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TU Berlin

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Ehrung 2011

Engagiert und ausgezeichnet

Freitag, 17. Februar 2012

Christiane Abu-Hani, Kristina Ludwig, Dipl.-Ing. Joachim Kraatz und Karin Mankiewicz: Aus insgesamt 52 Vorschlägen wählte die Jury sie im Dezember 2011 für den Preis „Engagiert für die TU Berlin – Ehrung 2011“ aus, den der Präsident der TU Berlin, Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, erstmals ausgeschrieben hatte, um besonders einsatzbereite Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Verwaltung, aus Werkstätten und Laboren zu ehren. Auf dem Neujahrsempfang übergab er ihnen die Urkunden und dankte ihnen für ihren Einsatz. Auf dieser Seite stellen wir die Ausgezeichneten vor.

Christiane Abu-Hani

ausgezeichnet: Christiane Abu-Hani, Kristina Ludwig, Dipl.-Ing. Joachim Kraatz und Karin Mankiewicz (v. l.)
Lupe

Von Natur aus freundlich

Die Tür zu Christiane Abu-Hanis Büro steht offen. Die 60-jährige Verwaltungsangestellte sitzt an ihrem Schreibtisch und bringt nur zögerlich Argumente hervor, warum ihre Mitarbeiter ausgerechnet sie als „gute Seele“ im Institut für Chemie vorgeschlagen haben könnten: „Vielleicht, weil ich hilfsbereit bin? Vielleicht, weil ich freundlich bin?“ Für Institutsfremde reichen fünf Minuten in ihrem Büro aus, um zu erkennen, warum die hochgewachsene Frau mit den kupferfarbenen Haaren vom Präsidenten der TU Berlin für ihr Engagement geehrt wurde: Unablässig tauchen im Türrahmen Personen auf, die etwas auf dem Herzen haben. Der Erste sucht eine bestimmte Zeitschrift, der Zweite benötigt einen Kalender, der Dritte möchte einen Bestellschein ausfüllen. Christiane Abu-Hani unterbricht ihre Tätigkeit, hilft und – bleibt freundlich. „Es ist ja immer ganz schön, wenn man auf eine freundliche Person trifft und nicht gleich abgewiesen wird“, sagt Christiane Abu-Hani mit ihrer ruhigen Stimme und trinkt einen Schluck Kräutertee Vital, den sie auch Besuchern anbietet.

Dass sie für die Ehrung vorgeschlagen worden war, wusste sie nicht. Der Preis scheint Christiane Abu-Hani fast ein bisschen unangenehm zu sein, schließlich gäbe es ja auch noch andere Kollegen, die ihn verdient hätten. „Ich habe mich trotzdem sehr darüber gefreut. Es ist schön, dass meine Arbeit anerkannt wird.“

An der TU Berlin ist sie seit 1989. Zuerst war sie als Verwaltungsangestellte am Institut für Bergbauwissenschaften und Geowissenschaften beschäftigt. Seit 13 Jahren arbeitet sie nun im Institut für Chemie, aktuell in den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Regine von Klitzing und Prof. Dr. Michael Gradzielski. Damit ist sie gemeinsam mit ihrer Kollegin für etwa 70 Personen zuständig – vom Professor über die chemisch-technischen Assistentinnen und Assistenten, die wissenschaftlichen Beschäftigten bis hin zur studentischen Hilfskraft. Sie bestellt Chemikalien, setzt Verträge auf, bearbeitet Drittmittelanträge und vermittelt Prüfungstermine. „Ich mache alles“, sagt Christiane Abu-Hani, die sich an ihrem Institut wohlfühlt. „Es macht Spaß, mit den Kollegen zu arbeiten. Es gefällt mir auch, dass wir so international sind. Es gibt so viele Nationalitäten hier: Inder, Türken oder Chinesen zum Beispiel.“ Besonders die Weihnachtsfeiern mag sie, wenn sich die WMs – so nennt sie die wissenschaftlichen Mitarbeiter – mit Hilfe von Kissen in Weihnachtsmänner verwandeln.

