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TU Berlin

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Innenansichten

Verschiedenheit als Stärke

Auf der Suche nach einem Diversitätskonzept, das Chancengerechtigkeit und Diskriminierungsfreiheit gewährleisten soll. Eine Aufgabe für alle

Diversität umfasst die Dimensionen Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Identität, ethnische Herkunft, Nationalität, Behinderung, Religion und Weltanschauung. Sie alle sollen im Konzept Beachtung finden
Lupe

Frau Professorin Dr. Ittel, als Vizepräsidentin für Internationales und Lehrkräftebildung sind Sie auch Beauftragte des Präsidiums für Gender & Diversity. Es ist eine in den Hochschulverträgen verankerte Aufgabe für die Universitäten, ein Diversitätskonzept zu entwickeln. Welches Ziel steckt dahinter?
Diversität ist ein sehr komplexes Themenfeld. Der Begriff umfasst die acht Dimensionen Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Identität, ethnische Herkunft, Nationalität, Behinderung, Religion und Weltanschauung. Die TU Berlin ist bereits im Kontext einiger Dimensionen sehr aktiv. Ziel ist es, maximale Zugangsgerechtigkeit für alle Mitglieder der TU Berlin zu sichern. Viele Maßnahmen, die im Kontext des Re-Audits Internationalisierung und im „audit familiengerechte hochschule“ umgesetzt werden, sind Beispiele für solche diversitätsfördernden Aktivitäten. Mit dem nun zu formulierenden Diversitätskonzept wollen wir Schwerpunkte besonders dort setzen, wo wir Themen- und Aktionsfelder weiterentwickeln können. Wir möchten zum einen die bestehenden Aktivitäten auch im Sinne unserer Diversitätsaktivitäten sichtbarer machen und bündeln und uns damit klar äußern, dass wir Diversität nicht nur als explizit strategisches Ziel noch deutlicher etablieren wollen, sondern vor allem als Ressource unserer Universität begreifen. Ein Markenzeichen, das überall in exzellenter Forschung, Lehre und Verwaltung erkennbar ist. Wir möchten einen wertschätzenden und respektvollen Umgang mit Verschiedenartigkeit erreichen, Chancengleichheit und Diskriminierungsfreiheit in der gesamten TU Berlin sichern. Die Einbindung aller Universitätsmitglieder bei der Entwicklung dieses Konzepts bestimmt dessen Entwicklungsprozess.

Professorin Dr. Angela Ittel ist als Vizepräsidentin zuständig für Internationales und Lehrkräftebildung, für das Zentrum für Moderne Sprachen (ZEMS), das Zentrum für Technik und Gesellschaft (ZTG), die Sprach- und Kulturbörse (SKB) und hat die strategisch Leitung des Zentralinstituts El Gouna inne. Seit Oktober 2016 ist sie außerdem Beauftragte des Präsidiums für Gender und Diversity.
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„Equality@TUB“, so der Name des Konzepts, soll Gender und Internationalität mit umfassen. Wie greifen diese Bereiche ineinander?
Gender- und Gleichstellungsarbeit haben bei uns bereits eine lange Tradition und sollen als eigene Säule weiterentwickelt werden. Für uns als technische Universität ist es sehr wichtig, diese Dimension zu betonen. Das gleiche gilt für die Internationalisierung, die durch viele bereits angestoßene Maßnahmen und Initiativen ohnehin einen Schwerpunkt an der TU Berlin bildet. Schließlich haben wir Studierende und Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus mehr 130 Ländern auf  dem Campus, 20 Prozent der Studierenden kommen aus dem Ausland. Das Diversity-Konzept zielt aber darauf, Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für alle TU-Mitglieder auf allen Ebenen herzustellen. Die Pluralität von Weltbildern und Lebensformen soll in Lehre und Forschung wie auch in der Administration und Personalentwicklung berücksichtigt werden.

Welche Ausgangssituation liegt zugrunde?
Die Bildungsgerechtigkeit für Personen mit verschiedenem sozialen oder nationalen Hintergrund ist derzeit in Deutschland und auch weltweit nicht gegeben. An der TU Berlin ist uns die Chancengleichheit aber besonders wichtig. Daher ist es unser Anliegen, diese Themen besonders in den Vordergrund zu rücken. Wenn dies auf Zustimmung stößt, müssen wir zunächst die konkrete Situation bei uns analysieren. Wie hoch ist der Anteil von Studierenden mit bildungsfernem Hintergrund und wie lässt sich deren Studienerfolg mit dem anderer Studierendengruppen vergleichen? Erst auf der Grundlage dieser Ergebnisse können wir passgenaue, auf die TU-Situation zugeschnittene Konzepte entwickeln, wie wir diese Studierenden gezielt unterstützen können, um schließlich unsere Universität auch strategisch voranzubringen. Aber unabhängig davon, auf welche Dimension der Diversität wir uns in den nächsten Monaten konzentrieren werden, ist die Schaffung einer empirischen Datenausgangslage ein wichtiger Grundsatz in unserer Arbeit. Die Erhöhung der Vielfalt, das Erkennen und die Nutzung dieses Potenzials können sehr fruchtbar sein für eine Universität, wenn wir die Aktivitäten im Rahmen der Diversitätsstrategie auf solide empirische Grundlagen basieren und sie in Übereinkunft mit den TU-Mitgliedern erarbeiten.

Welche Maßnahmen sind dafür konkret denkbar?
Zunächst haben wir eine Veranstaltungsreihe begonnen, analog zu den erwähnten acht Dimensionen der Diversität. Hier stellen interne und externe Experten das jeweilige Thema vor, um dann mit den Menschen in die Diskussion zu kommen. Wir hatten im Juli bereits eine spannende Veranstaltung zu „Soziale Herkunft“, im Oktober geht es weiter mit dem Thema „Vereinbarkeit“, an dem sich auch das Familienbüro beteiligt. Bei weiteren Themen sind zum Beispiel unsere Sozialberatung, die Allgemeine Studienberatung sowie die Beauftragte für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten aktiv eingebunden, ebenso das Gesundheitsmanagement. Beim Thema „Gender und Gleichstellung“ kommen die Frauenbeauftragten, das Frauenreferat des AStA, das Zentrum für Frauen und Geschlechterforschung und andere zu Wort. Auch Akteure wie unser Büro für Internationales, das IPODI-Programm, der Beirat Internationalisierung und andere werden sich mit Diversitätsthemen, bezogen auf geografische Herkunft und Ethnie, beschäftigen.

Was sind die nächsten Schritte?
Nach Ende der Veranstaltungsreihe werden wir zunächst in Workshops die Ergebnisse auswerten und damit weiterarbeiten. Ich möchte auf jeden Fall alle ermutigen, dieses Konzept mit uns zu erarbeiten und ihre speziellen Wünsche und Erfahrungen einzubringen.

Vielen Dank!

 

www.tu-berlin.de/?id=186824

Das Gespräch führte Patricia Pätzold, "TU intern" 9. Oktober 2017

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