direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Innenansichten

Bauen, Mieten, Umziehen

Freitag, 12. Oktober 2012

Mit der Konzentration von Gebäuden auf dem Campus verfolgt die Universität ihre Standortentwicklungsplanung

Martin Schwacke, Leiter der TU-Bauabteilung, und sein Team planen und koordinieren die vielfältigen Bautätigkeiten
Lupe

Herr Schwacke, neben Baulastern, Baggern und Technikfahrzeugen kreuzen seit Kurzem auch Umzugswagen über den TU-Campus. Wie steht es derzeit mit der Gebäudeentwicklung der TU Berlin?

Die großen Baustellen der letzten Monate stehen in Zusammenhang damit, dass wir zum Jahresende das Gebäude in der Franklinstraße aufgeben müssen. Unter anderem erlaubte der Zustand des Gebäudes keine Vertragsverlängerung. Für diese rund 30 000 Quadratmeter Hauptnutzfläche mussten wir Ersatz schaffen. Wir sind sehr froh, dass Bau und Sanierung der Gebäude, die die Nutzer der Franklinstraße aufnehmen werden, so gut in der Zeit liegen, dass die Umzüge zu einem Teil schon vor Semesterbeginn stattfinden konnten.
 

Ursprünglich war an der Straße des 17. Juni ein Maschinenbau/Informatik-Zentrum geplant. Was ist daraus geworden?

Die Kosten sind hier unangemessen explodiert, sodass wir es nicht realisiert haben. Dieses Gebäude hätte mit rund 6500 Quadratmetern ohnehin nur einen Bruchteil des Bedarfs gedeckt, der durch die Aufgabe des Franklingebäudes entsteht.
 

Das frisch sanierte Haus in der Fraunhoferstraße (Fassade und Eingangsfoyer, li. und oben) und das Treppenhaus des Gebäudes Hardenbergstraße
Lupe

Wie werden die fehlenden Flächen ersetzt?

Drei Gebäude wurden angemietet und ein eigenes Gebäude auf dem Ostgelände wird für die Biochemie saniert. Da ist zunächst das Gebäude in der Hardenbergstraße (HBS), das ehemalige IHK-Gebäude mit ca. 3500 Quadratmetern Hauptnutzfläche. Um Doppelmietzahlungen zu vermeiden, wurde es stufenweise bezogen. Der Umzug ist nun abgeschlossen. Das zweite Gebäude, das jetzt fertig wird, ist das FH-Gebäude, benannt nach der Fraunhoferstraße, an der es liegt, das wir für zwölf Jahre gemietet haben. Die Eigentümer haben es entkernt und inklusive einer neuen Fassade komplett saniert. Es besitzt nun die Qualität eines Neubaus. Das Gebäude wurde eher fertig als geplant. Die Übergabe fand bereits Anfang September statt. So konnten wir einen halben Monat früher mit der Datenverkabelung durch tubIT und den Umzügen beginnen, sodass die Nutzer in den Etagen sieben bis zehn bereits Mitte September arbeitsfähig untergebracht waren. In den drei unteren Ebenen befinden sich Hoch- und Tiefgaragen, die nicht zu uns gehören. In der dritten Etage folgt eine Seminarraum-Ebene, die Etagen vier bis zehn werden büroartig von verschiedenen Fachgebieten und Verwaltungseinheiten genutzt. Hier ziehen zum Beispiel die Verfahrenstechnik, die Arbeitspsychologie, die Soziologie, das Berliner Zentrum für Hochschullehre, aber auch die gesamte Forschungsabteilung ein. Wir sind froh über die Entscheidung des Vermieters, das FH-Gebäude nicht durch einen Neubau mit hochwertigen Büroflächen zu ersetzen, sondern dieses für die TU Berlin zu sanieren. Architektonisch ist das Gebäude ein Gewinn für den Ernst-Reuter-Platz. Da hat das Architekturbüro „platena + jagusch architekten“ sehr gute Arbeit geleistet.


Das dritte Mietgebäude ist das MAR-Gebäude, Marchstraße …


Ja, mit 13 500 Quadratmetern das größte der drei Mietobjekte ist der Neubau eines privaten Investors. Das Haus haben wir als erste Nutzer für zirka 20 Jahre gemietet. Auch beim MAR-Gebäude stehen wir kurz vor der Übergabe, die zum 16. November geplant ist (Anm. der Red.: siehe auch Artikel auf S. 12 dieser Ausgabe). Bis zum 16. Dezember sollen dann die Umzüge stattfinden. Durch die frühere Fertigstellung des FH-Gebäudes müssen die beiden großen Umzüge nicht parallel stattfinden. Durch den möglichen Erwerb nach 20 Jahren zum Verkehrswert betrachten wir dieses Gebäude auch etwas anders als die reinen Mietgebäude HBS und FH. Im Untergeschoss gibt es Werkstätten, Praktika-Räume, auch eine Lehrküche. Darüber liegt eine Seminarraum-Ebene, auch ausgestattet mit breiten Verkehrs- und Aufenthaltsflächen mit entsprechender IT-Ausrüstung. In den weiteren Geschossen befinden sich Büroräume und einige weitere Seminarräume. In dem Gebäude wird das Studentenwerk eine kleine Mensa betreiben. Weiter werden das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, Fachgebiete der Fakultäten IV Elektrotechnik und Informatik und V Verkehrs- und Maschinensysteme sowie viele andere das Gebäude beziehen. Labore kommen für ein auf Zeit gemietetes Gebäude nicht infrage, da wir dann bei der Aufgabe den Rückbau in ein Bürogebäude finanzieren müssten. Als viertes Ersatzgebäude wurde deshalb das Gebäude L, Müller-Breslau-Straße, ausgewählt. Hier ziehen bis zum Jahresende die biochemischen Fachgebiete aus der Franklinstraße ein. Das Gebäude bleibt nach der städtebaulichen Zielplanung des Areals als Zeitzeugnis der unmittelbaren Nachkriegszeit als einziges dauerhaft dort erhalten.


Gibt es auch schon Planungen für die Zukunft?

Langfristig sollen auch die beiden genannten neuen Mietflächen HBS und FH durch die Nutzung landeseigener Liegenschaften ersetzt werden. 2011 wurde deshalb für das sogenannte Ostgelände zwischen S-Bahn, Müller-Breslau-Straße und Busbahnhof ein Wettbewerb durchgeführt, mit dem für entsprechende Neubauten auf dem Areal, die die bestehenden Institutsbauten sukzessive ersetzen sollen, Planungssicherheit geschaffen wurde. Wir planen dort einen Ersatzneubau für die Mathematik. Nach der Fertigstellung soll das alte Mathematikgebäude saniert werden. Die Nutzer der beiden von FH und HBS sowie weitere Fachgebiete aus den Außenstandorten könnten dort nach Ablauf des Mietvertrages einziehen. Die TU Berlin ist im Moment leider nicht mit Bauprojekten in der Planung des Landes vertreten. Landesbaumaßnahmen, die ab einer Größe von derzeit vier Millionen Euro grundsätzlich vom Land Berlin finanziert werden, sind aber notwendig, um den ständig steigenden Sanierungsstau an der TU Berlin einzudämmen und die Ziele der Standortentwicklungsplanung erreichen zu können. Derzeit arbeiten wir erneut an den Anmeldungen, darunter sind auch der Ersatzneubau der Mathematik und die anschließende Sanierung des heutigen Mathematikgebäudes.


Das Gespräch führte Patricia Pätzold

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2012

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.