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TU Berlin

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Internationales

Explodierende Städte

Montag, 17. Dezember 2007

Tibetisches Kulturerbe und nachhaltige Entwicklung historischer Städte im Himalajagebiet

Alte und neue Stadtkultur in Lhasa- Urbanisierung sollte verschieden Kulturen berücksichtigen
Alte und neue Stadtkultur in Lhasa- Urbanisierung sollte verschieden Kulturen berücksichtigen
Lupe

Tibet, das "Dach der Welt", buddhistische Klöster und Nomaden im Hochgebirge, längst schon hat die Faszination für diese Kultur eine breite Öffentlichkeit erfasst. Doch das tibetische Kulturerbe ist in Gefahr, denn auch diese Region ist erfasst von Urbanisierung, Globalisierung, Klimawandel und den damit einhergehenden rapiden Veränderungen.

Der Himalajaraum zwischen Indien und China ist zwar nicht von dem extremen Städtewachstum betroffen, wie es aus anderen Metropolenregionen wie Mumbai, Peking oder Delhi bekannt ist. Veränderungen wirken jedoch auf die Bevölkerung und Kultur ungleich stärker ein. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der von der tibetischen Kultur dominierte Himalajaraum zum ersten Mal in Nationalstaaten zerschnitten. Deren Grenzen stellten plötzlich für die Bewohnerinnen und Bewohner unüberwindliche Hindernisse dar. Während der chinesischen Kulturrevolution wurden dann Tibets Kulturgüter wie Klöster, Paläste und Bibliotheken in großem Ausmaß zerstört. Eine Kultur, die über Tausende von Jahren mit der Natur in Einklang lebte, wurde überlagert von Konzepten, die in Peking oder Schanghai entwickelt worden waren. Diese machen dort vielleicht Sinn, sind aber im Himalajaraum nicht nachhaltig.

Verspätet beginnen nun vor Ort Diskussionen über die Zukunft, und vor allem darüber, was man eigentlich aus der traditionellen tibetischen Kultur, die vor 20 Jahren noch als rückständig bekämpft wurde, lernen könnte. Noch heute fehlen aber einheimische Experten, die für eine nachhaltige Entwicklung, eine klimagerechte moderne Architektur und Konservierung der wenigen verbliebenen historischen Monumente und Siedlungen sorgen könnten.

Eine zweitägige Konferenz brachte nun erstmalig Experten auf so verschiedenen Gebieten wie Architektur, Kunstgeschichte, Konservierung, Tibetologie, Anthropologie und Development Studies zusammen. Sie verfolgen das erklärte Ziel, durch Interdisziplinarität zu einem holistischen Ansatz zu gelangen. Die Konferenz wurde von den beiden Nichtregierungsorganisationen (NROs) "Tibet Heritage Fund" und "ASIA Onlus" in Zusammenarbeit mit der Habitat Unit des Fachgebiets Architektur der Technischen Universität Berlin und dem Zentralasiatischen Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin veranstaltet. Die Konferenzteilnehmer hoffen nun, ein reguläres Diskussionsforum geschaffen zu haben, in welches in Zukunft auch Universitäten und Institutionen in Peking, Schanghai, New Delhi und endlich auch das tibetische Lhasa miteinbezogen werden können.

André Alexander, Habitat Unit der TU Berlin und Tibet Heritage Fund / Quelle: "TU intern", 12/2007

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