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TU Berlin

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Internationales

Fußball-WM für alle

Montag, 16. Juli 2007

Welche Auswirkungen haben die Vorbereitungen des Großereignisses auf südafrikanische Städte?

Johannesburg, Stadtteil Bertrams
privat. Johannesburger raten von einem Besuch des Stadtteils Bertrams ab: Hier herrschen Armut, Arbeitslosigkeit und die Drogenmafia
Lupe

Megaevents - das zeigte in Deutschland zuletzt die Fußballweltmeisterschaft 2006 - bedürfen einer immensen Vorbereitung, um die Städte auf den Ansturm von Spielern, Fans und Schaulustigen vorzubereiten. Beispiele sind der öffentliche Nahverkehr, die Bereitstellung von Übernachtungskontingenten oder die Anlage der inzwischen berühmten "Public-Viewing"-Orte: eine Herausforderung für die Stadtentwicklung.

Massive Investitionsmittel fließen derzeit in die Vorbereitungen der südafrikanischen Städte, wo das nächste fußballerische Großereignis 2010 stattfinden wird, unter anderem in den Bau der Stadien. Aber auch die Auswirkungen auf die Entwicklung der Städte werden von Medien und Wissenschaft kritisch verfolgt.

Eine Gruppe Architektur-Studierender hatte kürzlich Gelegenheit, der Quartiersentwicklung Johannesburgs im Spannungsfeld zwischen WM-Interessen und Bewohnerbedürfnissen nachzuspüren. Die langjährige Zusammenarbeit der Habitat Unit mit der Architektur-Fakultät der University of the Witwatersrand ermöglichte eine Exkursion und eine kurze Feldstudie vor Ort.

Das innerstädtische Problemviertel Bertrams liegt in Wurfweite zum Eillis Park Stadion, dem Austragungsort des WM-Halbfinales. Die Studierenden untersuchten in Zusammenarbeit mit einer Jugendinitiative vor Ort, wie die Bewohner das Quartier gestalten und welche Auswirkungen zu erwarten sind, da die Nähe zum Stadion viele Investoren anlockt.

Als weißes Arbeiterviertel während der Apartheid entstanden, entwickelte Bertrams sich durch Wegzug und allgemeinen Verfall der Innenstadt nach Ende der Rassentrennung in ein Viertel mit hoher Arbeitslosigkeit, einem hohen Anteil illegal lebender Migranten, mit verfallenen Häusern, mit Straßenhändlern, zu einer Hochburg der Drogenmafia. Johannesburger raten von einem Besuch ab. Doch viele unsichtbare Netzwerke erleichtern das Überleben und stärken das Zusammenleben. Dies konnten auch die Studierenden feststellen, die immer wieder mit Bewohnern ins Gespräch kamen, deren Sorgen nachvollzogen und Initiativen begleiteten.

Das erwachende Interesse an Bertrams stellt eine Herausforderung dar: Wie kann man es so lenken, dass es den Bewohnern des Quartiers zugute kommt und nicht zur Aufwertung des Viertels zum Beispiel durch teure Immobilien mit gleichzeitiger Verdrängung seiner ursprünglichen Einwohnerschaft, zur Gentrifizierung, führt?

Zurück in Berlin flossen die Ergebnisse in ein Entwurfsseminar ein. Hier entstanden innovative Alternativen und Szenarien dazu, wie sich der gegenwärtige Gentrifizierungstrend aufhalten und die Potenziale der WM für die Quartiersbewohner nutzen und auch nachnutzen lassen. Ein Beispiel ist die Idee "WM für alle": die Umgestaltung eines Hotels zu einem Sozialwohnungsbau im Anschluss an die WM.

Habitat Unit kooperiert seit Kurzem mit der Servicestelle Kommunen in der "Einen Welt" bei InWent, die den Erfahrungsaustausch zwischen deutschen und südafrikanischen WM-Kommunen unterstützt. Dazu ist bereits eine gemeinsame Veranstaltung mit der südafrikanischen Botschaft in Berlin geplant.

Astrid Ley / Quelle: "TU intern", 7/2007

Astrid Ley ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Habitat Unit.

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