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TU Berlin

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Innenansichten

Viel Platz für Großtechnik

Freitag, 22. Februar 2013

In den vergangenen Jahren wurde die „Wasserbauhalle“ für den Maschinenbau umgebaut – nun sieht sie ihrer Vollendung entgegen

Die Halle enthält Anlagen für Großversuche von sieben TU-Fachgebieten
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Tsunamis werden hier nicht mehr simuliert und auch keine Bootsschleppversuche durchgeführt. Denn in den drei Wasserrinnen der 120 Meter langen ehemaligen „Wasserbauhalle“ der TU Berlin an der Straße des 17. Juni zwischen Architektur- und Mathematikgebäude schwappt heute kein Wasser mehr. „In den letzten sechseinhalb Jahren wurde das Gebäude aufwendig umgebaut und komplett für den Maschinenbau umgenutzt“, erklärt Thomas Köddermann. Als Projektverantwortlicher aus der TU-Bauabteilung betreut er das millionenschwere Umbauprojekt. Seit 2008 sind nacheinander bereits mehrere Fachgebiete mit Prüfständen der Kategorie „Großtechnik“ eingezogen. „Die Halle ist voll unterkellert mit starken Betonwänden und -böden, die ehemaligen Wasserrinnen waren drei Meter tief“, erklärt Köddermann. Einige Anlagen, wie der Versuchsstand für die gezielte Simulation und Untersuchung von Unwuchten, also die asymmetrische Rotation von Großkörpern (Prof. Dr.-Ing. Robert Liebich, Fachgebiet Konstruktion und Produktzuverlässigkeit), sind aus Sicherheitsgründen in einer der ehemaligen Wasserrinnen und damit unter der Erde gelagert. Es wurde ein regelrechter Bunker gebaut, der oben mit Stahlplatten abdeckbar ist. Für andere Anlagen musste die Bauabteilung mehrere Meter hohe Konstruktionen als Berstschutz aus Stahl und Eichenholz bauen. Immerhin ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass große Schrauben und Bolzen wie Geschosse davonfliegen, wenn bei einem laufenden Flugzeugtriebwerk der Verlust einer Schaufel simuliert wird oder riesige Turbinen angeworfen werden. Hier muss Sicherheit geschaffen werden. „Bereits die Planung für solche Baumaßnahmen ist sehr aufwendig“, erklärt Thomas Köddermann. „Die Anforderungen für den geplanten Prüfstand müssen zusammen mit den betroffenen Wissenschaftlern genau analysiert und dann bei der Planung die Gegebenheiten vor Ort sowie die wahrscheinliche zukünftige Entwicklung des Fachgebietes in Betracht gezogen werden.“

Trecker im Stresstest – auf der Hydropulsanlage werden große Landmaschinen durchgerüttelt
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Spektakulär kommt zum Beispiel der riesige grüne Turbotrecker daher, der mitten in der Halle steht. Doch wirklich spektakulär ist die unscheinbar aussehende, aus vier „Stempeln“ bestehende Hydropulsanlage für Landmaschinen, auf der er steht. Die vier Hydraulikstempel stehen auf einem circa 90 Tonnen schweren, gefedert gelagerten Fundament und können unterirdisch unabhängig voneinander angesteuert werden, sodass das darauf stehende Fahrzeug ordentlich durchgerüttelt wird. Auf diese Weise werden verschiedene Geländeprofile simuliert, die so eine Großmaschine in der Landwirtschaft aushalten muss. Der Prüfstand gehört zum Fachgebiet Konstruktion von Maschinensystemen von Prof. Dr.-Ing. Henning Meyer.

Insgesamt wurden nicht nur die riesigen Fassaden- und Dachflächen saniert, die Wasserrinnen umgebaut und ein Brückenkran installiert, der zehn Tonnen schwere Maschinen quer durch die ganze Halle transportieren kann. Es wurden auch Voraussetzungen für fünf verschiedene Fachgebiete geschaffen, die großtechnische Versuche durchführen. Nutzer sind neben den Genannten auch Prof. Dr.-Ing. Dietmar Göhlich (Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik) und Prof. Dr.-Ing. Rudibert King (Mess- und Regelungstechnik), der Platz für einen großen Seitenwindkanal benötigt. Für das Fachgebiet Industrielle Informationstechnik von Prof. Dr.-Ing. Rainer Stark wird demnächst noch ein mehrere Meter langes, drei Meter hohes und ebenso breites sogenanntes „Digital Cube Test Center“ eingebaut, das Anwendungsszenarien aus der Produkt- und Prozessentwicklung simuliert.

Insgesamt sind für die Einzelprojekte im Laufe der Jahre Baukosten von rund sieben Millionen Euro zusammengekommen. Nun harren nur noch 15 Meter Halle, die letzten drei Achsen, einer Sanierung beziehungsweise eines Umbaus. Sie sollten eigentlich abgerissen werden, für das ursprünglich dort geplante Forschungszentrum Maschinenbau/Informatik. Dort wird eine Rohrschweißanlage eingebaut, die von Prof. Dr. Michael Rethmeier genutzt werden wird, der die S-Professur „Sicherheit gefügter Teile“ innehat.

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 2/2013

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