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Versöhnung von Tradition und Moderne

Montag, 12. Oktober 2009

Blick in die 125-jährige Geschichte des TU-Hauptgebäudes - eine Ausstellung

Modellbau-Studierende Madlene Fischer, Robert Niemann, Anne Prellwitz zeigen Modelle verschiedener Gebäudeteile, im Vordergrund das Foyer mit Wandelgang zum Lichthof im ersten Stock
Lupe

Am 13. November eröffnet die TU Berlin eine Ausstellung, mit der sie einen Blick zurück auf die 125-jährige Geschichte ihres Hauptgebäudes wirft. Die heutige Fassade des Universitätsbaus an der Straße des 17. Juni erscheint als Bau der architektonischen Moderne. Sie wirkt sachlich, funktional und geometrisch. Doch das Gebäude hat in seinen 125 Jahren tief greifende Metamorphosen in den Zeitläuften der Geschichte durchgemacht.

Vom "Palast der technischen Wissenschaften", als der der monumentale Bau im Stil der italienischen Renaissance 1884 eröffnet wurde und in dessen luxuriösem Lichthof der Kaiser sich die Ehre gab, 1899 das Promotionsrecht zu verleihen, zur Kulisse für Hitlers Militärparaden, zum Trümmerhaufen nach schweren Bombentreffern am Ende des Zweiten Weltkriegs bis hin zur baulichen, wissenschaftlichen und humanistischen Neuerschaffung in den 60er-Jahren, die mit der Vergangenheit auch äußerlich bricht. Doch im Übergang vom neuen zum alten Hauptgebäude wird heute - durch behutsame Restaurationsarbeiten seit 2000 - wieder die Ehrfurcht gebietende Pracht akademischer Tradition spürbar, wenn man in den neuen alten, vor wenigen Jahren wieder-hergestellten und liebevoll restaurierten Lichthof tritt, den heute ein wertvoller Gipsabguss der Nike von Samothrake schmückt. Er wurde der TU Berlin 1956 als Geschenk von französischen Hochschulen übergeben. Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II wird die Nachkriegsmoderne in diesem und im kommenden Jahr mit einem Umbau des Foyers hin zu mehr Transparenz wieder Anschluss an die historischen Wurzeln dieses Gebäudes finden.

Diese Schichten der Geschichte - Einweihung des TH-Gebäudes 1884, Zerstörung 1945, Wiederaufbau ab 1946, Neubau 1963 und Modernisierung 2009 - sollen in der Ausstellung durch Modelle, die Modellbau-Studierende der TU Berlin unter Leitung von Burkhard Lüdtke hergestellt haben, sowie durch großformatige Fotos und historische und moderne erklärende Texte dargestellt werden. Der Besucher wird damit auch Blicke auf Treppenhäuser und Korridore, Keller und Dachböden werfen können. Konzipiert wurde die Ausstellung von der TU-Bauabteilung unter Leitung ihres langjährigen Chefs Hans-Joachim Rieseberg und Burkhard Lüdtke sowie dem Kulturwissenschaftler Hans Christian Förster. Zu der Ausstellung wird ebenfalls ein Katalog mit vielen Abbildungen erscheinen, der die Metamorphosen des Gebäudes in seinen historischen Kontext stellt.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 10/2009

Die Ausstellung "125 Jahre Hauptgebäude" wird vom Präsidenten der TU Berlin am 13. November 2009 um 17 Uhr im Lichthof eröffnet, wo sie vier Wochen lang zu sehen sein wird. In den Wandelgängen des Lichthofs in der ersten Etage wird gleichzeitig die Gemäldeausstellung der "Schule der Neuen Prächtigkeit" eröffnet (lesen Sie auch den Artikel "Rettet euch aus der Kläglichkeit: Werdet Schüler den Neuen Prächtigkeit" dieser Ausgabe).

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