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TU Berlin

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Innenansichten

Energie und Kosten sparen

Montag, 29. Juli 2019

Mit einer neuen Methode könnte der Campus von TU Berlin und UdK Berlin das Wärmewendeziel erreichen

Das Eugene-Paul-Wigner-Gebäude der TU Berlin verbraucht am meisten Strom und Wärme von allen 49 TU-Gebäuden. Hier wird eine Wärmerückgewinnungsanlage empfohlen statt neuer Fenster
Lupe

Das Rechenzentrum der TU Berlin strotzt vor Energie. Jährlich produzieren die Server 4,7 Gigawattstunden Abwärme. Beim TU-Hauptgebäude entstehen durch Kälteanlagen pro Jahr sogar 5,8 Gigawattstunden Abwärme. „Mit diesen 11,5 Gigawattstunden könnte man etwa 20 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs der TU Berlin und der Universität der Künste decken“, sagt Prof. Dr.-Ing. Martin Kriegel vom Fachgebiet Gebäude-Energie-Systeme. Dies ergab eine Analyse im Rahmen des Forschungsprojektes „Energieeffizienter Hochschulcampus Berlin-Charlottenburg“, das er leitet. Doch bislang verpufft diese Energie.
Das soll sich ändern. Der Strom, den die TU Berlin verbraucht, speist sich bereits zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Anders sieht es jedoch bei der Energie für die Wärmeversorgung aus, also für das Heizen und Kühlen von Räumen und Laboren. „Die Stromwende haben wir an der TU Berlin vollzogen, nun brauchen wir eine Wärmewende“, so Kriegel. Um das zu bewerkstelligen, sollen unter anderem Abwärme und erneuerbare Wärme auf dem Campus genutzt, verteilt und zwischengespeichert werden. Da Berlin bekanntlich arm ist und die Hochschulen das Geld für Baumaßnahmen aus dem Landeshaushalt erhalten, wollen  die Wissenschaftler*innen die Wärmewende so kostengünstig wie möglich. Dieser Nutzen-Kosten-Ansatz führte sie zu einer neuen Methode: „Wir verabschieden uns davon, jedes einzelne Gebäude energetisch komplett sanieren zu wollen – ohnehin finanzieller Irrsinn –, stattdessen betrachten wir TU Berlin und UdK als ganzheitlichen ‚Organismus‘ und stimmen die energetischen Maßnahmen so aufeinander ab, dass das Wärmewendeziel trotzdem erreicht wird. Wir verschieben also die Energiebilanz vom einzelnen Gebäude auf das Areal“, erklärt Kriegel. Diese Methode soll bei der Hochschul-Standort-Entwicklungsplanung eingesetzt werden, mit der der Sanierungsstau an den TU- und UdK-Gebäuden in den nächsten Jahren aufgehoben wird. Die Forschenden wollen bei Entscheidungen beratend zur Seite stehen, was im Zuge einer Sanierung energetisch sinnvoll ist. „Das Eugene-Paul-Wigner-Gebäude der TU Berlin hat einen extrem hohen Strom- und Wärmeverbrauch. Nach unserer Analyse spart eine Fenstersanierung kaum Energie, verursacht aber hohe Kosten. Mit dem Einbau einer Wärmerückgewinnungsanlage ließe sich der jährliche Energieverbrauch halbieren. Das Geld dafür hätte sich nach einem Jahr rentiert“, so Martin Kriegel.

Sybille Nitsche, "TU intern", Juli 2019

Campus und Klima

Anstrengungen zur ­Energiewende angemahnt

Trotz der Emissionsrückgänge der letzten beiden Jahre befindet sich die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland nach wie vor nicht auf Kurs. Die vier Mitglieder der von der Bundesregierung 2011 eingesetzten Expertenkommission „Energie der Zukunft“ sehen daher erheblichen Handlungsbedarf bei der Energiewende. Am 6. Juni 2019 veröffentlichte die Bundesregierung deren zweiten Fortschrittsbericht. Er gibt einen Überblick über den Stand der Umsetzung bei der Energiewende und beschreibt die Entwicklungen der kommenden Jahre. Zu den vier unabhängigen Experten gehört Prof. Dr. Georg Erdmann, der bis Ende 2018 das TU-Fachgebiet Energiesysteme leitete. Insbesondere wurden erhebliche Defizite beim Klimaschutz, bei Energie­effizienz und bei Erneuerbaren Energien im Verkehrs- und Wärmesektor identifiziert. Vorgeschlagen wird im Bericht daher ein Umbau im Anreizsystem. Zeitnah eingeführt werden soll, so die Experten, unter anderem ein CO2-bezogener Zuschlag auf fossile Energieträger, der einen stärkeren Anreiz für klimafreundliche Innovationen schaffe. Derzeit gehen die Treibhausgasemissionen durchschnittlich um etwa 1,2 Prozent jährlich zurück. Notwendig, um das Klimaziel bis 2030 zu erreichen, sei aber Verdreifachung der Schrittgeschwindigkeit. Die Verstromung von Kohle müsse dafür um mindestens 60 Prozent reduziert werden. Beim Verbrauch der Endenergie sei nur bei den privaten Haushalten ein leichter Rückgang zu registrieren. In der Industrie stagniert er, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und vor allem der Verkehr weisen steigende Tendenzen auf. Für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit seien zwar verstärkt Investitionen in die Übertragungsnetzinfrastruktur notwendig, da der Ausbau hinter den Planungen hinterherhinkt. Der deutsche Kohleausstieg habe aber vor allem Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in den Nachbarländern.

Patricia Pätzold, "TU intern" Juli 2019

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