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TU Berlin

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Innenansichten

Meinungen aus der Universität

Freitag, 13. Juli 2012

„TUB U+topia 2022“

Und sie bewegt sich doch: In den vergangenen zehn Jahren wurden enorme Fortschritte erzielt, was die Zufriedenheit, Schaffensfreude und Kollegialität unserer Hochschullehrerinnen und -lehrer betrifft, so das Ergebnis der extern vergebenen Evaluierung „How is it going, Prof?“. Aus der alten Technischen Universität Berlin hat sich ein Campus der kollegialen Schaffensfreude entwickelt. Viele Schritte trugen dazu in einem Bottom-up-Erneuerungsprozess bei. Ein Coup war zum Beispiel mit den neuen Wissenschaftsfreiheits-Formaten „Wild Card“, „Per Handschlag“ und „Job-Tausch“ gelungen. Auch die Jahresgespräche unserer Kolleginnen und Kollegen mit Präsidium und Dekanen kommen bestens an; selbst die in der Hochschullandschaft lange Zeit verschwiegene Workaholic-Problematik konnte sensibel aufgegriffen werden. Familienfreundliche Universität schließt nun auch unser Kollegium selbst mit ein. Nicht zuletzt trat dieses offene, sachlich streitbare, engagierte Kollegium selbst den Beweis an, dass nichts so sehr der Vergangenheit angehört wie das seinerzeitige Strippenziehen in Gremien und Fraktionen.

Zugegeben, noch nicht ganz erreicht wurde die Zielvorgabe, pro Jahr zehn Prozent des Verwaltungsdschungels abzubauen; es sieht aber so aus, als ob demnächst auch die TUB-“Rundschreiben“ ganz eingestellt werden können. Die LINF-Parameter wurden auf drei Kernparameter zusammengestrichen. Doch viel bleibt noch zu tun, zum Beispiel brauchen die Hochschullehrerinnen und -lehrer immer noch zu lange, um die neuen 24-Stunden-Einstellungsvorgänge studentischer Mitarbeiterinnen zu unterschreiben. Der vollständige Zusammenbruch der überbordenden Bologna-Bürokratie setzte nie da gewesene Kreativität in Lehre und Studium frei: sei es im Zuge des digital unterstützten weit engeren Kontakts zwischen Studierenden und Lehrenden, seien es etwa die „Lichthof-Toga“-Lectures, ein absoluter Höhepunkt der akademischen Woche im Sommersemester 2022. Welcome back, Humboldt!

Sie merken es schon, Sie sind einer Fata Morgana aufgesessen – doch zurück ins Hier und Heute! Die TU Berlin denkt, spricht und schreibt derzeit so einiges darüber, wie sie im Jahr 2020 als Lehr- und Forschungsinstitution dastehen möchte. Es werden Strategien gehämmert, Pläne geschmiedet, Kommissionen gebildet, sattsam Spar-modelle gebastelt, Corporate-Identity-Waben gezeichnet und nur Wochen später fröhlich in Ovale einer wieder anderen Identität verwandelt, es werden geheime Strategiepapiere veröffentlicht, andere vorschnell verabschiedet, und die Frage nach dem Sinn des Ganzen ist zwischenzeitlich womöglich in Vergessenheit geraten? Über all dem ist es inzwischen Sommer geworden und es wird Zeit, dass wir uns über ein paar Aspekte des universitären Lebens Gedanken machen, die so nicht in Gremien diskutiert werden, die aber, so wissen wir seit Langem aus der Organisationsforschung, einen entscheidenden Beitrag zur Realisierbarkeit einer Vision leisten: die Motivation und das Klima an der TU Berlin. Dabei braucht ab und zu auch die zahlenmäßige Randgruppe der Professorinnen und Professoren Aufmerksamkeit und Pflege sowie Raum für kollegialen Austausch, sei es uns also ausnahmsweise einmal erlaubt, auch darüber zu sprechen.

In Zeiten der Spar-Mantras, der Veränderungen in wissenschaftlichem Leben und Kultur, werden Gespräche, Kontakte für das Vorankommen unserer Alma Mater noch wichtiger als individualisierte Gespräche mit der universitären Spitze. So haben in „Physics and Society“ (2010) Autoren in einer Studie zu universitären Kommunikationsstrukturen herausgefunden, dass „individuals far apart in the organization interact little with each other and receive a disproportionate number of messages from higher levels in the administrative hierarchy“. Sie finden diese Ergebnisse wenig ermutigend? Wir auch. Wenn die kleine Vision eingangs Sie jedoch angesprochen hat, wenn Sie an der Verbesserung des kollegialen Austauschs an der TU Berlin interessiert sind, um Forschung und Lehre Erfolg versprechend betreiben und stets neu erfinden zu können – dann besuchen Sie uns auf unserer Website und bleiben Sie gleich dort, diskutieren Sie mit und nehmen Sie eine unserer nächsten Einladungen an, wenn Sie die Gegenwart und Zukunft kollegial mitgestalten möchten!

Prof. Dr. Johann Köppel
Prof. Dr. Angela Ittel
Prof. Dr. Ulrike Woggon
Prof. Dr. Oliver Brock


www.tu-plus.org

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2012

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