Die Arbeitsbelastung habe in den letzten Jahren zugenommen, so Christiane Abu-Hani. Es gäbe mehr Projekte, man müsse flexibel sein, die Tage seien lang. „Es wäre schon schön, wenn man mehr Zeit für sich hätte und etwas selbstbestimmter sein könnte – nicht so fremdgesteuert“, sagt Christiane Abu-Hani, an deren Bürowände Fotos gepinnt sind. Auf einem schwirren Fregattvögel aus dem Costa-Rica-Urlaub durchs Bild, auf einem anderen hüpft ein Mönch mit orangefarbenem Gewand durch die Tempelanlagen von Angkor Wat in Kambodscha. Wenn Christiane Abu-Hani pensioniert ist, möchte sie gerne häufiger reisen. Aber bis dahin ist sie noch für ihr Institut da. Mit 100 Prozent – und ganz sicher immer freundlich.

Susanne Hörr / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 2/2012

Kristina Ludwig

Keine Angst vor Herausforderungen

Wenn Kristina Ludwig heutzutage an ihrem Computer sitzt, kann sie den Blick auch einmal nach draußen schweifen lassen. Dann schaut sie aus ihrem Büro im Physikgebäude auf den Campus der Universität, sieht das Grün der Bäume, Wolken, blauen Himmel. Anfang der 1980er-Jahre war das noch anders. Wenn sie damals am Computer arbeiten musste, ging es „ab in die Dunkelkammer“. Der erste Computer am Institut für Theoretische Physik war so riesig, dass er nur in jenem Raum Platz fand, der keine Fenster hatte.

Vor 40 Jahren begann Kristina Ludwigs Laufbahn als Fremdsprachensekretärin für Englisch und Französisch am Lehrstuhl für Theoretische Physik der TU Berlin. Ihr wichtigstes Arbeitsmittel neben dem Telefon war damals die Schreibmaschine. Auf ihr tippte sie für ihren ersten Chef, Professor Albert Haug, Übungsblätter und seine in Englisch verfassten wissenschaftlichen Arbeiten. Diagramme und Formeln wurden von ihr per Hand eingefügt. Längst hat diese Arbeit der Computer übernommen.

Kristina Ludwig hat nicht nur den Beginn des Computer-Zeitalters in der Verwaltung erlebt, sondern auch die grundlegende Veränderung ihres Berufes, in dem Aufgaben immer anspruchsvoller wurden. „Als ich 1972 anfing, gehörte es zu meinem Job, die Bibliothek und die Haushaltsmittel zu verwalten, Personalangelegenheiten zu bearbeiten, wissenschaftliche Drittmittelbeschäftigte zu betreuen und eine enge Verbindung zur Hochschulverwaltung zu pflegen“, erinnert sich Kristina Ludwig, die über 22 Jahre auch Sekretärin für die geschäftsführenden Direktoren des Instituts für Theoretische Physik war. Im Laufe der Zeit und mit neuen Vorgesetzten kamen zu diesen Sekretariats- und Verwaltungsarbeiten immer komplexer werdende Aufgaben hinzu wie die Planung und Mitarbeit bei Workshops und internationalen Kongressen sowie die Verwaltung der Reise- und Gastdozentenmittel des Sonderforschungsbereiches „Anisotrope Fluide“, des größten Sfb, den es damals an der TU Berlin gab. „Und nun muss die Finanzabwicklung der millionenschweren Forschungsprojekte von Professor Andreas Knorr bewerkstelligt werden“, erzählt Kristina Ludwig. Keine Frage – ihre Chefs, vier Professoren in vier Jahrzehnten, haben ihr etwas abverlangt, und sie hat diese Herausforderungen, sich in neue Aufgaben einzuarbeiten, immer gern angenommen.

