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TU Berlin

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20 Jahre Frauenbeauftragte

"Frauen und Technik passen nie zusammen"

Donnerstag, 17. Februar 2011

Wie nebenberufliche Frauenbeauftragte gegen Vorurteile und für Gleichstellung kämpfen

Neben der zentralen Frauenbeauftragten, Dr. Andrea Blumtritt, und ihren Vertreterinnen Susanne Plaumann und Bärbel Zeise kümmern sich universitätsweit noch 29 weitere Frauen nebenberuflich um die Belange ihrer Geschlechtsgenossinnen an der TU Berlin. Sie sitzen in Berufungskommissionen, begleiten Veranstaltungen, beraten bei Konflikten am Arbeitsplatz und bei der Koordination von Familie und Beruf, sie arbeiten bei der Erstellung der Frauenförderpläne mit, konzeptionieren Projekte zur Gewinnung von Frauen für die technischen und naturwissenschaftlichen Berufe, knüpfen Netzwerke für die Frauen und arbeiten in allen wichtigen Gremien mit – und das oft über Jahre und ohne Rücksicht auf Feierabend und Wochenende. TU intern hat einige von ihnen nach weiteren wichtigen Inhalten ihrer Arbeit gefragt.

Gisela Schäfer-Omari - Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme

Gisela Schäfer-Omari
Lupe

Für mich ist ein wichtiges Ziel, zunächst Studentinnen zu gewinnen, um den Frauenanteil in den technischen Wissenschaften zu erhöhen. Neben vielen anderen Aktivitäten habe ich mich deshalb besonders auch für die Entstehung der Schülerinnen&Schüler-Technik-Tage eingesetzt. Zunächst musste dafür viel Arbeit bei dem wissenschaftlichen Personal in den Fachgebieten geleistet werden, um es dafür zu gewinnen. Es musste überzeugt werden, dass der Aufwand sich lohnt, das fachliche Wissen für Schülerinnen aufzubereiten. In Zusammenarbeit mit der Allgemeinen Studienberatung entstand so das Konzept der Veranstaltung. Hier an der Fakultät selbst konnte ich dann eine Vielzahl begehrter Projekte einwerben, wie „Fliegen am Flugsimulator“, das „Arbeiten mit Windkanälen“ und die „Erzeugung von Monsterwellen“ oder ein spezielles Mädchenprojekt zum Bau und zur Programmierung von Robotern namens „Roberta“, das nun mit anderen kleinen Workshops auch zum Girls’ Day und bei Schulbesuchen angeboten werden kann. Mit den Mädchen mitzugehen und ihre Reaktionen und Fragen zu erleben ist sehr spannend und zugleich unterhaltsam für mich.

Dr. Sylvia Butenschön - Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

Dr. Sylvia Butenschön
Lupe

In unserer Fakultät schaue ich mir besonders die Berufungsvorgänge genau an. Bei den Studierenden und Wissenschaftlerinnen ist der Frauenanteil inzwischen zufriedenstellend. Auch bei den Professorinnen stehen wir mit einem Anteil von 15 Prozent vergleichsweise gut da. Doch „gut“ ist hier natürlich relativ. Bei den Berufungen müssen wir bereits im Vorfeld darauf achten, wie die Ausschreibung formuliert ist, dass genügend qualifizierte Frauen eingeladen werden oder dass bei den Bewerbungen durchaus auch berücksichtigt wird, wenn eine Frau durch Kindererziehungszeiten eventuell nicht ganz so viel publizieren konnte wie ein gleichaltriger Mitbewerber. Besonders wichtig sind mir außerdem die Fortbildungen zur Integration von Gender- und Diversity-Aspekten in der Lehre. Hier haben wir ein eigenes Programm aufgelegt, ein ehemaliges Projekt der „Offensive Wissen durch Lernen“, OWL, das verstetigt wurde. Unser Ziel ist es, dass alle Lehrenden der Fakultät diese Fortbildung besuchen und dann diese Aspekte in ihre Lehre einfließen lassen.

Evelyn Subjanto - Fakultät VII Wirtschaft und Management

Evelyn Subijanto
Lupe

„Wenn wir nicht da sind, geht die Welt unter, ansonsten bemerkt man uns gar nicht.“ Diese Aussage von Kolleginnen hat mich bewogen, „Team VII“ ins Leben zu rufen, ein Netzwerk von Verwaltungsangestellten, um uns gegenseitig in unserer Arbeit und unseren Bedürfnissen zu unterstützen. Dazu gehört es auch, eine Atmosphäre von gegenseitigem Respekt zwischen den Verwaltungsangestellten und ihren Vorgesetzten zu schaffen. Das betrifft insbesondere auch die Team-Assistentinnen, wie wir Fachgebietsekretärinnen an der Fakultät VII uns jetzt passender nennen. Die Netzwerkmitglieder treffen sich regelmäßig einmal monatlich zu einem Team-Mittagessen, das sich inzwischen als fester Termin etabliert hat. Dort besprechen wir, was den Einzelnen auf den Nägeln brennt. Ansonsten kommunizieren wir digital wie in einem Chatroom. Um die Fallstricke der Verwaltung zu vermeiden, haben wir auch ein kleines Handbuch entwickelt. Es entstand aus einem im Frauenförderplan vorgesehenen Coaching „Vom Einzelnen zum Team“, das sich sehr bewährt hat und das jetzt auch von der Weiterbildung als Best-Practice-Beispiel angeboten wird. Denn wir haben gemerkt, wie wichtig die Zusammenarbeit ist: Jetzt steht keine mehr alleine da.

Maria Oswald - Zentrale Universitätsverwaltung (ZUV)

Maria Oswald
Lupe

Die ZUV ist der einzige Bereich, in dem Frauen überrepräsentiert sind. Deshalb betreiben wir hier Gleichstellungsarbeit, indem wir versuchen, möglichst Männer für die Arbeitsplätze zu begeistern, denn Diskriminierung ist auch strukturelle Diskriminierung. Viele Stellen in der ZUV sind nicht besonders prestigeträchtig, gut bezahlt und es gibt auch kaum Aufstiegschancen. Wir sehen auch in der Universitätsverwaltung, wie in vielen Bereichen der Gesellschaft: je höher der Rang, desto weniger Frauen. So kann es mal überraschenderweise vorkommen, dass ich in Bewerbungsrunden für einen Mann plädiere. Denn auch für die Arbeitsatmosphäre ist die Diversität der Geschlechter wichtig.

Antje Janke - IT-Dienstleistungszentrum der TU Berlin "tubIT"

Antje Janke
Lupe

Als ich studierte, Ende der Achtziger, gab es noch Professoren, die sich weigerten, Frauen die Prüfung in dem Fach Elektronik abzunehmen. Mit der Begründung: „Frauen und Technik, das passt nie zusammen.“ Mir ist es wichtig, das Gegenteil zu beweisen. Noch immer ist der Frauenanteil in diesem Bereich zu gering, dabei ist der Beruf ideal für Frauen: Er bietet flexible Arbeitszeit, zielorientiertes Arbeiten und immer wieder neue Herausforderungen, deren Bewältigung Spaß macht.

Quelle: "TU intern", 2/2011

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