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TU Berlin

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Internationales

Von Verfall und Wiederaufbau

Montag, 15. Oktober 2007

Architekten und Denkmalschützer der TU Berlin suchen nach Strategien für den Erhalt russischer Monumente der Weltkultur

Planetarium in Moskau
Planetarium in Moskau, gebaut 1927/29, ein Denkmal von örtlicher Bedeutung. 2004 wurde mit der Sanierung begonnen
Lupe

In der sozialen und künstlerischen Aufbruchstimmung nach dem Ersten Weltkrieg und nach dem Sturz der Monarchien bestand ein reger Austausch zwischen avantgardistischen Künstlern und Architekten der beiden jungen republikanischen Staaten Deutschland und Russland. Programmatische Kunstpositionen und Kunstwerke von Wassili Kandinsky, Naum Gabo, El Lissitzky, Kasimir Malevich oder Vladimir Tatlin inspirierten nach 1918 Bau- und Bildkünstler in Deutschland. Die Blütezeit dieser kompromisslosen Moderne war auf beiden Seiten nur von kurzer Dauer.

Ihre kühnen Entwürfe und gebauten Visionen kamen einer ästhetischen Revolution gleich, die mit der Weltwirtschaftskrise und dem Machantritt des Nationalsozialismus in Deutschland ein frühes Ende nahm. Russische Strömungen der Avantgarde-Architektur kamen fast gleichzeitig unter der stalinistischen Doktrin des "Sozialistischen Realismus" zum Erliegen - mit ihnen auch die modernen Projekte deutscher Emigranten in der UdSSR. Aus heutiger Sicht lösten die Bauten der Avantgarde in der Sowjetunion beziehungsweise der Moderne in Europa in kürzester Zeit eine Revolutionierung der bestehenden Bautraditionen und die Entwicklung einer innovativen Ästhetik aus. Sie legten im Hinblick auf Konstruktion und Materialien den Grundstein für unsere heutige Bautechnik.

Die Rehabilitierung avantgardistischer und moderner Architekturleistungen, wie sie in Deutschland und Russland im mittleren Drittel des 20. Jahrhunderts weitgehend verfemt waren, hat in der internationalen Fachwelt bereits mit dem Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 eingesetzt. Bauwerke und Architekturensembles der Zwischenkriegsmoderne aus vielen Ländern sind inzwischen sogar in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen worden. Beispiele aus Russland, das nach 1917 als Mutterland der architektonischen Avantgarde gelten durfte und dessen progressive Baukünstler international Aufmerksamkeit erregten, sind auf dieser Liste noch nicht vertreten. In dem Projekt "Die Bauten des russischen Konstruktivismus" am Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege der Fakultät VI Planen, Bauen, Umwelt bemühen sich Prof. Dr. Johannes Cramer und Dr.-Ing. Anke Zalivako vom Fachgebiet Bau- und Stadtbaugeschichte gemeinsam mit dem Präsidenten des Moskauer Architektur-Institutes und der Russischen Akademie für Architektur und Bauwissenschaften, Prof. Dr. Alexander Kudryavtsev, darum, Strategien zu entwickeln, um dieses deutsch-russische Erbe weiter publik zu machen und seinen Erhalt zu propagieren.

tui / Quelle: "TU intern", 10/2007

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