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TU Berlin

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Internationales

Die Nibelungen in China

Montag, 18. Juni 2007

Medienwissenschaft an der Zhejiang-Universität in Hangzhou

privat. Die Zhejiang-Universität in Hangzhou
Lupe

Die Zhejiang-Universität (Zheda) gilt als eine der fortschrittlichsten in China, im nationalen Ranking belegt sie den dritten Platz. Im Jahr 2006 wurde ich dort als erste Ausländerin auf eine chinesische Professur berufen, auf den Lehrstuhl für Medienwissenschaft am Institut für Deutschlandstudien, das zur School of International Studies gehört. Der Dekan ist ebenfalls Deutscher, sogar TUler, Professor Ulrich Steinmüller, der seinerzeit ebenfalls als erster Deutscher in China ein universitäres Dekanat übernahm. Seinem großen Engagement und dem des Prodekans, Professor Jieping Fan, ist meine Amtseinführung am 9. März 2007 zu verdanken.

Internationale Kooperation ist gefragt, demnächst können wir daher das Projekt "Das Chinabild in Deutschland", das schon vor einiger Zeit unter meiner Leitung an der TU Berlin begann, an der Zhejiang-Universiät fortführen. Durch die hohen wissenschaftlichen Standards unserer Ausbildung können sich unsere Studenten bei Bedarf auch reibungslos in den deutschen Universitätsbetrieb integrieren. Ebenso wichtig und in China meist noch nicht in geisteswissenschaftlichen Curricula enthalten sind praxisnahe Studieninhalte. Daher finden bereits verschiedene medienwissenschaftliche Seminare statt, die gewissermaßen eine Pilotfunktion haben: Unter anderem werden zwei TV-Talkshows produziert, die im Sommer 2007 im lokalen Fernsehen gesendet werden. In der multimedialen Lehrveranstaltung "Die Nibelungen in China" konzipieren die Studenten eine Online-Ausstellung über die Nibelungen-Sage, die demnächst ins Netz gehen wird. Die Seminare finden großen Zuspruch, denn neben dem faktischen Wissen werden wichtige Kompetenzen in den Bereichen Medien und interkulturelle Kommunikation erworben. Eines der Lieblingsfächer unserer Studenten ist jetzt schon die vergleichende Filmanalyse mit Schwerpunkt auf deutschen Filmen: Die wachsende chinesische Fangemeinde des deutschen Films schätzt besonders Rainer Werner Fassbinders und Wim Wenders' Werke sowie neueste deutsche Filmproduktionen wie "Lola rennt", "Goodbye, Lenin", "Das Wunder von Bern", "Gegen die Wand" und "Der Untergang". Die technischen Voraussetzungen für die Lehrveranstaltungen sind ideal: Alle Räume verfügen über eine aktuelle technische Ausstattung mit Internetplätzen für Studenten und Dozenten. Das berufliche Profil für chinesische Germanistik-Studenten hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Neben den klassischen Berufen Professor, Lehrer, Übersetzer und Dolmetscher sind zunehmend mehrsprachige PR-Fachleute gefragt. Der Mediensektor boomt, entsprechend groß ist das Interesse der Zheda-Studentinnen an Medienwissenschaft und an entsprechenden Studienabschlüssen. Viele wollen während ihres Studiums ein bis zwei Semester in Deutschland studieren oder nach ihrem chinesischen Studienabschluss weitere akademische Qualifikationen an deutschen Universitäten erwerben. Das steigert ihre beruflichen Chancen in China, wo die Arbeitslosigkeit auch unter Hochschulabsolventen mittlerweile ein brennendes Problem ist. Der synergetische Effekt des wissenschaftlichen Austauschs ist kaum zu überschätzen, denn diese heranwachsende Generation von Leistungsträgern und Meinungsmachern wird in absehbarer Zeit an Schaltstellen in Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft tätig sein.

Prof. Dr. Barbara von der Lühe / Quelle: "TU intern", 6/2007

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