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TU Berlin

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Innenansichten

Entschlackt, transparent, handhabbar

Freitag, 26. Juli 2013

Die TU Berlin bereitet sich auf eine Systemakkreditierung vor. Der 2. Vizepräsident Hans Ulrich Heiß erklärt im Interview, wie das funktioniert

Alles für die gute Lehre: Im Frühjahr 2014 soll der Vorantrag auf Systemakkreditierung der TU Berlin eingereicht werden
Lupe

Vielfältige Aktivitäten werden in letzter Zeit auf dem Campus entfaltet, die alle mit Qualitätssicherung in der Lehre zu tun haben. Was ist das konkrete Ziel?

Um dem „Ziethener Geist“ der Erneuerung von Lehre und Studium Flügel zu verleihen, müssen wir ihn erst von der Fessel unzureichender Verwaltungsabläufe befreien. Mit allen diesen Maßnahmen streben wir den Aufbau eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems (QMS) an. Das heißt, alle organisatorischen Abläufe müssen transparent und für alle damit Befassten nachvollziehbar niedergelegt sein. Die Prozesse, die Studierende betreffen, müssen optimiert sein und wie geölt laufen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass wir für unsere Studiengänge eine Systemakkreditierung bekommen.

Auch das müssen Sie erklären.

Da muss ich etwas ausholen: Früher gab es die Rahmenprüfungsordnungen für die einzelnen Studiengänge. Sie wurden von der Kultusministerkonferenz inhaltlich festgelegt und von den politisch Beauftragten jedes Landes juristisch geprüft. Nach der Bologna-Reform, also der Umstellung auf Bachelor und Master, gab es das nicht mehr. Diese Kontrolle wurde durch die Pflicht zur Akkreditierung der Studiengänge ersetzt, durch eine Qualitätsprüfung also, die Akkreditierungsagenturen vornehmen. Die Agenturen selbst müssen beim Deutschen Akkreditierungsrat akkreditiert sein. Bei diesen sogenannten Programmakkreditierungen wurde also einzeln geprüft, beispielsweise welche Labore zur Verfügung stehen, wie die Bibliotheken ausgestattet sind, wie qualifiziert das Lehrpersonal ist, welche Berufsmöglichkeiten damit verbunden sind und vieles mehr, was dazugehört, um die Sinnhaftigkeit eines solchen Studiengangs zu beschreiben. Gutachter kommen ins Haus und gehen alles durch. Das ist aufwendig und teuer für jeden einzelnen Studiengang.

Daran gab es natürlich schon bald Kritik...

Ja, und deshalb wurde ein anderes System entwickelt: die Systemakkreditierung. Sie beurteilt nicht mehr ein einzelnes Studienprogramm, sondern das Qualitätsmanagement im Bereich Studium und Lehre einer Universität. Wenn dieses geprüft und für geeignet befunden wird, qualitativ hochwertige Studiengänge hervorzubringen, erhält die Universität diese Systemakkreditierung, und alle Studiengänge dieser Universität gelten automatisch als akkreditiert. Dafür ist also einmal eine große Anstrengung notwendig, an der nicht nur die zentrale Verwaltung, sondern auch alle Fakultäten beteiligt sind, denn es gilt, die Studiengänge der Hochschule nach einem selbst gestalteten Verfahren innerhalb von sechs Jahren zu evaluieren. Danach steht allerdings wieder eine Re-Akkreditierung an. Alle Agenturen haben für dieses Verfahren bereits Konzepte entwickelt, auch wenn die meisten Universitäten noch nicht so weit sind.

Was müssen die Fakultäten dabei tun?

Das QMS ist ja kein neues Projekt. Wir arbeiten daran schon seit einigen Jahren. Es ist geplant, im Frühjahr 2014 den Vorantrag auf Systemakkreditierung einzureichen. Das hat auch den Hintergrund, dass in den Jahren 2014 und 2015 viele unserer programmakkreditierten Studiengänge zur Re-Akkreditierung anstehen. Bis dahin wollen wir bereits systemakkreditiert sein, was eine enorme Entlastung für alle bedeuten würde. Die Fakultäten sind jetzt also auch noch einmal gefordert, bei der Vervollständigung unserer Prozesslandkarte intensiv mitzuarbeiten und sich dann auch an die vereinbarten Abläufe zu halten. Für die Zeit danach fallen die kontinuierlichen und arbeitsintensiven Programmakkreditierungen wie in den letzten Jahren weg. Auch die Studierenden sind eingebunden, sowohl in den Lenkungskreis für das QMS als auch in die informellen Arbeitsgruppen, die die Prozessbeschreibungen vornehmen. Der „Geist des Aufbruchs“ und eine deutliche Vereinfachung lassen sich nur dann spüren, wenn wir sowohl engagierte Hochschullehrer haben als auch effiziente Verwaltungsabläufe und -prozesse.

Welche Rolle spielen das Student-Lifecycle-Management und das Enterprise Resource Management in diesem Zusammenhang?

Sie gehören zu dem umfangreichen neuen Qualitätsmanagementsystem und decken Teile ab, die direkt durch IT-Systeme unterstützt werden. Sie alle beschreiben Arbeits- und Prozessabläufe, die verbessert und transparent niedergelegt werden. Zum Beispiel muss dann nicht mehr jeder, der ein Double-Degree einrichten will, lange herumfragen, wer das schon einmal gemacht hat und was dafür nötig ist. Auch Prüfungsverwaltungsangelegenheiten wie Raumbelegungen und so weiter sollen durch eine verbesserte IT-Struktur optimal funktionieren. Studierende sollen nicht mehr so viel Zeit damit verbringen, herauszufinden, welche Vertiefungsmöglichkeiten sie haben, wo ihr Seminar stattfindet, wo sie Material herunterladen können, wann und wo sie sich anmelden müssen. Beispielsweise sind von den rund 3000 Modulprüfungen, die pro Semester stattfinden, zurzeit nur 1000 elektronisch anmeldbar. Diese Zahl könnte deutlich größer sein. Denn das ist es doch, was die Studierenden interessiert. Sie möchten nicht unbedingt wissen, wie eine Universität intern und organisatorisch funktioniert. Sie sollten aber darauf vertrauen können, dass das reibungslos und effizient passiert. Das System wird also durch das umfassende Qualitätsmanagement, wozu eben auch die IT-Optimierung gehört, entschlackt, optimiert und für alle Beteiligten transparenter und leichter handhabbar.

Wo steht die TU Berlin im Vergleich in diesem Prozess?

Derzeit machen sich die meisten Universitäten Gedanken um ein Campus-Managementsystem. Wir sind da im Gespräch mit Unis bundesweit, insbesondere mit den Universitäten der TU9. Was die Systemakkreditierung betrifft, stecken viele, wie wir, mitten in der Vorbereitung. Nur wenige sind damit schon durch, wie die Universität Stuttgart. München und Karlsruhe starten gerade, andere haben sich noch nicht entschieden. Viele schauen auch, wie wir wissen, mit Interesse darauf, wofür wir uns entscheiden. Ähnlich sieht es bei der Entwicklung des E-Learning aus.

Vielen Dank!

Lupe

Hans Ulrich Heiß ist 2. Vizepräsident der TU Berlin, zuständig für Studium und Lehre

Das Gespräch führte Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2013

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