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Montag, 29. Juli 2019

TU-Präsidium schließt sich den Forderungen der „Fridays for Future“-Bewegung an

Die Fotovoltaikanlage des Vereins Solar Powers e. V. auf dem Dach der Universitätsbibliothek bedeckt bereits 500 Quadratmeter
Lupe

„We continue“ – mit diesem Satz begeisterte die Klimaaktivistin Greta Thunberg die Demonstrant*innen im Berliner Invalidenpark am 19. Juli 2019. Darunter diesmal auch das komplette Präsidium der TU Berlin. Anlass war die Entscheidung, sich den Zielen der „Fridays for Future“-Bewegung anzuschließen.

Dies verkündete TU-Präsident Christian Thomsen in seiner Rede, die er nach Greta Thunberg hielt, und für die er viel Applaus erntete: „Die ,Fridays for Future‘-Bewegung ist richtig, sie ist wichtig, sie ist für unsere Zukunft bedeutend. Sie ist schon jetzt aktiver Teil unserer Universität. Viele Studierende und Wissenschaftler*innen engagieren sich, und die Universitätsleitung der TU Berlin schließt sich den Forderungen der ,Fridays for Future‘-Bewegung an. Darauf bin ich als Präsident stolz!“ Die Wissenschaft habe jetzt die Chance, ihre Expertise in den notwendigen Veränderungsprozess einzubringen. Die Wissenschaft müsse sich noch mehr Gehör verschaffen – insbesondere bei der Politik. Und die Politik müsse noch häufiger auf die Wissenschaft zugehen! Es gebe neben Berlin keine andere Stadt in Deutschland, in der Wissenschaft und Politik örtlich so nah beieinander sind. „Berlin hat diesen Vorteil, und wir müssen ihn nutzen.“ Deshalb wollen die drei großen Universitäten und die Charité ein neues Forschungszentrum für Klimaneutralität gründen. Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen sollen gemeinsam zum Thema Klimaneutralität arbeiten.

„Damit unsere Absolvent*innen die Klimawende aktiv mitgestalten können, wollen wir noch mehr Klimathemen in unsere Studiengänge integrieren. Schon jetzt verzeichnen wir einen deutlichen Zuwachs an Bewerbungen auf unsere Bachelorstudiengänge ‚Ökologie und Umweltplanung‘ sowie ‚Nachhaltiges Management‘.“ Bis Ende August läuft die Einschreibefrist für die NC-freien Studiengänge. „Mit jedem Ingenieurabschluss kann man nachhaltig wirken“, so Thomsen. Einen Zertifikatskurs „Nachhaltigkeit“ gibt es bereits an der TU Berlin, im kommenden Wintersemester soll es eine neue Ringvorlesung zu Klimathemen geben.
„Wir sind auch auf unserem Campus aktiv. Einen Teil davon werden wir klimaneutral gestalten. In der ersten Phase des Projekts, von 2016 bis 2018, untersuchten unsere Wissen­schaftler*innen 49 Gebäude der TU Berlin und der Universität der Künste Berlin auf ihre energetische Bilanz hin und leiteten daraus 1000 Einzelmaßnahmen ab, um das Energiewendeziel zu erreichen. Dazu zählen Fassaden-, Dach- und Fenstersanierung genauso wie die Nutzung von Abwärme und Solarenergie sowie Wärmerückgewinnung. Das nehmen wir jetzt in Angriff (siehe auch Artikel unten auf dieser Seite). Im September folgen weitere Gespräche mit der Studierendengruppe ,Fridays for Future‘ “, kündigte der Präsident an. Nach der Demo ging es dann in die Urania zur Verkündung zur Exzellenzstrategie.

Stefanie Terp, "TU intern" Juli 2019

Video-Bericht über die Demo und die Rede:
www.tu-berlin.de/?206802 

Für das kommende Wintersemester planen mehrere TU-Fachgebiete und die studentische Vereinigung „Fridays for Future an der TU Berlin“ eine wöchentliche Ringvorlesung zum Klimaschutz.
Zeit: 21. 10. 2019–17. 2. 2020
jeweils 16.15–17.45 Uhr
Ort: Hörsaal H 2013

Wie kommen wir auf 100 Prozent?

Das „1. Sunposium zum Stand der Integration von Erneuerbaren Energien an der TU Berlin“

Ihre Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 30 Kilowatt Peak bedecke inzwischen rund 500 Quadratmeter auf dem Dach der Universitätsbibliothek (Foto oben) und trage so zur Solarstromproduktion auf dem Campus – rund 0,05 Prozent des Gesamtverbrauchs der TU Berlin – bei, erklärten die Vertreter*innen des Vereins Solar Powers e. V., der aus Studierendeninitiativen hervorgegangen war, auf dem „1. Sunposium zum Stand der Integration von Erneuerbaren Energien an der TU Berlin“, Juli 2019. Doch es könnten bis zu zehn Prozent und mehr werden. Der TU-Campus böte laut ihrer Machbarkeitsstudie noch mehr als 28 000 Quadratmeter potenziell nutzbare Dachfläche mit einem jährlichen Output von mehr als 3000 Megawattstunden. Diskutiert wurde von TU-Angehörigen, unter anderem Dr. Gabriele Wendorf von ZTG und Nachhaltigkeitsrat, vom Präsidialamtsleiter Lars Oeverdieck, Senatsmitgliedern und Studierenden über Steigerungsmöglichkeiten, über Klimagerechtigkeit und den Beitrag des einzelnen Menschen. Highlight war der Vortrag von Prof. Dr. Volker Quaschning, einem der Initiatoren der „Scientists for Future“, der sich wissenschaftlich bereits jahrelang für die Transformation des Energiesystems einsetzt. Er appellierte dringend, nicht mehr Deiche zu bauen, sondern den Ausbau zum Beispiel der Solarenergie in Deutschland zu verfünffachen.

Patricia Pätzold, "TU intern" Juli 2019

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