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TU Berlin

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TU Berlin in Ägypten

Eröffnet! Gelungener Start in El Gouna

Montag, 19. November 2012

Feierliche Immatrikulation der ersten 30 Studierenden auf dem neuen TU-Campus am Roten Meer

Nonhlanhla Radebe kommt aus Südafrika und studiert Water Engineering in El Gouna, um die Wasserprobleme in ihrem Heimatland zu lösen
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30 Grad Celsius, Sonne satt und blauer Himmel – so begann das Wintersemester 2012/13 an der TU Berlin. Wer sich jetzt wundert, wundert sich zu Recht. Denn hier ist nicht die Rede vom Campus Charlottenburg, der am 28. Oktober mit minus 3 Grad den ersten Frost abbekam, sondern von der neuen TU-Außenstelle im ägyptischen El Gouna.

Der im nubisch-orientalischen Architekurstil gehaltene Campus erlebte Ende Oktober seine Premiere: Die ersten 30 Studierenden der drei neuen weiterbildenden Master-Studiengänge bekamen ihre Immatrikulationsurkunden. Damit eröffneten TU-Präsident Jörg Steinbach und TU-Alumnus Samih Sawiris nicht nur das erste akademische Semester, sondern den Campus – ein Beispielprojekt der Bildungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Ägypten. Zwischen Palmen und Wüste wurde dort in den zurückliegenden sechs Jahren ein Campus zuerst gedacht und dann gebaut, der seinesgleichen sucht.

Initiator ist Samih Sawiris. Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre studierte er Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin, verbrachte in der Stadt an der Spree seine „wohl schönsten Jahre“ – und holte sich das Rüstzeug für seine Karriere. Zu einem der erfolgreichsten Unternehmer Ägyptens aufgestiegen, verwirklicht er heute mehrere Großprojekte weltweit – so auch in El Gouna. Vor mehr als 20 Jahren kaufte er 40 Millionen Quadratmeter Land direkt am Roten Meer und entwickelte den Wüstenstreifen zu einer florierenden Urlauberstadt. Neben Hotels, Restaurants und Flugplatz gibt es aber auch ein komplett ausgerüstetes Krankenhaus, eine Hotelfachschule, eine internationale High School, eine Krankenschwestern-Pflegeschule sowie eine Zweigstelle der „Bibliotheca Alexandrina“ – und nun den Campus einer deutschen Universität.

Samih Sawiris erklärt seine Motivation: „Mein Wunsch ist es, dass ägyptische Studenten vor Ort die gleiche Qualität der Ausbildung erhalten sollen wie ich in Deutschland, denn der deutsche Ingenieur hat einen sehr guten Ruf weltweit.“ Mit seiner Alma Mater fand er dann eine Kooperationspartnerin für das außergewöhnliche Projekt. Dass hinter der Motivation ein starker Wille steht, zeigt sein Handeln: Samih Sawiris ermöglicht die komplette Finanzierung des Campus – von der Bewirtschaftung des Areals über den Studien- und Forschungsbetrieb.

Damit aus dem Wunsch Realität wird, stehen nun auf 10 000 Quadratmetern zahlreiche Labore mit neuester technischer Ausrüstung, Hörsäle, drei Innenhöfe, eine Mensa und Arbeitsräume für die rund 30 Angestellten. Weit sichtbar überragt ein blauer Turm mit TU-Logo den Campus, der schon jetzt als Orientierungspunkt für den ganzen Ort gilt. Nebenan bezogen die Studierenden ihre Wohnungen.

Doch Gebäude allein genügen nicht. Ohne diplomatisches Geschick, Ausdauer, Engagement und die zahlreichen Personen, die in den zurückliegenden Jahren für das Projekt arbeiteten, hätte die große Eröffnungsfeier nicht stattfinden können. „Der TU-Campus El Gouna richtet sich als unsere Zweigstelle komplett nach der deutschen Hochschulgesetzgebung. Die Studierenden haben sich an der TU Berlin immatrikuliert, die Mitarbeiter besitzen Arbeitsverträge der TU Berlin, die IT-Infrastruktur gleicht der auf unserem Campus in Berlin und die Gebäude wurden vom deutschen TÜV abgenommen. Dazu bedurfte es vieler Vereinbarungen und Verträge. Auf das Projekt sind wir sehr stolz, ebenso auf unsere zahlreichen Kooperationspartner, die es mit ermöglicht haben“, erklärt TU-Präsident Jörg Steinbach.

Samih Sawiris (r.), TU-Alumnus und Stifter des Campus in El Gouna, erhielt für seine Verdienste um das Projekt die Goldene Ehrenmedaille der TU Berlin. TU-Präsident Jörg Steinbach überreicht sie ihm während der Eröffnungszeremonie am 28. Oktober 2012
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Viel Stolz konnte man während der Immatrikulationsfeier auch bei den Studierenden spüren. Sie kommen aus Ägypten, Südafrika, Indien, China und Bangladesch. Insgesamt wurden 20 Stipendien für sie eingeworben. Pro Semester kostet für sie der Studienplatz 5000 Euro. Sie werden sich in den nächsten zwei Jahren mit den besonderen Herausforderungen der Region beschäftigen. Ihre Forschungsfragen in den Studiengängen „Energy Engineering“, „Urban Development“ und „Water Engineering“ liegen quasi vor dem Campus: Wasserversorgung, Energieeinsparung, Recycling und urbane Infratstruktur. So soll es eine systematische Untersuchung der Region geben, um künftig die Meerwasserentsalzungsanlagen zu entlasten, um nur ein Beispiel zu nennen.

Viel Stolz erlebt man aber auch, wenn man durch die Stadt streift: Von der Kellnerin bis zum Touristenführer hört man immer wieder: „Unsere deutsche Universität wurde eröffnet!“ Wenn das kein guter Start am Roten Meer ist.

Stefanie Terp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 11/2012

Auszug aus der Gästeliste

TU-Vizepräsident Hans-Ulrich Heiß, Wirtschaftsstaatssekretär Nicolas Zimmer, Anja Schillhaneck, Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, TU-Präsident Jörg Steinbach, TU-Vizepräsidentin Gabriele Wendorf (v. l.) mit Buddy-Bär im Innenhof des El-Goun
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An der Eröffnung nahmen der deutsche Botschafter in Ägypten, die ägyptische Ministerin für Forschung, der ägyptische Außenminister und der Generalsekretär der Arabischen Liga teil. Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, schickte eine Grußbotschaft: „Dieser Meilenstein macht deutlich, welche verbindende Kraft Bildung und Bildungstransfer über Grenzen hinweg besitzen, und unterstreicht die Internationalität Berlins als Wissenschaftsmetropole. Berlin ist stolz auf dieses ambitionierte Projekt.“

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 11/2012

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