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TU Berlin

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Studieren an der TU Berlin

Spaß am Studium weckt Forschergeist

Montag, 18. Juni 2007

Ein Haus zum Experimentieren, Senior-Mentoren und Ingenieurinnen am Karrierestart

TU-Pressestelle. Praktische Übungen für Studierende: Datenmessung für die OWL-Lehrveranstaltungen "Satellitentechnik" und "Satellitenentwurf"
Lupe

Mit ihrem Zehn-Millionen-Euro-Programm "Offensive Wissen durch Lernen" (OWL) verbessert die TU Berlin die Qualität der Lehre und strebt damit eine kürzere Studiendauer und geringere Abbrecherquote an. Im April 2007 konnten die 72 Projekte starten, für die in der zweiten Bewilligungsrunde rund vier Millionen Euro bereitgestellt worden sind (siehe TU intern 4/07). 83 weitere Projekte waren bereits im Jahr 2006 genehmigt worden. In einer losen Serie stellt TU intern einige dieser Projekte vor.

Ein großes fächerübergreifendes Projekt wird schon bald weithin sichtbar den Beweis für eine besonders interessante Lehre der TU Berlin antreten. Ein gläsernes "Experimentalhaus" soll das gewohnte Gebäudeensemble der TU Berlin an der Straße des 17. Juni bereichern. Groß wie ein kleines Einfamilienhaus soll es Studierenden moderne Energiekonzepte an und in Häusern "begreifbar" machen. Sie werden dort einen steuerbaren äußeren und inneren Sonnenschutz vorfinden sowie flexible Wandelemente, die den Glasflächenanteil reduzieren. Automatische Fernsteuerungen, zum Beispiel für Solaranlagen, gehören ebenso zur Ausstattung wie eine Flächenheizung, solare Kühlungstechnik, Lüftungstechnik und Deckenkühlung, Tageslichtlenksysteme sowie ausgeklügelte Beleuchtungstechnik. Der Clou: eine Wärmepumpe mit 50 Meter tief reichender Erdsonde. Im Innenraum und auf dem Dach ist Messtechnik installiert, deren Daten stündlich aktualisiert ins Internet gestellt werden sollen, um jederzeit ein realistisches Arbeiten und Experimentieren zu ermöglichen.

"Das Haus wird vor allem die Ausbildung in der Architektur, der Gebäude- und Energietechnik verbessern", erklärt Dirk Müller, Professor im Fachgebiet Heiz- und Raumlufttechnik am Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin. Er wird den Bau des Hauses koordinieren. "Gerade die Architekten erhalten derzeit vor allem durch Vorlesungen leider nur theoretische Einblicke in die Technik." Dabei bekomme gerade die Energieeffizienz von Gebäuden einen immer höheren Stellenwert. 40 Prozent der Primärenergie würden derzeit bereits für die Beheizung, Klimatisierung und Beleuchtung von Gebäuden verbraucht. Architekt und Ingenieur müssen zukünftig immer enger zusammenarbeiten, um energiesparende und umweltfreundliche Konzepte gemeinsam umzusetzen.

STRATEGISCHE PROJEKTE ZUR VERBESSERUNG DER LEHRE

Gleich zu Anfang sollen nun die Studierenden einen praktischen Einblick in die Faszination des Studiums erhalten, mehrere Hundert pro Semester. Außerdem ist an Besichtigungstouren für Schülergruppen gedacht. Doch auch strategische Projekte zur Verbesserung der Lehre mit uniweiten Auswirkungen werden gefördert, zum Beispiel eines zur Bewertung von Lehrveranstaltungen. "Bisher fehlen wirklich gesicherte Erkenntnisse darüber, welchen Nutzen Studierende aus den verschiedenen Veranstaltungen eigentlich ziehen", erzählt Annemarie Bartscheit. Sie kommt aus dem Hochschulcontrolling und will zusammen mit Hochschullehrern eine Infrastruktur entwickeln, um Studierendenbefragungen effizient durchführen und auswerten sowie Defizite frühzeitig erkennen und beheben zu können.

Ein "Senior-Mentoren-Programm" für ausländische Studienanfänger will Wolfgang Friesdorf, Professor der Arbeitswissenschaft, ins Leben rufen. "Wir müssen möglichst viele internationale Studierende zum Abschluss bringen, ihnen Deutschland auch als Lebensmittelpunkt schmackhaft machen und sie für unseren Arbeitsmarkt gewinnen", erklärt er. "Senior-Mentoren" sollen ihnen beim Einstieg in Leben und Studium in Deutschland helfen und so verhindern, dass organisatorische Probleme zur Verlängerung oder sogar zum Abbruch des Studiums führen. Sie kommen aus der "Senior-Research-Group", eine bereits seit Jahren existierende Seniorenforschergruppe, die am Lehrstuhl mitarbeitet, um neu entwickelte Produkte auf ihre Tauglichkeit für Senioren zu prüfen.

Studentinnen will das Projekt "Impetus" für eine mögliche Forscherkarriere in einer Natur- oder Ingenieurwissenschaft gewinnen, denn hier liegt der Professorinnenanteil bei mageren sieben Prozent. Kern des Projektes sei der Versuch, so die Zentrale Frauenbeauftragte der TU Berlin Heidi Degethoff de Campos, die Studentinnen der Ingenieurwissenschaften ab dem dritten Fachsemester in Forschungsprojekte einzubinden und so zu motivieren. In theoretischen Kursen wird Grundlagenwissen, zum Beispiel aus der Mathematik, vermittelt. Anschließend sollen sie dieses in kleinen Gruppen in Forschungsprojekten umsetzen. Der gegenseitige Nutzen ist auch hier offensichtlich: Auch die Lehrenden können dadurch gute und intensive Kontakte zu den Studierenden aufbauen und potenzielle Mitarbeiterinnen für das Fachgebiet, auch für Studien-, Diplom- und Masterarbeiten gewinnen.

Und der Erfolg stellt sich bald ein. Dmitri Bogdanov jedenfalls, der bereits in der ersten Bewilligungsrunde ein Satellitenbauprojekt in der Luft- und Raumfahrttechnik bei Prof. Dr. Klaus Brieß entwickelt hat, kann schon nach wenigen Monaten sagen: "Unser neues, praktisches Angebot, das die Lehrveranstaltungen ‚Satellitentechnik' und ‚Satellitenentwurf' unterstützt, weckt den Forschergeist bei den Studierenden. Man kann zuschauen, wie Ideen für studentische Forschungsprojekte entstehen."

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 6/2007

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