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TU Berlin

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Der Zukunft einen Preis geben

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer
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Am 4. November 2008 hielt Professor Dr. Ottmar Edenhofer seine Antrittsvorlesung "A New Deal for the Climate – Grundzüge der Ökonomie des Klimawandels" an der TU Berlin. Der neuberufene Professor für die Ökonomie des Klimawandels ist Chefökonom und stellvertretender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sowie Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Vermeidung des Klimawandels“ im Weltklimarat. Die in Europa einzigartige Professur wurde möglich durch die finanzielle Unterstützung der Michael Otto Stiftung.

Die mehr als 400 Zuhörerinnen und Zuhörer folgten auch dem Vortrag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der über die Rolle der Politik, der weltweiten Verständigung und der Wissenschaften im Spannungsfeld des Klimawandels sprach. "Wir müssen unserer Zukunft einen Preis geben", rief er in den Hörsaal. Europa stehe im Fokus. Man müsse gemeinsam zu einem Interessenausgleich kommen, um auch den anderen Ländern in der Welt ein Beispiel zu geben. Sigmar Gabriel betonte die „deutsche Tugend“ der Innovationsfreudigkeit. Mit dieser müsse das Land die anstehenden Klimaprobleme angehen und zukunftsfähige Lösungen schaffen. Diese Kernkompetenz der Innovationsfreudigkeit sei "made in germany" und basiere auf einer guten Ausbildung und Qualifikation. Dabei spielen die Universitäten eine entscheidende Rolle.

Auch der Blick von Ottmar Edenhofer ging weit über die Ländergrenzen hinweg. "Die Lösung des Klimaproblems verlangt nach internationalen Vereinbarungen zur Verminderung der weltweiten Emissionen. Unklar ist, in welchem Umfang die Verminderung sinnvoll ist, wie schnell gehandelt werden muss und wie wahrscheinlich es ist, dass es zu internationalen Vereinbarungen kommt", so der neuberufene Professor. Um diese Fragen beantworten zu können, müsse geklärt werden, wie hoch die Kosten des Klimaschutzes sind und welche Risiken mit den verschiedenen Vermeidungstechniken verbunden sind, etwa der Biomassenutzung oder dem Ausbau der Kernenergie. Ausgangspunkt seien Szenarien für die Weltklimaerwärmung um maximal 2 Grad Celsius. Hierfür führte er mehrere Beispiele an.

"Kosten und Risiken können mit einem ‚New Deal’ zur Lösung des Klimaproblems begrenzt werden. Ursprünglich stand der Begriff ‚New Deal’ für eine nationale Kraftanstrengung, mit der die Finanzkrise der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts überwunden wurde", erklärt der angesehene Experte.

Der "New Deal" zur Lösung des Klimaproblems stehe nun für eine internationale Kraftanstrengung, in deren Zentrum die Schaffung eines globalen Kohlenstoffmarktes steht. Darüber hinaus müsse die Abholzung der Regenwälder begrenzt und in die Anpassung an den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel investiert werden. "Dieser ‚New Deal’ muss den Kriterien der Effizienz und der Gerechtigkeit gleichermaßen genügen", betonte Edenhofer.

Angeregt durch die Relevanz und Vielschichtigkeit des Themas und der Notwendigkeit eines nachhaltigen Handels rief Prof. Dr. Kurt Kutzler, Präsident der TU Berlin, dazu auf, jedes Jahr am 4. November eine Vorlesung und Diskussion über Klimawandel und Nachhaltigkeit zu halten. Er lud den Präsidenten des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Prof. Dr. Joachim Schellnhuber, dazu ein, gemeinsam mit der TU Berlin solch eine Reihe ins Leben zu rufen. Die Zuhörer dankten ihm mit viel Applaus.

Stefanie Terp

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