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TU Berlin

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Internationales

"Hip-Hop war das Gegenteil von Gewalt"

Montag, 15. Oktober 2007

TU-Wissenschaftlerin untersucht die Entwicklungsgeschichte der Latino-Musik in New York

Hiphoper lehnt sich an die Wand
Lupe

Der Hip-Hop entstand bekanntlich in den "Ghettos" amerikanischer Großstädte. Doch nicht nur schwarze Jugendliche veranstalteten in verfallenen Fabrikgebäuden ihre eigenen Partys und entwickelten dabei neue Musik mit neuen Tanzformen. Auch viele Amerikaner mit lateinamerikanischen Wurzeln waren darunter, besonders unter den Breakdancern. "Die Wurzeln dieser Kultur liegen ganz klar in der Bronx, genauer in der Südbronx. Man kann sie zurückverfolgen bis Anfang beziehungsweise Mitte der 70erJahre", erklärt die Romanistin und Stadtforscherin Dr. Susanne Stemmler. Sie befasst sich im Zentrum für Metropolenforschung der TU Berlin unter anderem mit "Hip-Hop", "Latin Music" und "Rap" als urbanen Phänomenen. Im Haus der Kulturen der Welt organisierte sie kürzlich im Rahmen der New-York-Tage eine Veranstaltungsreihe zu den "Sounds of New York", an der auch Filmemacher, Musiker und DJs aus New York teilnahmen.

"Es gab eine große Gemeinde von Latino-Einwanderern in der Südbronx, ebenso wie eine große African-American-Community. In diesem durchaus nicht unproblematischen Gemisch entstand zuerst die Breakdancer-Szene", erklärt Susanne Stemmler. Die Szene habe sich eigentlich aus dem Ausschluss eines großen Teils der jungen Menschen entwickelt, dem Ausschluss aus den teuren Diskotheken in Manhattan, die sie sich nicht leisten konnten. So feierten sie ihre eigenen Partys auf der Straße mit ihrer eigenen Musik. Der Zusammenhang von Hip-Hop und Gewalt sei übrigens auch nicht ursprünglich angelegt, sondern eine Entwicklung, die erst in den letzten fünf Jahren stattfand. Anfang der 80er-Jahre - in der Hochzeit des Hip-Hop - versuchte man ganz im Gegenteil mithilfe der Musik, die Leute aus den Street-Gangs herauszuholen, die unterschwellig brodelnde Gewalt in etwas Kreatives umzuwandeln. "Damals brannte jeden Tag ein Haus", erklärt Susanne Stemmler, "es gab keine ausreichende Infrastruktur, keine höhere Bildung für einen Großteil der Einwohner, schon gar keinen Musikunterricht." Hip-Hop sei deshalb damals eher so etwas wie eine Gegenbewegung gewesen.

Erst als das Ganze in den Mainstream übernommen wurde, die Kommerzialisierung einsetzte, spielte auch die Gewalt in den Texten eine Rolle. "Die meisten Hip-Hop-DJs in New York", so Stemmler, "möchten mit dieser Art Botschaft und Musik nicht mehr in Verbindung gebracht werden."

pp / Quelle: "TU intern", 10/2007

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