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TU Berlin

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Internationales

Vielfalt in den Ingenieurwissenschaften

Freitag, 11. November 2011

Beim Umgang mit ausländischen Studierenden ist der individuelle kulturelle Hintergrund wichtig

Junge Menschen aus allen Teilen der Welt studieren an der TU Berlin
Lupe

Deutschland lockt als zukunftsfähiger Standort viele junge Menschen aus dem Ausland für ein Studium an. Ein Beispiel dafür ist Said. Er kommt aus Marokko und studiert in Berlin, um später gute Chancen für den beruflichen Einstieg zu haben. Im Rahmen der aktuellen SIS-Studie ("Should I Stay or Should I Go"), eines Kooperationsprojekts der beiden Professorinnen Carmen Leicht-Scholten und Martina Schraudner, wurden Said und weitere ausländische und deutsche Studierende aus den Fakultäten IV Elektrotechnik und Informatik und V Verkehrs- und Maschinensysteme der TU Berlin nach ihren Studienerlebnissen befragt.

"Ziel ist es, Ansätze zu identifizieren, mit denen sich die Fakultäten auf die unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründe der Studierenden einstellen können", so Martina Schraudner, die zum Thema Gender und Diversity in Organisationen an der Fakultät V forscht. Die Ergebnisse der Befragung sind Grundlage für eine nachhaltige Öffnung ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge. "Aufbauend auf den Ergebnissen können erste Handlungsempfehlungen für die Fakultäten erstellt werden", ergänzt Carmen Leicht-Scholten, die zu Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften an der Fakultät IV arbeitet.

Die Ingenieurwissenschaften sind nach der Betriebswirtschaftslehre die beliebtesten Studienfächer bei ausländischen Studierenden, wie das Statistische Bundesamt 2010 festgestellt hat. Dies betrifft auch ausländische Studentinnen. 48 Prozent der Frauen, die an der Fakultät IV studieren, sind Ausländerinnen. Damit die Fächer mit der Vielfalt produktiv umgehen können, ist es wichtig, zu wissen, was die Studierenden bewegt.

Die SIS-Studie, die über den Frauenbeirat der Fakultät V finanziell unterstützt wird, verspricht hierzu interessante Erkenntnisse. Es zeigt sich bereits, dass der Standort Berlin eine wichtige Rolle bei der Wahl des Studienortes spielt.

Auch Said zog es in die Hauptstadt:
"Von allen Städten habe ich mich für die Hauptstadt entschieden, weil ich davon ausging, dass Berlin auch eine gute Universität haben müsste", sagt er.

Bei Studierenden aus dem Ausland, die nicht mit dem deutschen Bildungssystem vertraut sind, ist die Betreuung zum Studieneinstieg besonders wichtig. Hilfreich ist die Einführungswoche, in der Freundschaften entstehen, die später in Lerngruppen münden. Die individuelle Unterstützung unter Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie Studierendeninitiativen wie die "Freitagsrunde" sind wichtige Faktoren für eine gute Integration in das Fach. Auch zusätzliche Angebote der Fakultäten werden gerne angenommen.

Vom Fachmentoring für ausländische Studierende profitiert zum Beispiel auch der Wahlberliner Paul: Dort "werden die Inhalte niedrigschwelliger aufbereitet, was mir im Umkehrschluss auch hilft, wenn ich mal Probleme habe".

In der Befragung wird auch nach positiven Erlebnissen im Studienverlauf gefragt, die die Bindung an das Fach stärken. Die gute Betreuung seitens der Lehrenden stellt sich dabei als wichtiger Faktor heraus. Beispielsweise hilft Said die Veröffentlichung der Musterbeispiele aus der Vorlesung, wenn er die Veranstaltung nachbereitet. Dieser Service ist für ihn keine Selbstverständlichkeit.

Die Ingenieurwissenschaften sind auch für ihre starke Arbeitsbelastung bekannt. So werden die ersten Semester von vielen Studierenden als Selektionsphase empfunden. Um nicht auf der Strecke zu bleiben, stellen sie ihr Privatleben zurück. Paul hat seinen Sport vernachlässigt, um mehr für sein Elektrotechnikstudium zu arbeiten. Doch das war nicht der richtige Weg für ihn. "Ich würde gerne wieder regelmäßiger klettern, weil ich den Kopf dabei freibekomme und dann wieder besser und gezielter lernen kann", sagt er. Damit Studierende wie Paul und Said das Studium erfolgreich meistern können, sind nicht nur studentische Initiativen gefragt, sondern auch ein verstärkter Fokus auf die Heterogenität der Studierendenschaft und deren Bedürfnisse seitens der Universität.

Annika Ulich, studentische Mitarbeiterin im FG Gender und Diversity in Organisationen / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 11/2011

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