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Der Campus Charlottenburg verändert sein Gesicht

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Viel Platz und Licht für gute Ideen - TU Berlin und UdK eröffnen das „Berlin Open Lab“

Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach bei der Eröffnung
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„Die Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst ist oft nicht leicht zu ziehen. So wird die in den vergangenen Jahren immer enger werdende Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Berlins Forschung und Gesellschaft einen immer größeren Nutzen bringen“, sagte Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach, als er Ende Mai in den frisch sanierten, lichtdurchfluteten Shedhallen am Einsteinufer auf dem Campus der Universität der Künste im nördlichen Teil des Campus Charlottenburg das experimentelle Forschungslabor für die digitale Gesellschaft „Berlin Open Lab“ offiziell eröffnete.

Gesche Joost, Steffen Krach, Martin Rennert und Christian Thomsen lassen sich Forschungsprojekte erklären
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Vier Jahre hatte die Sanierung der alten Hallen, 1959–1963 vom Berliner Architekten Robert Tepez als Staatliche Fachschule für Optik und Fototechnik geplant, gedauert. Nun wird das „Berlin Open Lab“ als neuer Ort für die digitale Forschung an den Schnittstellen zwischen experimenteller Gestaltung, Architektur und Ingenieurskunst die enge Kooperation zwischen UdK Berlin und TU Berlin ergänzen. „Das Lab wird dazu beitragen, Berlin als Digitalisierungs-Hauptstadt noch sichtbarer zu machen“, so Krach weiter. „Und in die Infrastruktur dafür wollen wir weiter investieren.“ So sei es auch keine Frage gewesen, hier von Senatsseite 300 000 Euro für die Wiederinbetriebnahme – unter anderem war eine Asbest-Sanierung notwendig geworden – bereitzustellen. Mehr als 40 gemeinsame disziplinübergreifende Projekte verbinden die TU Berlin und die UdK bereits.
Eine spezielle sägezahnförmige Dachkonstruktion ermöglicht eine einfache, gleichmäßige Belichtung der ganzen Halle. Das Licht fiel an diesem Nachmittag auch auf zehn Projekte, die auf den insgesamt 900 Quadratmetern der flexibel nutz- und strukturierbaren Flächen bereits Arbeitsplätze und Versuchsaufbauten eingerichtet haben. Fantasievoll und ideenreich gruppierte Arrangements aus Arbeitstischen, Regalen oder abgrenzenden halbrunden Tresen machen den Gedanken des gemeinsamen Arbeitens und Forschens bereits sichtbar. Die Idee eines interaktiven Virtual-Reality-Stadtquartiermodells wurde vorgestellt, intelligente Textilien oder die Entwicklung von Icons zur digitalen Selbstbestimmung und zur Minimierung von Datenschutzrisiken. Gut ausgestattete Labor- und Werkstattbereiche sowie ein großer Besprechungsraum können gemeinsam genutzt werden. „Ich verspreche mir hier nicht nur neue universitätsübergreifende Projekte, sondern auch einen großen Mehrwert für unsere Studierenden“, so TU-Präsident Christian Thomsen. Das Beispiel zeige das große Potenzial des Campus Charlottenburg, auf dem eine der größten technischen Universitäten Deutschlands und eine der größten künstlerischen Universitäten weltweit Nachbarinnen seien. Sehr zufrieden mit dem bisher Erreichten zeigte sich UdK-Design-Professorin Dr. Gesche Joost, Sprecherin des Lenkungskreises. Auch sie hat eine enge Beziehung zur TU Berlin, war sie doch bis 2011 Professorin für Interaction Design am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik der TU Berlin

Das Modell einer der Hallen zeigt: Hier ist Platz für viele Büros und Werkstätten
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Vom Hippodrom zum Campus Ost - Baubeginn auf historischem Grund

Sein Gesicht und damit das Gesicht Charlottenburgs verändert das TU-Gelände auch östlich vom Hauptgebäude: Auf dem Campus Ost – zwischen Fasanenstraße und S-Bahn-Linie, der Müller-Breslau-Straße und der Hertzallee sieht man derzeit große Abrissgeräte, Bagger und viel Bauschutt – dort wird Baufreiheit für Neues geschaffen. In Kürze werden dort zwei große Wissenschaftshäuser der Technischen Universität Berlin entstehen: das zukünftige neue Mathematik-Gebäude und das IMoS-Gebäude (Interdisziplinäres Zentrum für Modellierung und Simulation), in dem Teams unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen zusammenarbeiten werden. Hier sollen nicht nur hervorragende Bedingungen für Forschung, Lehre und Studium entstehen, sondern auch deutliche Verbesserungen der Arbeitsplatzsituation der dort Beschäftigten geschaffen werden.  Vor Baubeginn lud der Präsident der TU Berlin, Prof. Dr. Christian Thomsen, Initiator*innen, Planer*innen, zukünftige Nut­ze­r­*in­nen, Anrainer*innen und Mit­ar­beiter*innen der TU-Institutionen, die auf dem Gelände ursprünglich ansässig waren, zu einem Auftaktfest „Campus Ost“ ein. Dort wurde auch die Ausstellung „Vom Thiergarten zum Campus Ost“ zur Historie des Geländes präsentiert, die derzeit in der Universitätsbibliothek zu sehen ist. 

