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TU Berlin

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Innenansichten

Gemeinsam den Wandel meistern

Freitag, 25. Oktober 2019

Dynamisches und spannendes Umfeld: Die TU Berlin ist eine wachsende Organisation
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Interview mit dem Kanzler der TU Berlin Dr. Mathias Neukirchen

Mathias Neukirchen, Kanzler an der TU Berlin
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Herr Neukirchen, die TU Berlin ist in Bewegung geraten. Unser Umfeld verwandelt sich rasant, Kollegen wechseln den Job, die SAP-Einführung verändert viele unserer althergebrachten Prozesse. Dies führt zu Verunsicherung und Überlast. Wie analysieren Sie die Lage?
Wir spüren gegenwärtig einen sehr hohen Veränderungsdruck und eine hohe Belastung. Das hat unterschiedliche Ursachen. Drei davon möchte ich hier hervorheben.
Erstens: Auch wir spüren, wie sich Arbeitsweisen und -inhalte durch die Digitalisierung insgesamt ändern. Das betrifft nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Verwaltung und viele Arbeitsprozesse an der Universität.
Die Digitalisierung ist unabwendbar, und wir müssen uns darauf einstellen und daher umstellen, um auch in Zukunft handlungsfähig zu sein. Das tun wir: Unsere SAP-Einführung ist das größte SAP-Hochschulprojekt in Deutschland. Alle, die sich damit auskennen, wissen: Das verlangt einen sehr großen Einsatz vieler TU-Mitarbeiter*innen, zusätzlich zum normalen Tagesgeschäft. Das belastet viele Beschäftigte und auch die Universität als Ganzes sehr.
Zweitens: Hinzu kommt, dass wir eine wachsende Organisation in einem sehr spannenden, also dynamischen Umfeld sind. Die Erfolge der TU Berlin in den letzten Jahren sind beeindruckend: Hier seien aus der jüngsten Zeit die drei Exzellenzcluster und die Exzellenzförderung als Berlin University Alliance erwähnt. Die TU Berlin hat darüber hinaus in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich zugelegt und sich verbessert. Auch andere Initiativen bedeuten mehr Wissen, mehr Ideen und mehr Drittmittel, die wiederum mehr Aufwand nach sich ziehen. Parallel dazu sind die TU-Verwaltung und die Kapazitäten in den wissenschaftsunterstützenden Bereichen jedoch nicht ausreichend mitgewachsen. Serviceeinbußen und eine hohe Belastung sind die Folge.
Drittens: All dies führt zu Mehraufwand und Mehrbelastung bei den Mitarbeiter*innen. Diese sind aber mittlerweile immer schwerer zu rekrutieren und leider auch zu halten. Stichwort: Fachkräftemangel. Was früher nur Informatiker*innen betraf, gilt heute für ganz viele Bereiche in der Verwaltung: Archi­tekt*innen, Sta­ti­­ker*innen, Fach­tech­niker*innen, aber auch bei gut qualifizierten Sachbearbeiter*innen beginnt sich der Fachkräftemangel mit unbesetzten Positionen auszuwirken.
Die Kombination dieser drei Ursachen hat dazu geführt: Immer weniger Mitarbeiter*innen müssen immer mehr schaffen, was wiederum zu Krankheit und Kündigungen führen kann. Diesen Teufelskreis müssen wir durch kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen durchbrechen. Insofern ist Kritik berechtigt: Zurzeit können wir nicht in angemessener Qualität oder Zeit Serviceleistungen erbringen.

Was unternehmen wir gegen all die Sachverhalte, die Sie genannt haben?
Um es vorwegzunehmen: Das Problem ist komplex und muss entsprechend der Ursachen angegangen werden:
Erstens: Im SAP-Projekt müssen und werden wir nun zu einem guten Ende kommen. Zweitens: Gegen den Ressourcenmangel im wissenschaftsunterstützenden Bereich werden wir im Haushalt 2020 circa 25 zusätzliche Stellen schaffen. Wir wollen zudem das Instrument der vorgezogenen Nachbesetzung, wie es bei Professuren möglich ist, auch im Verwaltungsbereich umsetzen. Damit wollen wir Vakanzen und Wissensverlust vermeiden, wenn Kolleg*inen in Rente gehen. Drittens: Den Fachkräftemangel können wir zwar nicht beheben. Wir müssen die TU Berlin jedoch als Arbeitgeberin noch attraktiver machen.

