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Innenansichten

Wir betreten Neuland

Freitag, 25. Oktober 2019

Interview mit TU-Präsident Christian Thomsen zur Berlin University Alliance

In der Berliner Urania feierten die Mitglieder der Verbunduniversitäten und der Charité die ­Bewilligung ihres gemeinsamen An-trags in der Exzellensstrategie
Lupe [1]

Die Technische Universität Berlin gehört erstmals in ihrer Geschichte zum Kreis der exzellenten Universitäten in Deutschland. Sie bekam die begehrte Auszeichnung in dem milliardenschweren und international stark beachteten Exzellenzwettbewerb gemeinsam mit ihren Berliner Schwesteruniversitäten FU Berlin und HU Berlin sowie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sie alle bilden die Berlin University Alliance.

 

Herr Thomsen, im Juni wurde nach der Bekanntgabe der Gewinnerinnen – elf Exzellenzuniversitäten und ein exzellenter Verbund – gefeiert. Wie ging es danach weiter? Was sind die aktuellen Themen?
Zunächst hatten wir uns im Sommer eine Urlaubspause gegönnt. Jetzt arbeiten wir kräftig im Hintergrund. Das Board of Directors der Alliance, bestehend aus den Präsident*innen der drei Berliner Universitäten und dem Vorstandsvorsitzenden der Charité, trifft sich regelmäßig und in kurzen Abständen. Es wird an Konzepten gefeilt, Stellenausschreibungen werden vorbereitet, und wir überlegen im Detail, welche Governance wir wie umsetzen können. Das hat viel mit rechtlichen Fragen zu tun. Wir müssen harte Nüsse knacken. So ein Verbund, wie wir ihn konzipiert haben, ist bisher einmalig in der deutschen Landschaft. Wir betreten Neuland.

Worauf will man sich inhaltlich konzentrieren?
Unsere wichtigen Aktionsfelder liegen in den Bereichen der Forschungsinitiativen, der Ressourcen- und Infrastrukturnutzung, des Wissenstransfers und der Digitalisierung, der Berufungsstrategie und der Nachwuchsförderung. Internationalisierung, Diversität und Gleichstellung sowie forschungsbasierte Lehr- und Lernprozesse sind unsere Querschnittsthemen. Wir wollen strategische Prozesse zusammenführen und uns wechselseitig bei der Gewinnung der besten Köpfe für den Wissenschaftsstandort Berlin unterstützen. Mit einem gemeinsamen Aufbau von Ressourcen möchten wir ideale Rahmenbedingungen für die Forschung – und damit auch für die Lehre – schaffen. Unser Motto dabei lautet: So viel interner Wettbewerb wie nötig, so viel Kooperation wie möglich. Wir überlegen bei jeder Maßnahme, ob sie eine neue Qualität der Zusammenarbeit und damit einen Mehrwert für alle Beteiligten schaffen kann.

Was wurde bis dato konkret umgesetzt?
Zum zweiten Mal haben unser Verbund und unsere Partnerin, die University of Oxford, gemeinsame Forschungsprojekte bewilligt. Diesmal wurden 24 Anträge ausgewählt. Insgesamt standen 300 000 Euro zur Verfügung. Zusätzlich konnten weitere 150 000 Euro vom Berlin Institute of Health, der Medical Sciences Division und weiteren Einrichtungen der University of Oxford eingeworben werden. Die Projekte starten am 1. November 2019. Die erste Ausschreibung fand im Sommer 2018 statt. Damals kamen 29 Projekte aus den Geistes-, Natur- und Lebenswissenschaften zum Zuge. Mit unseren weiteren strategischen Partnerinnen, der University of Melbourne und der National University of Singapore, gab es ebenfalls insgesamt 400 000 Euro für Projekte innerhalb des Verbundes. Weitere gemeinsame Aktivitäten mit unseren strategischen Partnern sind im Aufbau. Am 15. Oktober haben wir den Aufruf zum Thema Social Cohe­sion geschlossen. Uns liegen 68 Anträge von Wissenschaftler*innen der Berlin University Alliance vor. Diese Aktion gehört zu der Grand Challenge Initiative, die eine von acht übergeordneten Maßnahmen in unserem Exzellenzantrag ist und von der TU Berlin betreut wird. Einen Folgeaufruf wird es im Frühjahr geben. Außerdem hat sich die Berlin University Alliance mit dem Konzept „EXIST Startup Berlin“ um eine Förderung im Rahmen des Programms EXIST-Gründungskultur des Bundeswirtschaftsministeriums beworben. Unsere gemeinsame Vision ist es, die Start-Up-Metropole Berlin bis zum Jahr 2030 zu einem in Europa führenden und weltweit sichtbaren Ökosystem für forschungs- und wissenschaftsbasierte Gründungen zu machen.

Wer organisiert das alles?
Letzteres haben die Mitarbeitenden in den universitären Gründungszentren auf die Beine gestellt. Für die Verbundplanung treffen wir uns regelmäßig im Board of Directors. Für jede übergeordnete Maßnahme gibt es ein Steering Committee. In diesen acht Arbeitsgruppen sitzen jeweils vier Wissenschaftler*innen und treiben das Thema voran. Über die Stellenausschreibungen, die in Kürze veröffentlicht werden, suchen wir qualifizierte und motivierte Personen, die dann die konkreten Projekte innerhalb dieser Maßnahmen betreuen und umsetzen. Daraus entsteht dann eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten für unsere Wissenschaftler*innen, über die wir kontinuierlich berichten werden. Ein weiterer wichtiger Schritt wird die Einrichtung und Besetzung der Geschäftsstelle des Verbundes sein. Auch hierfür suchen wir Personen und geeignete Büroflächen in Berlin. Später wird es noch Beratungsgremien geben, in die wir international ausgewiesene Kolleg*innen bitten. Sie sollen uns auf unserem neuen Weg begleiten. Dafür, dass die Förderung des Verbundes am 1. November beginnt, haben wir bereits einige Projekte anschieben können. Das freut mich.

Das Interview führte Stefanie Terp

Jetzt veröffentlichte das Bundesministerium für Bildung und Forschung die aktuellen Fördersummen, die noch in diesem Jahr 2019 und dann ab 2020 an die elf Universitäten und ein Universitätsverbund der Exzellenzstrategie ausgezahlt werden. Davon zahlen die entsprechenden Bundesländer jeweils 25 Prozent.     

Aktuelle Fördersummen: 
Universitäten/Universitäts-
verbund

2019
in Mio. Euro
Ab 2020
jährlich bis zu
Berlin-Verbund
3,88
24,06
RWTH Aachen
2,06
12,89
Bonn
2,06
12,89
Heidelberg
2,06
12,89
Konstanz
2,06
12,89
Karlsruhe KIT
1,73
12,80
Tübingen
0,74
12,42
TU Dresden
2,06
12,89
München LMU
2,06
12,72
TU München

1,82
12,61
Hamburg
0,83
11,80

 

 

 

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