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TU Berlin

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Innenansichten

„Mich treibt ein starker Gerechtigkeitssinn an“

Antje Bahnik ist seit fünf Monaten Zentrale Frauenbeauftragte. Sie setzt sich dafür ein, Nachwuchswissenschaftlerinnen den Weg zu Professuren zu ebnen

Antje Bahnik (l.) ist bereits seit Langem mit Frauen- und Gleichstellungsthemen beschäftigt, hier mit Marieke Rother, Gleichstellungscontrollerin, bei der Verleihung des Total E-Quality-Prädikats 2014
Lupe

Die ersten fünf Monate im Amt waren für die Zentrale Frauenbeauftragte Antje Bahnik aufregend und spannend. „Gleichstellung spielt an der TU Berlin eine wichtige Rolle“, sagt sie. Vor ihrem Antritt war ihre Position acht Monate vakant, es konnte nicht alles in der gewohnten Intensität weiterverfolgt werden. „Hier galt es nun, in den ersten Monaten eine Prioritätenliste für die im Gleichstellungskonzept verankerten Maßnahmen zu entwickeln und diese mit meinen weiteren Ideen zu verknüpfen.“ So soll unter anderem in diesem Jahr Coaching für Neuberufene oder befristete Professorinnen angeboten werden.

Die Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses liegt Antje Bahnik besonders am Herzen. Das hat zum einen persönliche Gründe. „Als Kind hatte ich manchmal das Gefühl, dass ich als Mädchen nicht alles machen kann. In meiner kindlichen Logik wollte ich deshalb dann eben ein Junge sein“, erzählt sie. Als sie später im Rahmen ihres Geografie-Studiums ein Jahr in Schweden war, wo in jeder Lehrveranstaltung Genderaspekte ganz selbstverständlich thematisiert werden, merkte sie, dass man sich mit dem Thema auch wissenschaftlich auseinandersetzen kann. „Zudem treibt mich ein starker Gerechtigkeitssinn an.“

Die Herstellung von Chancengleichheit für Frauen an der Hochschule ist ihr daher ein wichtiges Anliegen. „Gesellschaftliche Stereotype führen auch an unserer Universität immer noch zu einem geringeren Anteil an Frauen auf allen Karrierestufen. Frauen müssen sich sehr viel stärker ihren Weg an die Spitze erkämpfen, und für viele endet dies mit dem Ausstieg aus der Wissenschaft.“ Und schafften es Frauen auf die Professuren, erhielten sie überdurchschnittlich häufig die schlechter bezahlten oder befristeten Positionen. „Dies kann man natürlich nicht als gleichberechtigte Karriere bezeichnen.“ Dass an der TU Berlin zu wenig Professorinnen berufen werden, benennt auch das letzte Gleichstellungsranking des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS). „Die TU belegt hier im Vergleich keine Spitzenposition, sondern ist im unteren Mittelfeld zu finden.“ Will die TU Berlin ihre selbst gesteckten Ziele zur Erhöhung des Frauenanteils erreichen, müssen alle Akteure an einem Strang ziehen. „Momentan sind wir an einem Punkt, an dem es gilt, den gut ausgebildeten Nachwuchswissenschaftlerinnen auch den Zugang zu den Professuren zu ermöglichen.“ Man müsse sich dabei auf drei Aspekte konzentrieren. Der erste: „Wir erreichen höhere Anteile qualifizierter Bewerberinnen, wenn wir Frauen aktiv suchen, ansprechen und zur Bewerbung auffordern. Diese Form der aktiven Gewinnung nutzen wir noch zu wenig.“ Der zweite: „Die Forschung zeigt, dass es noch immer eine durch Stereotype bedingte diskriminierende Leistungsbewertung zuungunsten von Frauen gibt. Hier bedarf es einer kontinuierlichen Sensibilisierung, und ich habe dazu für das Wintersemester eine Veranstaltungsreihe geplant.“ Und der dritte Aspekt? „Eine Auswertung aus Niedersachsen hat einen Gender Pay Gap bei den Professuren von bis zu 36 Prozent ergeben.“ Eine solche Auswertung fehlt noch für die TU Berlin, Antje Bahnik hat sie angestoßen. Denn: „Wenn die TU Berlin ihre Frauenanteile nachhaltig steigern will, dürfen die Frauen nicht mehr mit den schlecht dotierten Professuren abgespeist werden.“

Dagmar Trüpschuch, "TU intern" 9. Oktober 2017

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