, dass dafür doch das AAA (Akademisches Auslandsamt) zuständig sein müsste, oder nicht …? Doch, doch, also "wir hier nich". Im AAA sagte man mir, dass dafür der Prüfungsausschuss zuständig sein müsse. Definitiv eigentlich. Doch der Prüfungsausschuss war für alles zuständig, nur nicht dafür. Die Einzigen, die auswärtig erbrachte Studienleistungen anerkennen könnten, das seien doch, so teilte man mir mit, die Herren Professoren höchstselbst, denn als Meister ihres Fachs wüssten diese schon einzuschätzen, was anerkennenswert sei und was nicht. Okay! Termin bei Professor A, zum Glück schon in zwei Wochen. Ich also hin. "Tja, war ja schon mal bei Ihnen." Er schien sich zu entsinnen und schickte mich zum Prüfungsausschuss.

Hier nun wiederum rief die Sekretärin irgendwo an, sagte "junger Student", "Anerkennung auswärtig erbrachter Studienleistungen" und "Professoren dafür zuständig" usw. in den Hörer, was grundsätzlich bejaht wurde und einen neuen Termin bei einem anderen Professor, nämlich Professor B zur Folge hatte. Unterdessen geschah jedoch Entsetzliches: Professor B wurde von meiner schicksalhaften Odyssee offenbar nicht unterrichtet. So kam es, dass er mir in seinem Büro ahnungslos gegenübersaß und erwog, diese Angelegenheit an die höchste Stelle weiterzuleiten. Denn er könne das mit der Anerkennung nicht tun. Freude; ich hatte die Nase voll, fuhr nach Hause, bekam einen Anruf vom Institut: Ich solle doch bitte schnell zurückrufen. Es sei sehr dringend. Ein paar Augenblicke später teilte mir die Sekretärin begütigend mit, Herr Professor B hätte nicht gewusst, dass er zuständig sein dürfe (!), weil er neu wäre. Nun ja. Nach drei Monaten und zig Stationen hatte ich den (in Zahlen: 1) Schein in der Hand und freute mir ein Loch in den Bauch.

Max Unbekannt / Quelle: "TU intern", 7/2008

Max Unbekannt, Student der Germanistik, liest seine Geschichten, Satiren, Beobachtungen des Berliner Alltags regelmäßig auf der Pankower Kleinkunstbühne "Zimmer 16"

Wie man sich Leistungen anerkennen lässt

Jeder Studiengang hat einen Prüfungsausschuss. Es ist anzuraten, vor einem Auslandsaufenthalt einen Termin mit dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu vereinbaren und sich beraten zu lassen, was später anerkannt werden kann und was nicht. Studiengänge sind nicht immer eins zu eins vergleichbar, sodass man vorher wissen sollte, welche Leistungen die Heimatuni für eine Anerkennung erwartet. Denn sie ist die "Herrin des Verfahrens". Im Prüfungsbereich der TU Berlin (Abteilung I Studierendenservice Prüfungen) gibt es einen Anerkennungsantrag, der ausgefüllt werden muss. Damit geht man zu den jeweiligen Fachprofessoren, die für die Anerkennung zuständig sind. Für jedes Modul in modularisierten Studiengängen (einige Diplom-, Bachelor- und Masterstudiengänge) gibt es einen "Modulverantwortlichen". Dieser prüft die Gleichwertigkeit der im Ausland erbrachten Leistungen. Modulverantwortliche können auch Teilleistungen in Form von ECTS (European Credit Transfer System) anerkennen. Ganze Module werden vom Prüfungsausschuss anerkannt.

tui / Quelle: "TU intern", 7/2008

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