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TU Berlin

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Innenansichten

Bauen im Wettlauf mit der Zeit

Dienstag, 07. April 2009

Wo das Geld aus dem Konjunkturpaket II an der TU Berlin eingesetzt wird

Hans-Joachim Rieseberg, Leiter der TU-Bauabteilung
Hans-Joachim Rieseberg, Leiter der TU-Bauabteilung
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Herr Rieseberg, durch das von Bund und Ländern beschlossene Konjunkturpaket werden 143 Millionen Euro für Baumaßnahmen im Wissenschaftsbereich in die Kassen der Hauptstadt gespült. Die TU Berlin erhält, wie auch die anderen zwei großen Berliner Universitäten, 20 Millionen Euro davon. Wie soll das zusätzliche Geld verwendet werden?

Wir freuen uns natürlich sehr, dennoch muss man auch sagen: Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir haben einen Sanierungs- und Instandhaltungsstau von 180 bis 200 Millionen Euro, der sich in rund 30 Jahren aufgebaut hat. Nun haben wir eine Liste von dringlichen Maßnahmen erstellt. Dazu gehören Fassadensanierungen am Haupt-, am Chemie- und am Physikgebäude. Kriterien dafür waren: die Abwendung von Gefahren für Leib und Leben, verbesserte Wärmedämmung, Brandschutz und Wertsteigerung. Weiter werden wir viele Sanitärbereiche sanieren und weitere Barrierefreiheit schaffen. Wir wollen damit natürlich auch eine höhere Ästhetik erreichen, die einer exzellenten Universität angemessener ist. Diese Maßnahmen werden rund 20 Millionen Euro kosten. Für den Fall, dass wir noch einen Nachschlag bekommen - Geld von denen, die ihre Maßnahmen nicht so schnell realisieren können - sind drei Maßnahmen als Nachrücker bestimmt.

Es mussten jetzt eilig bis März 2009 die Anträge gestellt werden, bis Dezember müssen 40 Prozent festgelegt sein, bis Anfang April 2010 der Rest. Können so schnell neue Bauvorhaben aus dem Hut gezaubert und dann auch zügig umgesetzt werden?

Wir haben ein sehr langfristiges Bauprogramm. Das müssten wir auch ohne Konjunkturpaket umsetzen, allerdings würde das langsamer gehen. So mussten wir diese Maßnahmen nicht "aus dem Hut zaubern". Wenn uns morgen jemand weitere 50 Millionen anbieten würde, könnten wir die sofort umsetzen. Dafür ist natürlich eine zukunftsorientierte bauliche Entwicklungsplanung sowie eine kompetente und gut funktionierende Bauabteilung Voraussetzung. Dass wir das so schnell können, haben wir unserer Kanzlerin, Dr. Ulrike Gutheil, zu verdanken. Vor einiger Zeit ist ja die Notwendigkeit der Bauabteilungen an den Universitäten infrage gestellt worden. Unsere Kanzlerin hat lange und hart um die Bauabteilungen gekämpft mit dem von ihr geleiteten Projekt "Facility Management der Universitäten". Das zahlt sich jetzt aus! In Deutschland gibt es jede Menge Universitäten, die Nachteile in diesem Programm werden in Kauf nehmen müssen, weil sie eben keine eigenen oder nicht so reibungslos, auch in Zusammenarbeit mit der Universitätsleitung funktionierende Bauabteilungen haben und damit nicht so schnell und so gezielt reagieren können.

Ein Kriterium für dringliche Maßnahmen ist auch die Reduzierung von CO2 …

Ja, da sind wir sogar schon richtig gut, wie der letzte Umweltbericht zeigte. Unsere Einsparungen liegen bereits über den vom Senat geforderten Werten. Darauf bin ich stolz, denn das ist auch ein Ergebnis des nachhaltigen Bauens in den vergangenen Jahren, insbesondere der Dachsanierungen. Dabei wird immer auch die Wärmedämmung auf den allerneuesten Stand gebracht. Das hält dann für die nächsten 30 bis 40 Jahre vor. Dennoch kann man noch einiges tun. So werden im Innenbereich des Hauptgebäudes mit dem Konjunkturpaket die einfach verglasten Fenster ausgetauscht. Das wird uns auch noch einmal einen enormen Einspareffekt bei der Beheizung bringen.

