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TU Berlin

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Innenansichten

Technik-Innovationen brauchen weibliche Kreativität

Montag, 19. April 2010

Das Projekt GET-IT! zieht eine Zwischenbilanz

Im Projekt GET-IT! lernen Mädchen, dass Informatik ihnen im Alltag überall begegnet Motivation und Teambildung
Lupe

Gummibärchen, Knete und Holz liegen auf dem Tisch. Lachend, aber hoch konzentriert beugen sich fünf Mädchenköpfe darüber, bauen Männchen und Landschaften. Das ist keine Szene aus einem Erzieherinnen-Seminar, sondern der Workshop „Mit Computer-Animation ins Filmgeschäft“ des Projekts GET-IT! [Girls, Education, Technology]. Hier werden Vorbereitungen für kleine Stop-Motion-Filme getroffen, die mit digitaler Bildbearbeitung entstehen.

"Wir wollen den Mädchen zeigen, dass Informatik uns im Alltag überall begegnet und viel mit Leben zu tun hat", erklärt GET-IT!-Koordinatorin Anja Schultz den Sinn solcher Workshops. Nur etwa 15 Prozent der Informatikstudierenden sind weiblich, in der Elektrotechnik sind es neun Prozent, in der Technischen Informatik gar nur fünf Prozent.

So startete Anfang Mai 2009 GET-IT! an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik mit dem Anspruch, Schülerinnen der 5. bis 13. Klassen bei der Studien- und Berufsorientierung in den Naturwissenschaften, in Technik und Informatik zu unterstützen. "Meist herrschen falsche Vorstellungen über Studiengänge und Berufsbilder, gibt es Vorurteile dem programmierenden Hacker gegenüber", so Anja Schultz. Ein ganzes Bündel von Maßnahmen hat sich die Projektgruppe ausgedacht: eine Schülerinnen-Uni, in der echte Professoren in allgemein verständlicher Sprache über ihr Fach informieren, Gespräche mit Wissenschaftlerinnen, die als Rollenvorbilder fungieren, Betriebsbesichtigungen, Exkursionen zu außeruniversitären Partnern und viele andere. "Das Herzstück sind aber die Workshops und AGs unserer Tutorinnen zu vielen Themen wie zum Bau von Robotern oder einer ,Miefampel‘, die den CO2-Gehalt der Luft misst", sagt Schultz.

Als 2008 die Idee zu dem Projekt GET-IT! geboren war – die jetzige Schulkoordinatorin Bettina Liedtke war damals die Initiatorin –, setzten sich die ehemalige Frauenbeauftragte der TU Berlin, Heidi Degethoff de Campos, und der damalige für Studium und Lehre zuständige Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach dafür ein, das Projekt aus nicht ausgeschöpften Mitteln aus dem TU-eigenen Zehn-Millionen-Euro-Programm "Offensive Wissen durch Lernen" (OWL) zu unterstützen. Das war ein guter Start. Dann erhielt GET-IT! die Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds über mehr als 260 000 Euro für zwei Jahre. Die Fakultät IV, in der das Projekt geboren wurde, trägt mit weiteren 260 000 Euro zu seiner Ko-Finanzierung bei. Mehr als 500 Mädchen nahmen inzwischen bereits die Angebote wahr.
Jedes Jahr organisiert GET-IT! außerdem gemeinsam mit seinen Partnerschulen eine Ringvorlesung für Schülerinnen, die auch als Fortbildung für Lehrkräfte anerkannt wird.

"Zukünftig wollen wir aber nicht nur Schulen ins Visier nehmen", sagt Anja Schultz. „Wir wollen auch an Mädchenprojekte und Jugendclubs herantreten, um Interessentinnen zu gewinnen." Außerdem sollen die Schulpraktika zu einem soliden Standbein ausgebaut werden. Das ist besonders vielversprechend, denn Praktika müssen alle Schülerinnen und Schüler machen. Mit mehr als zehn Partnerschulen arbeitet GET-IT! inzwischen zusammen. Zur Auftaktveranstaltung im November 2009 hatten sich bereits 130 Teilnehmerinnen eingefunden, alle Partnerschulen hatten Vertreterinnen geschickt. Schirmfrau des Projekts ist die ehemalige Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn. Ihr liegt daran, die Berührungsängste junger Frauen gegenüber technischen Berufen zu mindern. "Insbesondere Fragen nach den Lebensbedingungen auf unserem Planeten in 50 oder 100 Jahren, die schonende Nutzung von Ressourcen oder Fortschritte in der Medizintechnik sind Themen, die gerade weibliche Wissenschaftler ansprechen", sagte sie. "Fortschritt ist immer eine Kombination aus technischer Innovation und sozialen Zielen. Um Antworten auf die drängenden Probleme der Zukunft zu finden, bedarf es daher weiblicher Kreativität und einer weiblichen Sichtweise bei technischen Entwicklungen." "Wir sind jedenfalls auf einem guten Weg", sagt Anja Schultz. "Doch GET-IT! ist noch im Wandel. Wir müssen noch viele Dinge ausprobieren, um nachhaltig mehr Nachwuchs für die Studiengänge Informatik und Elektrotechnik zu gewinnen."

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 4/2010

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