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TU Berlin

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Neues Profil: Die TU Berlin 2000 – 2010

Bildungsexport – die TU Berlin und ihre Impulse

Montag, 22. Februar 2010

Ausbildung für die Anforderungen der Partnerländer

Von Rudolf Schäfer und Kester von Kuczkowski

Besondere Formen der Forschungskooperation verbinden die TU Berlin mit Partnerinstitutionen, auch in einem Megacity-Projekt in Marokko. Im Bild die alte Medina von Casablanca
Lupe

Seit etwa 20 Jahren gewinnt der „Export“ von Bildungsdienstleistungen weltweit an Bedeutung. Insbesondere England, Australien und die USA sind in diesem Wissenschaftsmarkt auch wirtschaftlich erfolgreich positioniert. Inzwischen gibt es auch einige, meist vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unterstützte Projekte deutscher Hochschulen, durch die deutsche Studiengänge im Ausland angeboten oder sogar ganze Hochschulen "offshore" gegründet wurden. Bildungsexport kann aber begrifflich nicht auf derartige Aktivitäten in den sogenannten Zielländern beschränkt werden. Er findet auch in Lehre, Forschung und Weiterbildung an den Mutterhochschulen selbst statt. Und Bildungsexport darf nicht als Einbahnstraße verstanden werden: Insbesondere bei gesellschaftlich relevanten und praxisbezogenen Fächern muss es aufgrund der vielfältigen Besonderheiten wie zum Beispiel kultureller und klimatischer Faktoren in den "Zielländern" wesentlich um einen wechselseitigen Wissenstransfer gehen. Vor allem im Bereich der angewandten Ingenieurwissenschaften sowie der Planungs- und Wirtschaftswissenschaften befindet sich die TU Berlin weltweit mit zirka 130 Universitäten in Kooperationen. Dabei wird vielfach über Problemlagen in den Partnerländern geforscht und für die dortigen Anforderungen ausgebildet. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Entwicklung der Bildungsexportaktivitäten an der TU Berlin in den letzten zehn Jahren wie folgt dar:

Ein klassisches Bildungsexportprojekt im Sinne der DAAD-Definition ist das seit 2006 in Vorbereitung befindliche Projekt "TU-Campus El Gouna" in Ägypten.

Der ägyptische TU-Alumnus und Wirtschaftsingenieur Samih Sawiris schlug Professor Kutzler 2006 vor, in Ägypten praxisorientierte Studiengänge jenseits des vorherrschenden ägyptischen Bildungsniveaus anzubieten. Insbesondere im integrativen Projektmanagement in den Bereichen "Energy Engineering", "Urban Development" und "Water Engineering" sah Sawiris auch in seinem eigenen international agierenden Unternehmen "Orascom Hotels & Development" (OHD) Personalbedarf. OHD entwickelt touristische Standorte als komplette Städte in einer nachhaltigen und autarken Struktur. An dem ältesten, seit 20 Jahren existierenden ägyptischen Standort, der Stadt El Gouna am Roten Meer, wird von der TU Berlin seit 2007 im Rahmen einer bisher einmaligen Public-Private-Partnership eine Außenstelle mit drei weiterbildenden Masterstudiengängen zu den oben genannten Themen mit jeweils 30 Studierenden pro Jahrgang konzipiert.

Die Eröffnung des Campus ist für September 2010 vorgesehen. Die Gründung des TU-Zentralinstituts "El Gouna" gibt dem Projekt die notwendige institutionelle Struktur und ist Grundlage für weitere Aktivitäten in den Bereichen Weiterbildung, Forschung und Entwicklung.

Sein Engagement als Projektleiter für dieses in seiner Struktur als Public-Private-Partnership seinesgleichen suchende Projekt spiegelt Prof. Kutzlers Bemühungen während seiner gesamten Präsidentschaft wider und stellt in diesem Bereich wohl zugleich den Höhepunkt seiner Amtszeit dar. Das Projekt "El Gouna" ist eingebunden in den oben skizzierten weiter gefassten Ansatz von wechselseitigem Wissenstransfer, wo sich in relevanten Tätigkeitsfeldern der TU Berlin in den letzten zehn Jahren eine deutliche Entwicklung erkennen lässt:

Mit der Ausbildung internationaler Diplom- und Masterabsolventen und insbesondere Doktorandinnen und Doktoranden leistet die TU Berlin einen Beitrag dazu, insbesondere in Ländern mit rasch wachsender Bevölkerung das dringend benötigte wissenschaftliche Personal bereitzustellen. Mehr als 15 Double-Degree-Abkommen wurden geschlossen. Das Angebot englischsprachiger Master-studiengänge wächst kontinuierlich (zum Beispiel Global Production Engineering; Geodesy and Geoinformation Sciences).

Der Aufbau von Weiterbildungsstudiengängen und "Short Courses" für angehende Führungskräfte in Entwicklungs- und Schwellenländern, die – zum Teil in Kooperation mit der GTZ und "InWent" – in Berlin angeboten werden, hat begonnen.

Bildungsexport im hier gemeinten Sinn findet auch in gemeinsamen Forschungsprojekten statt. Beispielhaft hierfür ist das Forschungsinstitut "TU-Berlin-Shanghai JTU Research Lab for Information and Communication Technology" an der Partneruniversität Shanghai-Jiao-Tong-Universität in der Volksrepublik China. Spezifische Formen der Forschungskooperation in "Tandem-Strukturen" zeigen auch die vom BMBF geförderten Megacities-Projekte mit wissenschaftlichen Partnerinstitutionen im Iran und in Marokko.

Aus dem Institut für berufliche Bildung und Arbeitslehre kommen Beiträge zur Konzipierung und Entwicklung von Berufsbildungssystemen unter anderem in Ägypten und im Iran.

Prof. Dr. Rudolf Schäfer ist Dekan der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt. Dipl.-Ing. Kester von Kuczkowski ist Projektkoordinator im Präsidialbereich / Quelle: "TU intern", 2/2010

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