Kann man das eingesparte Geld woanders einsetzen, zum Beispiel auch in Forschung und Lehre?

Schon seit Jahren werden unsere Einsparungen im Energiebereich umgehend wieder durch das Ansteigen der Energiepreise aufgefressen. Es bleibt also unter dem Strich nichts übrig. Die Vorstellung, wir könnten die Einsparungen in Forschung und Lehre stecken, ist zwar verlockend, aber leider nicht realistisch.

Wie ist der Zeitplan?

Bis Ende 2010 müssen die Baumaßnahmen aus dem Konjunkturpaket abgeschlossen sein. Man muss bedenken, dass die Baumaßnahmen, die wir sowieso schon geplant haben, parallel weiterlaufen. Wir müssen jetzt also bauen wie die Weltmeister. Zumal wir auch noch ein paar besonders große Baumaßnahmen laufen haben. Im nächsten Jahr werden wir den Neubau des Forschungszentrums für Maschinenbau und Informatik in Angriff nehmen und danach mit der Sanierung des Mathematikgebäudes beginnen. Mit dem Forschungszentrum für Maschinenbau und Informatik werden wir unserem Konzept des "Campus der kurzen Wege" näher kommen. Damit haben wir dann wesentliche Teile der Lehr- und Forschungseinrichtungen auf dem Campus Charlottenburg konzentriert und Außenstellen aufgegeben. 2012 werden wir dann einen Punkt erreicht haben, wo wir unsere Planungen ab 2003 auch umgesetzt haben.

Müssen denn in den nächsten drei Jahren alle Beschäftigten und Studierenden mit Helmen in die Uni kommen?

Nein, nein. Alle Gebäude werden benutzbar bleiben. Wir bemühen uns, alles so schonend wie möglich zu gestalten. Wir bauen auch manchmal am Wochenende oder sogar nachts. Manche Einschränkungen werden natürlich nicht zu umgehen sein. Alles wird so vorbereitet, dass es so schnell wie möglich geht. Aber ich glaube, die TUler verstehen, dass wir das tun, um ihnen Arbeits- und Studienplätze in funktionsgerechten Gebäuden mit schönerem und modernerem Ambiente zu ermöglichen.

Das Gespräch führte Patricia Pätzold

Wie viel Geld bekommen die Universitäten?

143 Millionen Euro erhält Berlin aus dem Bund-Länder-Konjunkturprogramm, dem sogenannten Konjunkturpaket II. 62,9 Millionen davon gehen an die Hochschulen ohne die Charité (sie erhält extra 32 Millionen Euro): Die drei großen Universitäten erhalten je rund 20 Millionen Euro, die Fachhochschulen 16,7 Millionen, die UdK und die künstlerischen Hochschulen 13 Millionen Euro.

Was baut die TU Berlin mit dem Geld?

  • Bauliche und fachtechnische Sanierung des Hauptgebäudes (mit Verbesserung des Eingangsbereichs)
  • Fassadensanierungen (Natursteinfassade Chemiegebäude, Ernst-Ruska-Haus/Physik-Altbau, EMH-Gebäude/Elektromaschinen und Hochspannungstechnik, HFT-Gebäude/Hochfrequenztechnik)
  • Sanierung von WC-Anlagen in verschiedenen Gebäuden
  • Umbau des Rechenzentrums im Elektrotechnik-Neubau

Als Nachrücker sind vorgesehen:

  • Um- und Neubau von Aufzügen in verschiedenen Gebäuden
  • Ausbau eines Gründerzentrums
  • Infrastrukturmaßnahmen auf dem Stammgelände
Quelle: "TU intern", 4/2009

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