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TU Berlin

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Innenansichten

125 Jahre Wissen im Zentrum

Montag, 14. Dezember 2009

Ausstellung der Universitätsbibliothek der TU Berlin noch bis 30. Januar 2010

Bibliotheken sind außergewöhnliche Orte – gerade wissenschaftliche Bibliotheken. Hinter jeder Erfindung verbirgt sich stets eine ganze Bibliothek. Bibliotheken vermitteln das Wissen aus Vergangenheit und Gegenwart und sind ein wesentlicher Teil einer Universität. Sie versorgen die Köpfe der Forschenden mit notwendigem Wissen und halten ihre Ergebnisse über universitäre Grenzen hinweg für Gegenwart und Zukunft bereit und zugänglich. Auch die TU Berlin, respektive die ehemalige Königlich Technische Hochschule, war und ist ohne ihre Bibliothek nicht denkbar.
Das Gründungsdatum der Universitätsbibliothek wird mit dem Erstbezug des Hauptgebäudes der Königlichen Technischen Hochschule auf das Jahr 1884 angesetzt. In einer jahrtausendealten Bibliotheksgeschichte sind die Bibliotheken der technischen Hochschulen in Deutschland noch eine sehr junge Erscheinung.

Mit dem Bedeutungszuwachs der technischen Hochschulen sowie der zeitgleich zunehmenden gedruckten technischen Literatur wurden aber technische Bibliotheken mit ihren Büchersammlungen immer wichtiger und schon bald herrschte nicht nur in den Hochschulen, sondern auch in den Bibliotheken gravierender Platzmangel: Ein Viertel aller Studierenden an technischen Hochschulen des Deutschen Reichs war 1900/1901 in Berlin eingeschrieben und bei einem Verhältnis von 24 Studenten auf einen Dozenten wurde die Studierbarkeit in Zweifel gezogen. Doch bereits Anfang der 1930er-Jahre und während des Nationalsozialismus fielen die Studierendenzahlen steil ab. Gleichzeitig gab es Überlegungen, die Universitätsbibliothek der Technischen Hochschule zur "Zentralstelle der deutschen Technik" umzuwandeln. Das gelang zwar nicht, aber 1933 wurde ein hoch entwickeltes, modernes Informations- und Dokumentationszentrum mit dem Ziel gegründet, die Literaturversorgung der Industrie zu verbessern. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde es als "kriegswichtig" eingestuft. Die Gestapo, ab 1936 Kontrollbehörde, bewilligte durchweg die erforderlichen Devisen zur Anschaffung ausländischer naturwissenschaftlicher und technischer Zeitschriften, um zu verhindern, dass die deutsche Verteidigungsindustrie zurückfiel. 1936 begann die systematische "Säuberung" nicht nur des personellen, sondern auch des Bibliotheksbestandes. Unerwünschtes Schrifttum wurde aus dem Ausleihbestand entfernt, aber nicht vernichtet, sondern verschlossen. 1943 verlor die Bibliothek beinahe ihren gesamten Medienbestand bei einem Luftangriff und 1947 war das Buchangebot noch so gering, dass mit Suchanzeigen in Tageszeitungen versucht wurde, technische Literatur von Privatpersonen zu erhalten. Mit dem Neuaufbau, der Umbenennung in "Technische Universität" und dem damit verbundenen programmatischen Wechsel beginnt ein erneutes Wachstum der Bestände, denen die Räumlichkeiten im neuen Hauptgebäude nicht trotzen können – obwohl es „den schönsten Lesesaal Berlins“ beherbergt. Erst mit dem Neubau und Umzug in die neue Zentralbibliothek im Volkswagenhaus 2004 wird für die Bibliothek ein eigener Ort geschaffen, der den vielfältigen Anforderungen der Zukunft gewachsen und technisch auf neuestem Stand ist sowie auch Möglichkeiten der Weiterentwicklung bietet. Heute ist die Bibliothek zugleich virtueller und realer Ort, ein Ort gebundener und freisetzbarer Fantasien.

Dr. Anke Quast, Universitätsbibliothek / Quelle: "TU intern", 12/2009

Dokumentiert

Zur Ausstellung erschien eine ausführliche Dokumentation, die in der Bibliothek erhältlich ist oder als Download im Internet.

Im Kiepert-Büchershop in der Uni-Bibliothek ist ebenfalls der Film zur Ausstellung "125 Jahre Hauptgebäude" gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro erhältlich.

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