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TU Berlin

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Innenansichten

Weit mehr als nur korrektes Zitieren

Freitag, 11. Mai 2012

In Kursen zur guten wissenschaftlichen Praxis kann offen diskutiert werden

Grundprinzip des wissenschaftlichen Arbeitens ist die „Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen. Sie ist zugleich ethische Norm und Grundlage der von Disziplin zu Disziplin verschiedenen Regeln wissenschaftlicher Professionalität, das heißt, guter wissenschaftlicher Praxis“ – dieses Zitat findet sich sowohl in den entsprechenden Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG als auch in den Richtlinien der TU Berlin zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der Universität. Die anhaltenden Diskussionen um Plagiate in Doktorarbeiten zeigen zwar, dass es auch um die Ehrlichkeit als Grundprinzip in manchen Fällen nicht gut bestellt ist, aber hier greifen immer öfter die Regeln zur Ahndung wissenschaftlichen Fehlverhaltens bis hin zum letzten Mittel: dem Entzug von Titeln. Zugleich sind diese prominent verhandelten Fälle aber nicht das ausschließliche Problem, denn gute wissenschaftliche Praxis ist weit mehr als nur korrektes Zitieren.

In einem Wissenschaftsbetrieb, der immer stärker auf Arbeitsgruppen und Verbundprojekte setzt, große Mengen von Forschungsdaten generiert und auswertet und einen ständigen Wettbewerb um knappe Ressourcen austrägt, entsteht Fehlverhalten sehr viel öfter durch einen Mangel an Wissen und Bewusstsein als durch geplanten Betrug.

Prävention muss hier ansetzen – durch die Reflexion der Regeln und Traditionen der Disziplin sowie die Kenntnisse der Rahmenbedingungen, über die gerade – aber keinesfalls nur – bei Promovierenden Unklarheit und Unsicherheit herrschen. Die Kurse der TU Berlin zur guten wissenschaftlichen Praxis bieten diese Möglichkeit: Hier kann unter Peers und über Disziplinen hinweg offen über diese Probleme diskutiert werden.

Die Basis dieser Kurse ist ein für die DFG erarbeitetes Mustercurriculum, das sowohl Spezifika von Disziplinen als auch übergreifende Aspekte umfasst: Fragen der Betreuung, konkurrierende Interessen, die Handhabung und Lösung von Konflikten, die Genese von und der Umgang mit Daten und Veröffentlichungen und die grundlegende Frage „Was ist Fehlverhalten?“.

Das TU-Nachwuchsbüro „TU-DOC“ bot im Wintersemester zusammen mit der Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation (ZEWK) zwei Blockseminare zu dem Thema an, erstmals auch in Englisch; Letzteres vor allem für Doktorandinnen und Doktoranden aus den Graduiertenkollegs und -programmen. Es zeigte sich klar, dass es unter Promovierenden großen Bedarf an einem Angebot zu dem Thema gibt.

Bei der Frage von Fehlverhalten gibt es Grauzonen von fragwürdiger wissenschaftlicher Praxis bis hin zu schweren Verstößen wie Plagiaten, das zeigte sich in den Diskussionen. Notwendig seien vor allem der wiederholte kritische Blick auf die eigene Arbeit sowie Transparenz in Forschung und Kommunikation.

So sollen die Kurse einen Beitrag zu dem selbst gesteckten Ziel der TU Berlin leisten, die Beachtung dieser Regeln zu einem „fundamentalen Bestandteil der Zusammenarbeit aller am Wissenschaftsprozess beteiligten Personen“ zu machen und zugleich Unsicherheiten im Umgang mit dem Thema in Forschung und Lehre zu beseitigen.

Die nächsten Kurse zum Thema „Gute wissenschaftliche Praxis“ finden im Wintersemester 2012/13 statt. Termine werden auf den Seiten von TU-DOC und ZEWK angekündigt.

www.tu-berlin.de/?id=4511 (Richtlinien)
www.tu-berlin.de/?id=44642 (Wissenschaftliche Weiterbildung)
www.tu-berlin.de/tu-doc/ (Nachwuchsbüro)
www.ombudsman-fuer-die-wissenschaft.de/curriculum.html (Mustercurriculum)

Bertram Welker, TU-DOC / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 5/2012

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