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TU Berlin

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Innenansichten

Schöner arbeiten unter dem Membrandach

Freitag, 17. Mai 2013

Studierende konstruierten eine neue Raumatmosphäre für einen TU-Sitzungssaal

Der "Schallschlucker" von Ines Dobosic, Miquel Planella, Caspar Kollmeyer und Pola R. Koch soll dem Raum völlig neue atmosphärische und akustische Eigenschaften geben
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Der Raum "H 2035" im TU-Hauptgebäude – ein schöner Hör- und Sitzungssaal, leider mit schwieriger Akustik: Oft schon war es bei Veranstaltungen und Sitzungen, beispielsweise der TU-Strukturkommission, aufgefallen, dass die akustische Sphäre des großen Raumes mit seinen zehn mal acht Metern und einer überproportionalen Raumhöhe von mehr als sechs Metern verbesserungswürdig ist. Nun haben sich Studierende im Seminar "Schallschlucker" der Sache angenommen. Herausgekommen sind überraschende Entwürfe, die inzwischen auch dem Präsidium und der Bauabteilung der Universität vorliegen – denn sie haben eine Chance auf Umsetzung.

"Die Atmosphäre eines Raums ist eine Erfahrung, die auch visuelle und akustische Eigenschaften integriert, lehren die Großen der Zunft", erklärt Christian Göbel, einer der künstlerischen Betreuer des Seminars. "In diesem Sinne haben wir künstlerische Konzepte für eine höhere ästhetische und akustische Qualität des Konferenzsaals entwickelt." In dem fachübergreifenden Seminar der Fachgebiete Bildende Kunst von Prof. Dr. Stefanie Bürkle sowie Bauphysik und Baukonstruktionen von Prof. Dr. Frank U. Vogdt an den Instituten für Architektur und für Bauingenieurwesen entwickelten interdisziplinäre Teams aus Master-Studierenden alternative Raumkonzepte und Objektentwürfe. Sie sollten ihre Projekte durch Zusammenarbeit mit Experten der Akustik, durch Recherche und Experimente gestützt, bis zur Realisierungsreife bringen. Ein ausgewähltes Konzept soll dauerhaft umgesetzt werden.

Schallschlucker "Cloudscape" als partizipatorische Installation aus geflochtener Schafwolle von Ingo Lerch, Isabelle Stumpner, Jan Pisar, Kübra Tan, Pablo Goldin
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Ines Dobosic, Miquel Planella, Caspar Kollmeyer und Pola R. Koch hatten mit ihrem "Schallschlucker" den interessantesten Entwurf geliefert, befanden bei einer Präsentation der TU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach sowie der Leiter der Bauabteilung Martin Schwacke. Sie konstruierten ein ausladendes Membrandach, das dem Raum völlig neue atmosphärische und akustische Eigenschaften geben soll.

In dem derzeitigen Raum mit 500 Kubikmeter Volumen hatten die Studierenden Gravierendes bemängelt: Vor der Renovierung des Hauptgebäudes sei der Raum holzvertäfelt und mit dicken Vorhängen und Teppichen ausgestattet gewesen. Ohne diese Elemente habe sich die Akustik nun enorm verschlechtert, die Raumatmosphäre wirke kühl und biete keinerlei Aufenthaltsqualitäten. Das könne die Konzentration der Teilnehmer behindern und gar Erfolg versprechende Ergebnisse im Verhältnis zum Zeitaufwand erschweren.

Schallschlucker als zugeschnittene farbige Filzbahnen in Anlehnung an historische Ausstattung der Räume mit Vorhängen und Stuckdecken von Moritz Alexander Klimburg, Alma Grossen, Rachil Sidiropoulou, Maria Fernanda Jardi Espinosa
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Und die angehenden Architekten und Ingenieure maßen nach: Die aktuelle Nachhallzeit sei gerade bei tiefen und mittleren Frequenzen zu lang, was die Sprachverständlichkeit mindere. Schallabsorbierende Maßnahmen seien also unerlässlich. Dabei kamen sie recht schnell auf Textilien, die ab einer bestimmten Dichte akustisch wirksam sind. Sowohl konstruktiv als auch formal versprach eine mehrschichtige Membrankonstruktion interessante Ergebnisse. Sie besitze akustische und auch licht-modulierende Eigenschaften, die den Raum sowohl akustisch als auch atmosphärisch positiv beeinflussen. Ein zwischengelagertes Luftvolumen soll hochschallabsorbierend im gesamten Frequenzbereich wirken. Durch die unterschiedlichen Höhen der Membrandachkonstruktion wird die Decke quasi abgehängt, der massive Deckenträger verschwindet, Decke sowie teils auch die Wände werden verdeckt. Das kam gut an, ebenso wie zwei weitere Modelle, die für eine weitere Umsetzung Verwendung finden könnten.

Im Wintersemester sollen die Studierenden ihr Projekt nun in Zusammenarbeit mit der TU-Bauabteilung zur Realisierungsreife bringen.

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 5/2013

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