Infos und Fotos zu Bauvorhaben und -fortschritt:
www.tu-berlin.de/?188982 
www.tu-berlin.de/?202964 

Mehr zum Auftaktfest und zur Geschichte des Geländes lesen Sie auch in der Beilage der TU intern Ausgabe Juli 2019.

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Vorher und nachher: Auf dem Gelände regieren derzeit die Bagger
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Bauhaus reuse - Neues Stadtlabor mitten auf dem Ernst-Reuter-Platz

TU-Vizepräsidentin Christine Ahrend bei der Eröffnung
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 „Der Ernst-Reuter-Platz ist nicht irgendein Platz Berlins, sondern ein ganz besonderer Platz, ein Verkehrsknotenpunkt inmitten der City West. Er ist eines der prägendsten Beispiele des Städtebaus der Nachkriegsmoderne im damaligen West-Berlin, ein Kind der 50er-Jahre, ein Postulat der autogerechten Stadt“, so TU-Vizepräsidentin Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend zur Eröffnung des Glaspavillons „bauhaus reuse“ mitten auf dem Ernst-Reuter-Platz. „Doch er war auch immer schon als Adresse für Wissenschaften und zukunftsfähiger Industrien gedacht.“ Mitte Mai eröffnete mit dem „bauhaus reuse“ der 174 Quadratmeter große Pavillon, der aus Gebäudeelementen der ehemaligen Nordfassade des Bauhaus-Gebäudes in Dessau besteht. Das temporäre Gebäude soll Raum bieten für einen lebendigen Austausch zwischen Forschung, akademischer Bildung, fachpraktischer Ausbildung und der allgemeinen Öffentlichkeit der Stadtgesellschaft. Es wurde von der zukunftsgeraeusche GbR in Kooperation mit der TU Berlin, dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und der UdK sowie mit Unterstützung der IKEA-Stiftung errichtet. Die TU Berlin, so Vizepräsidentin Christine Ahrend, begrüße so die Idee, auf der Mittelinsel einen gläsernen Pavillon zu errichten, als ein öffentliches Zentrum, in dem Lernen, Forschen, Arbeiten und zivilgesellschaftliche Beteiligung im Dialog stattfinden: „Ein lohnenswertes Experiment zur Vitalisierung des Platzes.“

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffen­eger antwortet: Wie unterstützt der Bezirk das Projekt?

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„Wir als Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wollen hin zu einer klimaneutralen Stadt, wir müssen Antworten finden auf die Veränderung durch eine alternde Gesellschaft, auf die Bedürfnisse des Wohnens, das durch die Mietpreisentwicklung immer problematischer wird, sowie auf die Probleme des Einzelhandels, der durch den Online-Handel zunehmend unter Druck gerät, und anderes. Wir haben uns dabei drei Schwerpunktthemen auf die Fahnen geschrieben: Mobilität, Klima und Wohnen. Die Aktivitäten, den Ernst-Reuter-Platz für das öffentliche Leben attraktiver zu machen, gehören zum Schwerpunkt ‚Wohnen‘. Deswegen liegt uns der Erfolg des Projekts sehr am Herzen.
Natürlich wünschen wir uns, dass der Platz für die Öffentlichkeit nutzbarer wird. Wir möchten gern die internationale und nationale Strahlkraft von Veranstaltungen auf den Bezirk herunterbrechen. Daher planen wir hier auch eigene Veranstaltungen wie Ausstellungen, monatliche Fachdiskussionen und anderes. Besonders froh sind wir, dass gerade die Unis sich so intensiv beteiligen. Natürlich gehört dazu auch, die bessere Zugänglichkeit des Platzes für das Publikum zu forcieren. Es gibt bereits konkrete Planungen für eine neue Radwegeführung, und ich hoffe sehr, dass die vielfältigen Aktivitäten auf dem und rund um den Ernst-Reuter-Platz beim Senat die Dringlichkeit des Anliegens einer Ampelüberquerung für Fußgänger hin zur Mittelinsel erhöhen.“

Patricia Pätzold, "TU intern" Juli 2019

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