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TU Berlin

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Neues Profil: Die TU Berlin 2000 – 2010

"Die Universität ist innovativ-grüner geworden"

Montag, 22. Februar 2010

Impulse für Forschung und Vernetzung durch inhaltliche Schwerpunktsetzung

Von Johann Köppel

Die Bündelung von Forschungsgruppen an der TU Berlin war eines der großen Themen der letzten Jahre
Lupe [1]

Die Forschungslandschaft ist wesentlich bunter geworden in den letzten Jahren, nicht nur getrieben von den großen Verbünden der Grundlagenforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und in der Exzellenzinitiative sowie der neuen personenbezogenen Spitzenförderung durch den European Research Council (ERC). Es waren ganz wesentlich auch die Public-Private-Formate, von denen in jüngerer Zeit immer mehr in der Drittmittelforschung aufgelegt wurden und die eine ganz besondere Bedeutung für eine technische Universität haben. Zu nennen sind hier zum Beispiel die hoch kompetitiven "Knowledge and Innovation Communities" (KICs) des European Institute of Innovation and Technology (EIT) oder die Spitzenforschungsprogramme des Bundesforschungsministeriums (BMBF).

Somit rückten auch immer stärker die Fähigkeiten der Universitäten in den Vordergrund, entsprechende Forschungsverbünde und große Netzwerke verantwortlich voranzubringen und zu unterstützen. Dabei handelt es sich um eine sowohl universitätsintern als auch in der Vernetzung nach außen zu bewältigende Aufgabe, sei es in der Berliner Forschungs-Community, sei es im europäischen Verbund, sei es mit Core-Partnern aus der ebenfalls globalisierten Industrie – wie bei den neuen europäischen Konsortien des EIT.

Wie haben wir uns an der TU Berlin aufgestellt, um diese deutlich veränderten und mannigfaltigeren Herausforderungen zu bewältigen?

  • Mit strategischen Partnerschaften nach außen, sowohl mit den ausgewiesenen außeruniversitären Forschungsinstituten wie der Helmholtz-Gemeinschaft oder der Fraunhofer-Gesellschaft als auch mit der Industrie und mit kleinen und mittleren Unternehmen.
  • Mit der Einrichtung temporärer, interdisziplinärer "Innovationszentren" und institutionalisierter "Labs" in und an unserer Universität.
  • Mit dem verstärkten Augenmerk auf „bottom-up“-orientierte Anreize und Unterstützung, insbesondere im Bereich der DFG-orientierten Grundlagenforschung.
  • Mit einer entsprechenden Reform der TU-internen Forschungsförderung und mit strategischer Forschungs- und Entwicklungsplanung, erarbeitet von einem Team unter der Leitung von Ingo Einacker, Strategisches Controlling, teilweise bereits gespiegelt an einigen unserer Fakultäten.
  • Mit einer regen und verantwortungsvollen, von einem sehr guten Geist getragenen Zusammenarbeit im Team der Berliner Forschungsvizepräsidentinnen und -präsidenten, gerade bis hin zur aktuellen Abstimmung im Vorfeld der neuen Runde der Exzellenzinitiative.

Ob sich dieser Aufbruch gemäß der Richtlinienvorgabe des Präsidenten Kurt Kutzler gelohnt hat, wird sich erst in einigen Jahren wirklich zeigen können. Einige besonders sichtbare Erfolge der Forscherinnen und Forscher der TU Berlin in jüngster Zeit seien im Folgenden angesprochen; und mehr als genug bleibt noch zu tun. War 2006 allein ein DFG-Sonderforschungsbereich mit TU-Sprecherschaft verblieben ("Beeinflussung komplexer turbulenter Scherströmungen", Sprecher Rudibert King), so sind zwischenzeitlich zwei weitere hinzugekommen: Sfb "Halbleiter – Nanophotonik: Materialien, Modelle, Bauelemente“ (Michael Kneissl) und Sfb/Transregio „Integrierte chemische Prozesse in flüssigen Mehrphasensystemen" (Matthias Kraume).

Zu verzeichnen sind auch sehr ambitionierte DFG-Graduiertenkollegs und das im Februar 2010 wahrhaft ans Netz gehende "Netzwerk der Promotionsprogramme", dessen Sprecher Günter M. Ziegler ist. Sie bauen das Profil der TU Berlin in der Promotionsförderung weiter aus und helfen, es auf hohem Niveau zu etablieren. Erwähnt seien die jüngeren Graduiertenkollegs "Kollektive Dynamik im Nichtgleichgewicht" (Holger Stark), "Verarbeitung sensorischer Informationen in neuronalen Systemen" (Klaus Obermayer) oder das internationale Promotionsprogramm "Self-Assembled Soft-Matter Nanostructures at Interfaces" (Martin Schoen).

