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TU Berlin

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Internationales

„Jetzt haben wir viele deutsche Freunde“

Freitag, 26. Juli 2013

Wie ein DAAD-Stipendiat Forschung und Familie in Einklang bringt

„Auch sie wollen die Wiederverwendung lernen“ hat DAAD-Stipendiat Vidal Sanabria sein Foto genannt, mit dem er beim Fotowettbewerb erfolgreich war
Lupe

„Es war nicht so einfach, eine Aufenthaltsgenehmigung für meine Frau Claudia und meine beiden Kinder Daniel und Andres, vier und fünf Jahre alt, zu bekommen. Doch die TU-Betreuerinnen des Akademischen Auslandsamtes mit ihren Kontakten zur Ausländerbehörde haben eingegriffen, eine Schlichtung organisiert und nun sind wir alle hier“, erzählt Vidal Sanabria aus Venezuela von den Hürden, die am Anfang seines Deutschlandaufenthaltes standen. Vidal Sanabria ist Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und promoviert am TU-Fachgebiet Metallische Werkstoffe von Prof. Dr. Walter Reimers über die Reibungsverhältnisse beim Strangpressen mit ganz bestimmten Aluminiumlegierungen. Ohne das beherzte Eingreifen der TU-Mitarbeiterinnen wäre es für ihn schwierig geworden, das Angebot an der TU Berlin wahrzunehmen. Auch für junge, ehrgeizige Wissenschaftler ist es eine unendlich schwierige Entscheidung, ihre Familie jahrelang Tausende Kilometer entfernt allein zurücklassen. „Besonders schade wäre es gewesen, da das Institut für Werkstoffwissenschaften und -technologien der TU Berlin über eine der wichtigsten Einrichtungen für Strangpressen in Europa verfügt, über das Forschungszentrum Strangpressen FZS“, erklärt Vidal Sanabria, „und natürlich betrachte ich es als Privileg, hier promovieren zu dürfen.“ Ziel seiner Forschung ist es, die Randbedingungen von Reibung und Thermik an der Grenzfläche zwischen Aluminium und Stahl besser zu verstehen. Unter anderem werden mathematische Modelle in Computerprogramme integriert und die Ergebnisse mit denen des realen Strangpressens verglichen.

Vidal Sanabria aus Venezuela
Lupe

Mitte Juni nahm der südamerikanische Wissenschaftler am internationalen Treffen der DAAD-Stipendiaten teil, bei dem mehr als 600 Stipendiaten aus 101 Ländern von DAAD-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel an der TU Berlin begrüßt wurden und miteinander ins Gespräch kamen, um sich weltweit zu vernetzen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen jeweils mindestens ein Jahr lang an insgesamt 78 deutschen Hochschulen. Sowohl die Vorträge als auch ein Fotowettbewerb rankten sich um die Themen „Nachhaltigkeit und Klimaschutz“ in der weltweiten Forschung und Lehre beziehungsweise Ausbildung. Die Geförderten hatten ihre schönsten Bildideen dazu eingereicht. Von den 50 Einsendungen wurden im Rahmen des Treffens die drei originellsten Beiträge ausgezeichnet und die Gewinnerinnen und Gewinner mit einer Kamera beschenkt. „Ich war natürlich glücklich, dass ich zu den drei Ausgewählten gehörte“, sagt Vidal Sanabria. Dass ein Kind im Fokus seiner fotografischen Komposition steht (siehe Foto) und das Bild des jungen Vaters den Titel trägt: „Auch sie wollen die Wiederverwendung lernen“, ist sicher kein Zufall. Es zeigt, wie wichtig die Integration von Familie und Beruf auch im Bereich Forschung und Internationalisierung ist. Vielerlei Maßnahmen der TU Berlin, die wieder das Zertifikat „familienfreundliche Hochschule“ erhielt, heben auf dieses Thema ab, weitere werden entwickelt. Das ist einer der wichtigsten strategischen Bausteine im kürzlich verabschiedeten Zukunftskonzept der TU Berlin. Der Prozesswissenschaftler Vidal Sanabria ist zufrieden: „Meine Frau konzentriert sich darauf, die deutsche Sprache zu lernen, die Kinder lieben die Stadt und die unterschiedlichen Angebote für Kinder, wir haben jetzt viele deutsche und internationale Freunde – und ich kann an einem der besten Orte forschen, die es in meinem Fach gibt.“

www.fzs-berlin.de

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2013

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