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TU Berlin

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Neues Profil: Die TU Berlin 2000 – 2010

Stimmen aus der Berliner Politik

Montag, 22. Februar 2010

  • Motor strategischer Allianzen
    von Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin
  • Über eine Präsidentschaft
    Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung
  • Szenen mit K. K.
    Prof. Dr. Christoph Markschies, Vorsitzender der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen sowie Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin

Motor strategischer Allianzen

Klaus Wowereit
Lupe

Berlin ist zurück auf der Landkarte der weltweit angesehenen Wissenschaftsstandorte. Das ist nicht nur die zentrale Botschaft des Berliner Wissenschaftsjahres 2010. Das ist vor allem das Verdienst vieler engagierter Persönlichkeiten, die das Profil Berlins in den letzten Jahren geprägt haben. Zu ihnen gehört ganz ohne Zweifel Kurt Kutzler. Er zählt zu den treibenden Kräften der Wissenschaftsstadt Berlin, die sich zunehmend international vernetzt, auf Exzellenz und Qualität setzt und Studierende und Wissenschaftler aus aller Welt anzieht.

Kurt Kutzler engagierte sich in der City-West als Motor von strategischen Allianzen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Er ist einer der Architekten der T-Labs, die zeigen, wie räumliche Nähe und systematische Kooperation die Umsetzung von Forschungsergebnissen in neue Produkte begünstigen und entscheidende Vorteile im Wettbewerb bringen. Dass das Europäische Institut für Innovation und Technologie Berlin jüngst zu einem der international führenden Forschungs- und Entwicklungszentren in der Informations- und Kommunikationstechnologie kürte, zeigt, wie erfolgreich diese Strategie ist.

Auch in der Hochschulpolitik hat sich Kurt Kutzler einen Namen gemacht. Als Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz, aber auch als Verhandlungsführer der Berliner Hochschulen bei der Neugestaltung der Hochschulverträge wurde sein ausgleichendes Wesen ebenso geschätzt wie seine Überzeugungskraft. Die TU Berlin kann stolz auf die Leistungen und Erfolge sein, die mit der Präsidentschaft von Kurt Kutzler verbunden sind. Ich danke Kurt Kutzler für seinen Einsatz für die Wissenschaftsstadt Berlin und wünsche ihm alles Gute für seinen neuen Lebensabschnitt.

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin

Über eine Präsidentschaft

E. Jürgen Zöllner
Lupe

Aus dem Lateinischen kommend bedeutet "praesidere" nichts anderes, als den Vorsitz zu führen. Das mag früher richtig gewesen sein, ist heute aber mehr als eine Untertreibung. Wer die aktuellen Diskussionen über die präsidialen Anforderungen oder Stellenausschreibungen für Hochschulpräsidenten verfolgt, weiß um die wirklichen Ansprüche, denen genügt werden muss: Der Präsident soll führen und zusammenführen können, er soll präsentieren, aber präsent sein. Er sollte wissenschaftlich brillant und zugleich perfekter Manager sein, er sollte Durchsetzungsstärke mit Verbindlichkeit verknüpfen können. Und nicht zuletzt sollte er loyal zu seiner Einrichtung stehen, um trotzdem jederzeit für Höheres berufen werden zu können. Die Anforderungen sind so hoch und widersprüchlich, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Evolution bereits einen erfolgreichen Prototyp hervorgebracht hat.

Seit meinem Amtsantritt in Berlin hatte ich verschiedene Gelegenheiten, Professor Kurt Kutzler zu sprechen. Nicht zuletzt war er als Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz (LKRP) mein Ansprechpartner bei den Hochschulvertragsverhandlungen. Insoweit glaube ich, mit seinen besten Qualitäten gut vertraut zu sein. Auch wenn man diese Begriffe wahrscheinlich in keinem Handbuch des modernen Managements mehr findet, sollte man deren Bedeutung nicht gering schätzen: Meinem Eindruck nach hat Professor Kurt Kutzler als Präsident seiner Technischen Universität von ganzem Herzen gedient. Immer hat er ihre Stärken mit Stolz und Würde vertreten und unter ihren gelegentlichen Schwächen innerlich gelitten. Unter schwierigsten Bedingungen der Neustrukturierung war er stets um Ausgleich bemüht. Besonnenheit und Wahrhaftigkeit gaben und geben auch seinen kritischen Worten ein ungewöhnlich großes Gewicht. Auch wenn die Wertung altmodisch klingt: Mit Professor Kutzler hatte die TU Berlin einen Präsidenten "alten Schlages" im besten Sinne des Wortes. Möge er der Technischen Universität seinen guten Rat noch lange zur Verfügung stellen. Und möge die TU Berlin auf ihn hören.

Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Szenen mit K. K.

Christoph Markschies
Lupe

Kurt Kutzler hat Erfahrung. Und die Ruhe weg. Vermutlich braucht man das, wenn man gern italienische Opern hört. Wenn sein Handy während der Sitzung mit einer Melodie klingelt, die halbwegs Kundige als Verdi (nein, nicht die Gewerkschaft …) identifizieren können, lacht er verschmitzt – wahrscheinlich denkt er an den nächsten Abend, mit gutem Wein und einem klugen Literaturwissenschaftler, mit dem er befreundet ist. Kurt Kutzler ist eifrig. Er ist eifrig geblieben. Während andere die Jahre im Berliner Gremiendschungel zu überleben versuchen, Spuren anfallartiger Lustlosigkeit zeigen oder deutliche Spuren der Skorpion- und Schlangenbisse (nein, nicht die Gewerkschaften …), schwingt er geradezu in den Raum und strahlt Aufbruch aus: Der Kompromiss ist möglich, noch ist die Berliner Wissenschaft nicht verloren.

Kurt Kutzler ist energisch. Widerstrebende versucht er einzubinden, Solotänzer wieder ins Ensemble zurückzuholen. Ganz Gewerkschaft? Am Schluss die Pressekonferenz. TV Berlin ist auch da. Und die Zeitung, die die Gründe der Dinge erkennt. Oder versucht zu erkennen. Und Kutzler strahlt. Der Kompromiss ist gefunden. Selbst mit dem Senator, der immer nur Schwarz trug: schwarze Hose, schwarzes Hemd, schwarze Aussichten für den Sozialismus. Kurt Kutzler ist Mathematiker. Er kann rechnen. Das können nicht alle. Manche sagen, es gibt ausreichend Geld für Berlins Wissenschaft. Und glauben das sogar. Die tröstlichste Erklärung ist: Sie können nicht rechnen. Alle anderen Erklärungen wären schlimmer. Kutzler kann (wie gesagt) rechnen. Und strahlt, wenn er zeigt, wie viele Arbeitsplätze Berlins Wissenschaft schafft. Oder schöpft. Er hat gut lachen. Er ist ja auch Präsident der Technischen Universität. Und der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten. Halt. Kurt Kutzler ist das gewesen. Nun ist es zu Ende. Wir werden ihn vermissen. Vermutlich hört er jetzt mehr Verdi, und mit Gewerkschaft ist nun nix mehr.

Prof. Dr. Christoph Markschies, Vorsitzender der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen sowie Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin
Quelle: "TU intern", 2/2010

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