Und was bringt die mittelfristige Arbeit in den neuen TU-internen Innovationszentren (IZ) bislang schon mit sich? Eine umfassende Zwischenevaluation steht noch aus, und sie waren ja stets auch als temporäre Anschübe gedacht, nicht zuletzt, um zumindest einigen der 2004 von der TU Berlin verabschiedeten Schwerpunktfeldern Dynamik und Nachhaltigkeit zu ermöglichen. Schlaglichtartig beleuchtet meint die Zusammenarbeit in den Innovationszentren zum Beispiel das "shoulder rubbing": So hat sich etwa im IZ "Energie", das als Pilotprojekt zuerst gestartet wurde, ein neues Team für ein ambitioniertes Cluster gefunden, das möglicherweise im Rahmen der kommenden Runde der Exzellenzinitiative antritt (designierter Sprecher: Eckart Uhlmann); auch der später vom Europen Research Council mit einem Advanced Research Grant ausgezeichnete Kollege Oliver Paschereit war zwischenzeitlich mit "seed money" vom IZE unterstützt worden. Und es wird Verbindlichkeit geschaffen: So sind zum Glück die eigenen Hausaufgaben erst einmal gemacht, wie es die Zielvereinbarungen aus dem Innovationszentrum "Gestaltung von Lebensräumen" verlangten: Der große BMBF-Verbundforschungsantrag eingereicht, die Beteiligung am DFG-Forschergruppen-Vorantrag geleistet, ein DFG-Rundgespräch zur Frage eines Schwerpunktprogramms durchgeführt.

Festzustellen ist im Rückblick aber ebenso, dass sich allein durch die Steigerung der eingeworbenen Forschungs-Drittmittel um zirka 75 Prozent von 2004 bis 2009 bereits heute ein unübersehbarer Konsolidierungsbedarf über den erforderlichen Grundhaushalt der TU Berlin abzeichnet; 2009 wurden an der TU Berlin mehr als 120 Millionen Euro Drittmittel verausgabt. Lag deren Anteil 2004 noch bei zirka einem Viertel des Landeshaushalts, so handelte es sich 2009 bereits fast um die Hälfte der Grundfinanzierung. Nicht mehr länger kann von leistungssteigernden Effekten der vorangegangenen strukturellen Einschnitte ausgegangen werden (Performance pro Fachgebiet/Professur), sondern immer deutlicher treten die einhergehenden Grundausstattungsfragen etwa bei der Raumsituation ins Bewusstsein der Leistungsträger in der Forschung wie auch der Hochschulleitung. Verständlich, dass sich die nun neu ins Amt gewählte TU-Hochschulleitung eine gewisse Konsolidierung und Qualitätssicherung dieses Aufbruchs der letzten Jahre vorgenommen hat.

Eine ganz persönliche Note zuletzt: Unter anderem mit der feinen Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin in Sachen Fotovoltaik-Kompetenzzentrum (PVComb), Sieger im BMBF-Wettbewerb "Spitzenforschung Ost", oder dem EIT-Climate-KIC (Knowledge und Innovation Community) ist unsere Universität schon auch ein Stück innovativ-grüner geworden; das besondere Engagement in dieser Sache sei dem Landschaftsplaner in der Hochschulleitung freundlich nachgesehen. Dank gilt exemplarisch all den faszinierenden Forschern und Forscherinnen an der TU Berlin, die mit unglaublichem Engagement zur Sache gehen, was das gemeinsame Erschließen von Neuland in Forschungsverbünden betrifft, dem kleinen, aber feinen "VP2"-Team, der TU-Forschungsabteilung, den Leitungskollegen und -kolleginnen an den Berliner Universitäten und Forschungseinrichtungen, Staatssekretär Hans-Gerhard Husung und vielen mehr. Ich bin dann mal weg …

Prof. Dr. Johann Köppel ist Vizepräsident für Forschung an der TU Berlin bis Ende März 2010. / Quelle: "TU intern", 2/2010

"TU intern" Februar 2010

  • Online-Inhaltsverzeichnis [2]
  • Hochschulzeitung "TU intern" - Februar 2010 [3]
  • Neues Profil: Die TU Berlin 2000 – 2010 (Sonderbeilage) [4]

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