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TU Berlin

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Internationales

Blick in die USA

Montag, 15. Dezember 2008

"Graduate Schools" ein Modell für Deutschland? – Ergebnisse einer Seminarreise

Gute Arbeitsatmosphäre in der Bibliothek des Boston College
Lupe [1]

"Wir konnten ein klareres Bild über die Graduiertenausbildung in den USA gewinnen. Sie unterscheidet sich von unserer gar nicht so sehr, wie meist angenommen. Doch es gibt auch einige signifikante Unterschiede", sagt Prof. Dr. Johann Köppel. Der für Forschung zuständige Vizepräsident der TU Berlin besuchte Ende Oktober zusammen mit 15 weiteren Mitgliedern von Universitätsleitungen und deutschen Förder-Institutionen ein Experten-Seminar in Boston, USA. Thema des Seminars, zu dem die deutsch-amerikanische Fulbright-Kommission, der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und das Institute of International Education geladen hatten, war die Untersuchung von US-Graduate-Schools sowie eine Diskussion, inwieweit diese dem deutschen System als Modell dienen können. Das Spektrum der besuchten Universitäten umfasste zum Beispiel sowohl die private Harvard University als auch die staatliche University of Massachusetts. Eines der größten Probleme der deutschen Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern ist eine gegenüber den USA offenbar geringere Erfolgsquote in der Promotionsphase. "Die Amerikaner denken in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Übrigen eher lateral, wir denken vertikal", sagt Köppel und erklärt, dass zwischen der Bachelor-ausbildung einerseits und gegebenenfalls dem Eintritt in eine Graduate School andererseits gerne ein Wechsel der Hochschule erfolgt. In den Staaten wird stärker zwischen "undergraduates" (acht Semester Bachelor) und "graduates" unterschieden. Die Aufnahme in eine Graduate School, die eine klar profilierte Masterausbildung einerseits beziehungsweise PhD-Programme andererseits beinhaltet, erfolgt erst nach einer entsprechenden Eingangsprüfung. Auch bei der dann frühzeitigen Entscheidung für eine Promotion sind zunächst übergreifende Kurse zur Vermittlung diverser Fähigkeiten für eine Wissenschaftskarriere sowie fachspezifische Vertiefungen zu durchlaufen. Am Ende dieser Phase stehen umfassende Prüfungen, mitunter wird dabei inzwischen auch en passant ein Mastertitel "mitgenommen". Auch die im PhD-Programm dann anstehende Erarbeitung und Verteidigung des Dissertationsthemas bedeutet einen weiteren wichtigen Qualifizierungsschritt. Damit wird schon im Vorfeld der im Anschluss genauso individuell zu erstellenden Dissertation bereits stärker selektiert und die Qualität gesichert, als es bei uns mitunter noch der Fall ist. Eins zu eins übernehmen könne man dieses System in Deutschland sicher nicht, so Köppel. Doch Reformpotenzial verbleibe in den Bereichen Struktur und Organisation sowie Qualitätssicherung durch Auswahl, Betreuung und Begleitung für alle Promovierenden der Hochschule. Auch bedürfe es nach wie vor einer international sichtbaren Profilierung der deutschen Graduate Schools, zum Beispiel durch ein universitätsweites Dachportal. "Ich denke", so Vizepräsident Köppel, "wir haben das bereits gut im Blick, für die 2009 anstehenden Wettbewerbe um die Exzellenz nicht nur in der Lehre, sondern auch bei der Graduiertenausbildung."

pp / Quelle: "TU intern", 12/2008

"TU intern" Dezember 2008

  • Online-Inhaltsverzeichnis [2]
  • Hochschulzeitung "TU intern" - Dezember 2008 [3]
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