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"Wir können auf kein Talent verzichten"

Montag, 18. Juni 2007

Wie eine Fakultät Frauen für Elektrotechnik und Informatik begeistern will

TU-Pressestelle/Pätzold. Dieses Team sucht Frauen für Elektrotechnik und Informatik: Fakultäts-Frauenbeauftragte Eva Maria Hoffman, wissenschaftliche Mitarbeiterin Bettina Liedtke, Prodekan Christian Boit (v. l.)
Lupe

Herr Professor Boit, warum ist besonderes Engagement nötig, um Frauen für die Bereiche Elektrotechnik und Informatik zu interessieren?

Dass in Deutschland Ingenieure, Technik- und Naturwissenschaftler fehlen, ist fast schon ein Allgemeinplatz. Doch woran liegt es, dass auf diesem Gebiet insbesondere ein eklatanter Mangel an Frauen herrscht? Ich glaube, es ist uns bisher nicht gelungen, die Bandbreite an Themen und Berufsfeldern deutlich zu machen, die sich speziell auch für Elektrotechnikerinnen und Informatikerinnen öffnen. Das halte ich für eine ungeheure Vergeudung von Talenten. Und wir können auf kein einziges Talent verzichten.

Welche Berufsfelder sind das?

Frauen zeigen häufig ein besonderes soziales Engagement und streben auch gern in Ausland. Da bietet sich viel Raum in unserer Gesellschaft, aber auch in der Entwicklungshilfe, wo man mit elektrotechnischen Kenntnissen bei der Umweltgestaltung, beim Aufbau von Infrastrukturen für die Menschen und anderem unglaublich viel anfangen kann. Interessant ist dabei auch: Elektrotechnik- und Informatik-Absolventinnen und -Absolventen sind mit ihren Studiengängen am zufriedensten, wie eine Studie zeigt. In diesen Berufen ist die Bandbreite individueller Gestaltbarkeit besonders hoch und man kommt viel schneller zum Beispiel ins Ausland als mit anderen Fächern. Das sollte zu denken geben.

Was unternimmt die Fakultät, um bei Frauen mehr Interesse zu wecken?

Das Desinteresse an diesen Fächern scheint nicht in der Natur der Frauen zu liegen. In anderen Ländern ist nämlich der Frauenanteil an ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen erheblich höher, zum Beispiel in Frankreich, wo er unseren fast um das Dreifache übersteigt. Um Karrierevorbilder zu zeigen, werden wir interessante Managerinnen und Professorinnen zu Kolloquiumsvorträgen einladen. Zudem kooperieren wir mit dem Hochschulkarrierezentrum "Femtec". Wir beteiligen uns aktiv an den SchülerInnen-Technik-Tagen, am Girls' Day, wir haben Mädchen für das Schülerstudium begeistern können und für den Techno-Club. Im Programm "Studieren ab 16" wollen wir Module extra für Schülerinnen einführen. In der Langen Nacht der Wissenschaften haben wir viele Praxisbeispiele gezeigt, in denen Elektrotechnik und Informatik stecken. Demnächst soll noch eine Befragung darüber Aufschluss geben, wie wohl sich Studentinnen an der Fakultät fühlen und welche Vorschläge zur Verbesserung sie machen.

Welche Angebote gibt es schon für Frauen?

In unserem Frauenportal im Internet finden die Frauen Infos über unseren speziellen Frauenrechnerraum, unseren Frauenprogrammierkurs, der auf spezielle Kenntnisvermittlung von Frauen für Frauen angelegt ist. Außerdem haben wir eine Stelle für eine Mitarbeiterin geschaffen, die sich speziell um die Gewinnung von Frauen kümmert. Eine zweite Stelle zur Betreuung von Studentinnen und der Erarbeitung von Genderaspekten ist beantragt und muss nur noch durch den Akademischen Senat bestätigt werden.

Das Gespräch führte Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 6/2007

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