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TU Berlin

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Arbeitsplatz Uni

„Ich möchte helfen“

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2012 hob der letzte Direktflieger von Damaskus nach Berlin ab, bevor die Syrienkrise sich weiter verschärfte. Yamen Ghanem saß in der Maschine und konnte mit seiner Familie mithilfe eines der letzten Touristenvisa ausreisen. Die Wahl fiel auf Berlin, aufgrund der positiven Erfahrungen seines Vaters, der bereits in Deutschland promoviert hatte. Auch auf Yamen übertrug sich die Sympathie für das anfangs noch fremde Land. Der damals noch Minderjährige fügte sich schnell in seiner neuen Heimat ein: Vormittags machte er sein Abitur und nachmittags lernte er Deutsch. Sein Ziel, später Bauingenieurwesen zu studieren, ein auch in Syrien sehr beliebtes Studienfach, verwirklichte er zwei Jahre später. Nicht nur das: Seit 2015 ist er außerdem studentischer Mitarbeiter am Institut für Bauingenieurwesen und hilft im Programm „In(2)TU Berlin“ selbst Syrern, die aus ihrem Heimatland weggehen mussten. Am Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren von Prof. Dr.-Ing. Mike Schlaich ist er von den Tutor*innen der Einzige, der nur in der Beratung tätig ist und keine anderen Aufgaben, zum Beispiel in der Lehre, ausübt, ein Indiz für die Bedeutung der Beratung für Geflüchtete. „Professor Schlaich hat den Bedarf früh erkannt. Vor mir gab es nur eine studentische Beraterin für Geflüchtete am Institut für Architektur“, so Yamen. Besonders Studieninteressierte aus dem Studienkolleg hätten gute Chancen, ein Studium zu beginnen, betont er. Dennoch gäbe es zu wenige Plätze für die sehr hohe Nachfrage im Fach Bauingenieurwesen. Besonders das Ausfüllen von Bewerbungsformularen bereitet oft Kopfzerbrechen. Hier kann Yamen unterstützen: „Ich möchte helfen, wo ich kann.“ Sein Arbeits- und Studienmittelpunkt ist der Campus Wedding. „Etwas weit weg vom Trubel am Ernst-Reuter-Platz“, sagt Yamen und lacht, denn trotz der manchmal weiten Strecken: Berlin und Damaskus sind für ihn gleichermaßen Heimat geworden.

Anna Groh, "TU intern" 19. Januar 2018

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