Ein Berufsleben lang an ein und demselben Arbeitsplatz – wie ist das möglich? „Mit Vorgesetzten, die deine Arbeit schätzen, und einer von gutem Stil geprägten Atmosphäre“, sagt sie. Unter „gutem Stil“ – da muss sie nicht lange überlegen – versteht die 59-Jährige gegenseitige Achtung und Akzeptanz. Auch deshalb hat sie sich über den Preis so gefreut, für dessen Vergabe an sie sich Professoren, auch die emeritierten, Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende eingesetzt haben. Sie kann sicher sein, dass das, was sie ihr bescheinigen – außerordentliches Engagement über die alltäglichen Aufgaben hinaus und eine starke Identifikation mit dem Institut –, keine leeren Worte sind.

Sybille Nitsche / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 2/2012

Joachim Kraatz

Der technische „Troubleshooter“

Läuft ein spannendes Back-up, dann komme ich schon auch mal am
Sonnabend vorbei und kontrolliere, ob alles okay ist“, sagt Joachim Kraatz. Der 56-Jährige freut sich über seine jüngste Auszeichnung – Engagement ist für ihn etwas Existenzielles, beruflich wie privat. „Ich mag es einfach, Probleme zu lösen und da zu sein, wenn etwas brenzlig wird“, sagt er. Außerdem käme von denjenigen, denen er mit seinen Ideen und Tipps hilfreich zur Seite steht, auch jede Menge zurück.

1955 in der Südpfalz geboren, bastelte Kraatz schon im Alter von acht Jahren sein erstes Radio. „Damit konnte man sogar einen Stuttgarter Sender empfangen“, erzählt er. Der Vater „hatte es mehr mit Autos“, für die elektrischen Reparaturen im Haus war der Junior zuständig. Keine Frage, welchen Beruf der junge Mann ergriff: Er ließ sich zum Starkstromelektriker ausbilden. „Wegen der besseren Bildungschancen bin ich dann 1978 nach Berlin gegangen“, berichtet er. In der Abendschule erwarb er den höheren Schulabschluss und nahm 1980 ein Fachhochschulstudium „Elektronik“ auf. Eine Weiterbildung in Unix und Netzwerktechnik habe er auch noch absolviert – ach ja, 2010 machte er seinen Ausbilderschein bei der IHK. „Ich empfand das als Herausforderung, ob ich das in meinem Alter noch packe“, nennt Joachim Kraatz einen Grund. Außerdem habe er ja auch Verantwortung für die jungen Menschen, die während ihrer Ausbildung seine Abteilung passieren.

Seit 13 Jahren arbeitet Joachim Kraatz am Fachgebiet Mess- und Regeltechnik der TU Berlin und ist dort als technischer Angestellter für alles zuständig, was mit Elektronik und Computern zu tun hat. „Die Kollegen kommen mit einem bestimmten technischen Problem zu mir und ich überlege mir dann eine Lösung dafür“, umreißt er seine Tätigkeit. Und das tut er inzwischen über die Grenzen seines Fachgebietes hinaus. So entwickelte Joachim Kraatz zum Beispiel eine Kamerasteuerung für Verfahrenstechniker in der Ackerstraße, die für ein Projekt ein Blitzgerät mit dem Verschluss einer Hochgeschwindigkeitskamera synchronisieren mussten. Oder er erdachte eine Steuerung, die die Klappen eines Windkanals in definierten Abständen schließt, inklusive Programm dazu.

Außerdem ist er für sämtliche Computer des Fachgebietes zuständig, kümmert sich um den Einkauf, die Wartung, Software-Installation und berät die Mitarbeiter im Umgang mit neuen Produkten. „Früher habe ich auch zu Hause viel am Computer gesessen – heute sortiere ich höchstens mal meine MP3-Sammlung“, erzählt er. Seinen Ausgleich zum Beruf findet er heute mehr im Garten seines Hauses oder bei Ausflügen in die Berliner Kulturlandschaft.
Seine Arbeit liebt Joachim Kraatz. Weil er viele Erfolgserlebnisse hat. Weil er jeden Tag mit neuen spannenden Herausforderungen rechnen kann und weil seine technischen Innovationen auch wirklich angewendet werden. „Früher habe ich auch in der Industrie gearbeitet“, berichtet er. Dort gab es drei sinnfreie Meetings pro Tag und ab und an Gedanken an das heute so oft beschworene „Burn-out“. Als technischer „Troubleshooter“ an der TU hat er mit seinem Beruf zum Glück auch so etwas wie eine Berufung gefunden.