Wie kann das gelingen?
Ein wichtiger Schritt wäre, wenn die Ballungsraumzulage auch für die Beschäftigten der Berliner Hochschulen gelten könnte. Momentan soll sie nur an Beschäftige der Landesbehörden ausgezahlt werden. Sie würde eine monatliche Gehaltsaufbesserung von 150 Euro bedeuten. Damit verbunden ist die Option, sich einen Teil der Summe mit einer BVG-Monatskarte verrechnen zu lassen. Die Zahlung der Ballungsraumzulage an den Hochschulen würde verhindern, dass wir abgehängt werden, und sie könnte sogar dafür sorgen, dass der Abstand zum Bund und dem TVöD sich verringert. Damit wären wir finanziell attraktiver und konkurrenzfähiger. Ich habe das Thema einen Tag nach der Presseerklärung des Senates und damit der Verkündung, dass die Zulage an die Landesbeschäftigen gezahlt wird, beim zuständigen Staatssekretär adressiert: bislang ohne positives Ergebnis. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen.

Was kann die TU Berlin als Arbeitgeberin noch tun?
Wir müssen uns stetig weiterentwickeln. Wir bieten bereits viel, und ich appelliere an alle – sowohl an die Mitarbeitenden als auch an die Führungskräfte –, die TU-Angebote wahrzunehmen. Unsere Instrumente der flexiblen und modernen Arbeit werden wir weiter ausbauen. Dazu gehören mehr Möglichkeiten für Home Office und mobiles Arbeiten auch für Mitarbeitende ohne Kinder oder zu pflegende Angehörige. Wir besitzen ein tolles Familienbüro, der Hochschulsport ist sehr aktiv. Und, das ist mir wichtig: zum Jahresende einen Ruhepunkt schaffen für uns alle. Es ist unser Wunsch, dass 14 Tage Pause möglich gemacht werden. Dann muss es eben auch mal heißen: Sorry, bin gerade nicht da.

Welche Möglichkeiten gibt es für TU-Mitarbeitende, sich weiterzuentwickeln?
Wir haben ein großes Weiterbildungsangebot. Wir finanzieren beispielsweise zehn Stipendien pro Jahr, immerhin jeweils 10 000 Euro, für die Teilnahme an dem Studiengang Wissenschaftsmanagement. Man kann zehn Tage innerhalb von zwei Jahren Bildungsurlaub bei Lohnfortzahlung nehmen. Man hat die Möglichkeit, eine Woche im Jahr auf Kosten der TU Berlin an einer ausländischen Uni zu arbeiten. Ich könnte noch viele Beispiele aufzählen, die zeigen, dass wir bereits eine sehr attraktive Arbeitgeberin sind.
Neben diesen Maßnahmen haben wir in den letzten zwei Jahren an weiteren Projekten zur Verbesserung der Situation insbesondere der Sonstigen Mitarbeitenden gearbeitet: an der Erstellung einer umfangreichen SoMi-Studie, am Betrieblichen Gesundheitsmanagement mit vielen Maßnahmen, an der systematischen Einführung von Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gesprächen und an der Erstellung eines Personalentwicklungskonzeptes. Das alles geschieht übrigens in enger Abstimmung mit den Kolleg*innen aus dem Personalrat.

Und zur konkreten Verbesserung der ­aktuelle Lage?
Das Präsidium hat ein Maßnahmenpaket erarbeitet. Dies wird perspektivisch den Mitarbeitenden zeigen, dass wir verstanden haben, dass wir etwas tun müssen. Aus Sicht der TU-Leitung nutzen wir damit sämtliche Handlungsmöglichkeiten. Mit all dem muss es uns gelingen, dass wir in der Verwaltung trotz der hohen Dynamik Ausgleich schaffen. Das ist unser Ziel.

Die Fragen stellte Stefanie Terp

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