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TU Berlin

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Innenansichten

Ort für Grenzgänger und Querdenker

Freitag, 17. Juni 2011

Wie TU Berlin und UdK Berlin mit einer Hybridplattform zukunftsträchtig zusammenarbeiten wollen

Lupe

Dass das Auto schön ist, Stil und Lebensart verkörpert, liegt in den Händen des Designers. Dass es fährt, und womöglich umweltfreundlich, verantwortet der Ingenieur. Dito bei Handy und Espressomaschine. Doch sie arbeiten noch zu oft nicht miteinander, sondern nacheinander, manchmal auch gegeneinander. Wenn es nach der TU Berlin und der Universität der Künste Berlin geht, soll das nun auf dem Campus Charlottenburg anders werden. Von Beginn des Produktionsprozesses an sollen beide Seiten künftig von ihren unterschiedlichen methodischen Herangehensweisen profitieren: wissenschaftlich, systematisch, wiederholbar bei der Ingenieurin, explorativ, ästhetisch und projektorientiert beim Designer. Das ist die Idee, die hinter dem Projekt "Hybridplattform TU Berlin - UdK Berlin" steckt. Sie ist eines der innovativen gemeinsamen Handlungsfelder der von beiden Universitäten im Januar 2011 gegründeten "Arbeitsgemeinschaft Campus Charlottenburg".

"Menschen zu ermöglichen, ihre Lieblingsmelodie als Kleidungsstück zu materialisieren, ist eine gelungene Gründungsidee von fantasievollen Designern, die mit generativem Design und automatisierten Fertigungsprozessen experimentieren und entwerfen. Um daraus eine eigene Unternehmung entstehen zu lassen, sind aber auch noch innovative Informatiker nötig, die die Strickmaschinen programmieren können", sagt Prof. Dr. Christoph Gengnagel, Vizepräsident der Universität der Künste Berlin (UdK Berlin), der die Hybridplattform mitverantwortet. "Bisher kommen solche hoffnungsvollen jungen Talente zufällig zusammen, meist, weil sie sich privat kennen oder durch temporäre Projekte. In dieser Kombination steckt jedoch so viel Potenzial, dass wir dessen Nutzung künftig nicht mehr dem Zufall überlassen wollen. Die guten Ideen von beiden Seiten sollen gezielt zueinanderkommen." Berlin habe die Kreativen, die Partner, die Möglichkeiten und damit eine ganz besondere Stärke, die es zu animieren gelte.

Auch der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf, der mit einer Förderzusage über 514 000 Euro Ende März den Startschuss für die dreijährige Pilotphase des Projekts gab, setzt große Erwartungen in diese Kooperation zwischen künstlerisch-gestalterischen und technologisch-wissenschaftlichen Disziplinen sowie den beteiligten Unternehmen: "Interdisziplinarität und Kreativität sind heute mehr denn je die Voraussetzungen für Innovation in Wirtschaft und Gesellschaft. Mit der Hybrid-Projektplattform wird Berlin erneut seine Attraktivität als ,Kreativ- Metropole‘ unter Beweis stellen und an überregionaler und internationaler Ausstrahlung gewinnen." Die Hybridplattform TU Berlin - UdK Berlin soll vor allem auch das Potenzial der Universitäten für die kleinen und mittleren Unternehmen im Umfeld sichtbar machen.

"Mit dem Geld aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung können wir zunächst das Personal für Infrastruktur und Aufbau der Plattform finanzieren", sagt Barbara Stark, Leiterin der TU-Forschungsabteilung, die auf TU-Seite für die Projektleitung zuständig ist. "Doch wir versuchen, auch zusätzliche Drittmittel zu akquirieren, nach Möglichkeit auch von interessierten Unternehmen, die in die Plattform mit einsteigen wollen."

Ein gutes Dutzend Professorinnen und Professoren hat sich bereits zu einem Initiatorenkreis zusammengefunden. Sie wollen als Multiplikatoren für die Zusammenarbeit werben und erste konkrete Projekte umsetzen. "Außerdem", so Barbara Stark, "gehen wir davon aus, dass die Idee der Plattform für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler attraktiv ist, die von wissenschaftlichem Neuland angezogen werden und ihre eigene Forschung auf der Plattform voranbringen wollen."

Aber auch Studierende sollen motiviert werden, an der Plattform teilzuhaben. Hierfür sind experimentelle Studienprojekte geplant, die von beiden Universitäten als "freies Modul" anerkannt werden sollen, sowie ein gemeinsamer Studiengang und ein Graduiertenkolleg für Ingenieure und Gestalter, für die sich beide Präsidenten, Jörg Steinbach für die TU Berlin und Martin Rennert für die UdK Berlin, ausgesprochen haben. Themengebiete wären visuelle Kommunikation, Maschinenbau, Designforschung, Produkt- und Prozessgestaltung, Elektrotechnik, Informatik, Architektur und Bauingenieurwesen. "Wir sind überzeugt", so Barbara Stark, "dass die Studierenden und Graduierten sehr interessiert daran sind, in interdisziplinären Zusammenhängen zu lernen und zu arbeiten. Dieser Perspektivwechsel wird für sie ein gutes Training für künftige berufliche Aufgaben sein. Denn die Lebens- und Arbeitsweisen unserer Gesellschaft verändern sich durch die sich rasant entwickelnden Informations- und Kommunikationstechnologien radikal. Dies muss sich auch in der Ausbildung der Studierenden widerspiegeln. Die Plattform will der Ort beider Universitäten sein, wo Grenzgänger und Querdenker Raum für diesen Perspektivwechsel finden."

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 6/2011

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