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Über den Wolken

Freitag, 17. Mai 2019

Mit LASER hat die TU Berlin zum ersten Mal seit 30 J­ahren wieder ein eigenes Flugzeug – ein Erfahrungsbericht

Vor dem Start gibt Pilot Bastian Göbel letzte Sicherheitshinweise
Lupe

„Mal sehen, was passiert. Das ist erst der zehnte Flug mit unserem neuen Institutsflugzeug“, sagt Bastian Göbel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Flugführung und Luftverkehr und gleichzeitig Pilot des Flugzeuges „LASER“ (Light Aircraft for Science, Education and Research). Ohne Zweifel fliegt Spannung mit, als wir in dem Zweisitzer vom Flugplatz Oehna in Brandenburg, eine Stunde von Berlin entfernt, abheben. Bastian Göbel hat am Bau des Fliegers vom Typ Peregrine SL mitgewirkt und jeden Schalter, jedes Display und die komplette Innenausstattung zusammen mit dem Hersteller Fläming Air angepasst.

Herausgekommen sind eine zulässige Gesamtmasse von 472,5 Kilogramm, 100 PS Leistung und eine maximale Reichweite von 1200 Kilometern bei einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 200 km/h. Doch Vertrauen erweckt LASER auf den ersten Blick: Von der Flügelspitze bis zum Propellerblatt strahlt die weiße und rote Farbe. Unverkennbar steckt hier die TU Berlin dahinter. Das Flugzeug ist für die Universität etwas Besonderes. Das Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin besitzt mit seinem LASER erstmals seit 30 Jahren wieder ein eigenes Flugzeug für Forschung und Lehre. „Unser Flugzeug ist für unser Institut vor allem interessant, da wir es nach unseren Wünschen gestalten können. Zum Beispiel können wir für Forschungsvorhaben spezielle Messvorrichtungen, Kabelschächte und Anbauvorrichtungen anfertigen lassen und nutzen. Bei einem geliehenen Modell wäre dies undenkbar“, so Bastian Göbel. „Die entwickelten Systeme können wir schnell und kostengünstig erproben, denn Zertifizierungsverfahren entfallen in dieser Luftfahrzeugklasse.“ Und er ist nicht der Einzige im Institut, der LASER bald fliegen kann: Drei Mitarbeiter des Instituts erwerben einen Flugschein für Ultraleichtflugzeuge.

Auch Studierende profitieren von dem Flugzeug. Am Flugplatz Oehna ist auch Josephin Hübner, die ihren Master in Luft- und Raumfahrttechnik macht. „Ich finde das Gefühl der Freiheit über den Wolken total faszinierend“, erzählt Josephin. „Jetzt kann die Theorie, die wir uns an der Uni angeeignet haben, in die Praxis umgesetzt werden. So wird das Gelernte viel greifbarer.“ Und Bastian Göbel erklärt das Fliegen höchst anschaulich. Vor dem Flug setzt er seine blaue Flugkappe mit integrierter Sonnenbrille auf. Er vermittelt vom Einstieg auf der Tragfläche ins Cockpit über den Start, den Flug über den Wolken bis zur Landung ein Gefühl von Sicherheit, das jede Spur von Flugangst beseitigt. Selbst als er das Steuerrad für einen kurzen Moment an mich abgibt, fühlt es sich selbstverständlich an. Während des Fluges erzählt er von den Möglichkeiten eines Kleinflugzeuges: „Zu AERO Friedrichshafen, der internationalen Fachmesse für die Allgemeine Luftfahrt, kann ich zum Beispiel mit dem LASER fliegen und vor dem Messegelände parken“, erklärt er schmunzelnd. Am Ende des Flugtages bleibt mir ein unvergessliches Erlebnis, das nicht nur bei mir Begeisterung fürs Fliegen wecken wird.

Anna Groh, "TU intern" Mai 2019

LASER - Das neue Flugzeug für Forschung und Lehre an der TU Berlin

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