Andrea Puppe / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 2/2012

Karin Mankiewicz

Immer im Einsatz

Wenn Karin Mankiewicz durch das Hauptgebäude der TU Berlin geht, braucht sie dafür sehr lange. Denn dort arbeiten heute viele, die sie schon als Ausbildungsleiterin betreut hat. Karin Mankiewicz ist ein alter Hase auf ihrem Gebiet. Das erkennt man auch, bevor man zu ihr ins Zimmer tritt: Über dem Türschild klemmt ein altes Foto aus der Zeit, als sie gerade als Sachberaterin im Servicebereich Ausbildung angefangen hatte. Das war am 25. September 1989. Daran erinnert sich die 63-Jährige genau, die zum Neujahrsempfang mit dem Preis des Präsidenten „Engagiert für die TU Berlin“ geehrt wurde.
Heute ist Karin Mankiewicz Ausbildungsleiterin für Verwaltungsberufe, hat die Büroleitung für den Servicebereich übernommen und unterstützt zudem den stellvertretenden Ausbildungsleiter, der für etwa 17 verschiedene Berufe zuständig ist. „Ich habe als Mutterschutzvertretung angefangen, nicht ahnend, was sich daraus entwickeln würde“, sagt Karin Mankiewicz, die hinter einem Stapel von Ausbildungsnachweisen sitzt. Es ist 17 Uhr. Das Gebäude ist ausgestorben, ihre Kollegen sind schon nach Hause gegangen. An der Pinnwand hängt ein Zettel: „Bitte nicht hetzen. Ich bin hier auf der Arbeit und nicht auf der Flucht.“ Die Dame mit den freundlichen blauen Augen sieht sich als Dienstleisterin – für ihre Azubis, für die nebenamtlichen Ausbilder und die Lehrer. Sie nimmt sich Zeit. „Jeder weiß, dass er immer zu mir kommen kann – egal, was ist. Immer und zu jeder Zeit“, sagt Karin Mankiewicz und fügt hinzu, dass sie das in dieser Form nur wegen ihres Mannes könne, der großes Verständnis habe und sie unterstütze.
Die Arbeit macht ihr vor allem wegen der jungen Menschen Spaß. Sie plant und organisiert nicht nur deren Ausbildung, sondern ist gleichzeitig erste Anlaufstelle der Azubis, wenn es mal nicht so glatt läuft: Liebeskummer, zu weiter Anfahrtsweg, Probleme mit dem Ausbilder – die Gründe für sich verschlechternde Noten sind mannigfaltig. Karin Mankiewicz versucht zu helfen, wo sie kann, und schaltet bei Problemen, die sie nicht lösen kann, auch mal die Sozialarbeiterin ein.

„Es ist eine sehr befriedigende Sache, wenn man weiß, dass man die Auszubildenden dazu befähigt, die ersten Schritte ins eigene Leben zu tun“, so Mankiewicz. Sie bleibe gedanklich fit, da sie durch das ständige Hinterfragen und Diskutieren mit den Azubis tagtäglich gefordert sei. An den Wänden ihres Büros kann man ablesen, dass im Laufe der Zeit viele Diskussionspartner gekommen und gegangen sind. Dort hängen Fotos, Abschiedsgrüße und eine Collage, von der junge Menschen ins Zimmer lächeln.

Die Arbeit sei stressiger geworden, erzählt Karin Mankiewicz, zumindest empfinde sie das so. Auch die jungen Leute seien heute mit mehr Informationen überfrachtet, was ihnen die Zeit raube, mehr in die Tiefe zu gehen: „Es plätschert alles eher an der Oberfläche. Das Füllhorn ist heute viel größer, das über den Azubis ausgeschüttet wird.“

Viertel nach sechs. Karin Mankiewicz muss noch eine Klausur vorbereiten und den Ordner mit den Nachweisen korrigieren.

Susanne Hörr / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 2/2012

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