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TU Berlin

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20 Jahre Frauenbeauftragte

Der erkämpfte Kulturwandel

Donnerstag, 17. Februar 2011

Heidi Degethoff de Campos, Frauenbeauftragte von 1993 bis 2010
Lupe

Als sich 1986 im Vorfeld eines novellierten Hochschulgesetzes der Gedanke der institutionalisierten Frauenförderung durchsetzte, war ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im damaligen Fachbereich 22 (Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften) tätig. Das Gesetz schrieb die Einsetzung einer Frauenbeauftragten vor und regelte deren Aufgaben, Rechte und Pflichten. Ich gehörte zu der Gruppe, die die Umsetzung vorbereitete. Es bedeutete unglaublich viel, dass endlich eine Legitimation für die Forderung nach mehr Frauen in allen Bereichen und die Verankerung der Frauen- und Geschlechterforschung als ernsthafte Wissenschaft gegeben war, fern von persönlichen Erkenntnissen oder Vorlieben. Als ich 1993 das Amt der Frauenbeauftragten übernahm, waren meine Erwartungen entsprechend groß. Es stellte sich heraus, dass der Widerstand ebenso leise wie zäh war. Zwar war in einer soeben verabschiedeten Frauenförderrichtlinie eine Selbstverpflichtung festgeschrieben. Doch es waren noch viel Überzeugungskraft und Verhandlungsgeschick für die Sache der Frauen notwendig. Ein wenig Bewegung brachten einige Sonderprogramme in die Debatte, die zusätzliche Stellen aus Sondermitteln möglich machten, was viele erst zu der Erkenntnis führte, dass es tatsächlich Nachwuchswissenschaftlerinnen in Natur- und Ingenieurwissenschaften gab, die darüber hinaus hoch qualifiziert waren.

Frauenförderung wurde zu Gleichstellungspolitik

Schwung brachten Mitte der 90er-Jahre die Autonomiebestrebungen der deutschen Universitäten in die Sache. Das Streben nach Veränderung der Leitungs- und Entscheidungsstrukturen deckte auf, dass Frauen dort in der Regel nicht vorhanden waren. Das schärfte den Blick für die organisationalen und strukturellen Benachteiligungen von Frauen und es trat ein politischer Wandel ein, der die Frauenförderung in die Richtung von Gleichstellungspolitik verschob. Einen großen Schritt nach vorn machte die TU Berlin nach der Jahrtausendwende mit der Aufstellung und Umsetzung eines Zehn-Punkte-Maßnahmenplans, der Nachwuchsförderprojekte wie „ProMotion“ und „ProFiL“ enthielt ebenso wie neue Versionen von Frauenförderplänen, die damit den Charakter eines Controllings annahmen. Das führte zu einem weiteren Erfolg, der Verleihung des Total E-Quality Award im Jahr 2008 und im gleichen Jahr, nach einem erfolgreichen Auditierungsverfahren der berufundfamilie gGmbH, zur Verleihung des Zertifikats „Familienfreundliche Hochschule“. Im Ranking des „CEWS“ (Kompetenzzentrum Frauen in der Wissenschaft), das im Jahr 2009 erstellt wurde, war die TU Berlin die beste technische Universität in Deutschland. Mit der Einrichtung einer Stabsstelle im Strategischen Controlling, die sich mit den Gleichstellungsmaßnahmen, -projekten und deren Gestaltung und Steuerung befasst, ist die TU Berlin schon einen guten Schritt in Richtung Kulturwandel gegangen. Gleichstellungspolitik ist nicht mehr nur ein lästiges „add on“, sondern ein wichtiger Bestandteil der Organisationsentwicklung.

Heidi Degethoff de Campos / Quelle: "TU intern", 2/2011

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