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TU Berlin

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Studium & Lehre

Reise nach Osten zum "Fenster nach Westen"

Montag, 19. November 2007

Studierende nahmen außergewöhnliche Einblicke in die russische Kulturgeschichte

Edelsteine der Eremitage von St. Petersburg
Nicht nur die Edelsteine, auch die Vitrinen sind sehenswert in der Eremitage von St. Petersburg
Lupe

Russland, St. Petersburg, Schlossplatz: Eine große, unruhige Menschenmenge, plötzlich ein Aufblitzen, es knallt, ein kollektiver Aufschrei, die Menge gerät in Bewegung - wo vor 90 Jahren der Sturm auf den Winterpalast die Oktoberrevolution einleitete, scheint erneut die Erde zu erzittern. Aus Tausenden Kehlen tönt es: "I stuck around in St. Petersburg and I thought there was a time for a change." Doch heute sind es keine Umstürzler, sondern begeisterte Rolling-Stones-Fans, die ihre Idole bejubeln.

Eher zufällig hatten einige TU-Studierende an diesem Ereignis teil, das ihnen deutlich machte, was vor dem Aufreißen des Eisernen Vorhangs keineswegs selbstverständlich war: der kulturelle Austausch zwischen Russland und Europa. Unter dem Titel "restauro e riuso" gingen die Studierenden der Kunstgeschichte, Geschichte und Historischen Urbanistik unter Leitung der Juniorprofessorin Dr. Bénédicte Savoy und Prof. Dr. Christoph Frank von der Accademia di Architettura in Mendrisio/Schweiz den Anfängen dieser ungewöhnlichen Stadt auf den Grund. Sie untersuchten Bauwerke und Kunstsammlungen, "das architektonische und kulturelle Erbe St. Petersburgs von Peter dem Großen bis zur Moderne". Das theoretische Fundament dafür hatte noch in Berlin ein Seminar von Prof. Dr. Adrian von Buttlar gelegt.

Unter dem nach Westen gerichteten Reformprogramm Peters I. war St. Petersburg zum "Fenster nach Europa" geworden. Eine 20-minütige Überquerung der über 1,3 Kilometer breiten Newa lässt die Ausmaße erahnen, in denen die heute fast sieben Millionen Einwohner zählende Stadt mit ihren markanten Spitztürmen bereits angelegt wurde.

Neben den prunkvoll rekonstruierten und restaurierten Gebäuden beeindruckten die riesigen und kunstvoll angelegten Parkanlagen, in denen sich auch die vielschichtige Persönlichkeit Katharinas II. manifestierte, die durch Geschmack und Wissen und vor allem durch die Kühnheit ihrer politischen Führung fasziniert hatte. Sie hinterließ mit zahlreichen Kunstwerken, -sammlungen und Gebäuden in und um Petersburg ein unvergleichliches Erbe, das unter anderem in der Gründung und Ausgestaltung der unübertroffenen "Eremitage" gipfelte. Während man dort in einer der größten Kunstsammlungen der Welt abendländische Kultur von der Antike bis zur Neuzeit studieren kann, präsentiert das Russische Nationalmuseum eine einzigartige, im Westen noch kaum bekannte Sammlung einheimischer Meister. Ausgehend von Ikonen spiegelt sie die Entwicklung eines eigenständigen russischen Stils wider. Die bereits bestehenden Verbindungen der begleitenden Wissenschaftler öffneten viele weitere Türen sowie außergewöhnliche und nicht alltägliche Einblicke in die russische Kulturgeschichte.

Irena Katadzic, Silvio Gruhl, Studierende der Geschichte/Kunstgeschichte bzw. der Historischen Urbanistik / Quelle: "TU intern", 11/2007

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