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TU Berlin

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Innenansichten

"Wir möchten eine Anerkennungskultur aufbauen!"

Montag, 17. November 2008

Erstmals wird ein umfassender Überblick über die forschungsstärksten Fachgebiete der TU Berlin veröffentlicht (siehe TU intern 11/08). TU intern befragte dazu den Vizepräsidenten für Forschung, Prof. Dr. Johann Köppel, und Ingo Einacker, Strategisches Controlling.

Herr Köppel, welchen Zweck verfolgen Sie mit der Veröffentlichung?

Johann Köppel
Johann Köppel
Lupe

Köppel: Seit Beginn meiner Amtszeit wurde der Wunsch an mich herangetragen, die leistungsstärksten Forschungsteams unserer Universität zu veröffentlichen. Jetzt können wir auf fundierte und abgesicherte Ergebnisse zurückgreifen. Die Hauptmotivation sehe ich in der öffentlichen Anerkennung der geleisteten Arbeit. Seit vielen Jahren stellen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nunmehr ihre betreffenden Daten zur Verfügung. Im Gegenzug müssen wir aber auch eine Anerkennungskultur aufbauen! Dazu möge diese Veröffentlichung einen Beitrag leisten. Gleichzeitig sehe ich die hier Genannten repräsentativ für die enormen Anstrengungen, die die Forscherinnen und Forscher der TU Berlin tagtäglich im ebenso anstrengenden wie reizvollen Miteinander von Lehre, Forschung und akademischem Management leisten.

Auf welchen Zeitraum bezieht sich die Übersicht?

Köppel: Bilanziert werden die Jahre 2006 und 2007 im Forschungsbereich. Jüngste herausragende Erfolge etwa im Zuge der Exzellenzinitiative sind also noch kaum abgebildet.

Was ist das Besondere an der Übersicht, wie unterscheidet sie sich beispielsweise von einem reinen Drittmittelranking?

Köppel: Wir schauen uns nicht nur eine Statistik der eingeworbenen Drittmittel an, sondern wenden ein Bewertungssystem an, das einerseits allen Forschungskulturen gerecht wird und andererseits die Forschungsleistungen in ihrer vollständigen Breite aufnimmt.

Worauf fußt das System?

Ingo Einacker
Ingo Einacker
Lupe

Einacker: Es basiert auf einer Vielzahl an Leistungsparametern. Damit erhalten wir eine belastbare Bewertungsgrundlage für die Stärken unserer Wissenschaftler in Forschung und Lehre. Die Ergebnisse aus unserem LINF-Datensystem ziehen wir für die interne leistungsbezogene Mittelvergabe heran oder seit Kurzem auch für die W-Besoldung der neu berufenen Hochschullehrer.

Wie muss man sich die Bewertung der Forschungsleistung genau vorstellen?

Einacker: Durch die bundesweite Einführung der W-Besoldung für Professoren war es notwendig geworden, ein Modell für die Bewertung der einzelnen Leistungen zu entwickeln. Ein solches Modell haben dann das Präsidium und der Akademische Senat verabschiedet. Damit verfügen wir über eine einheitliche Grundlage. Es fußt auf einer Vielzahl von Indikatoren für die Forschungsleistungen. Dazu gehören etwa Drittmittel, Ehrungen, Promotionen und Habilitationen oder die Betreuung von Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Gewichtung dieser Parameter wurde vom sogenannten LINF-Beirat der TU Berlin vorgeschlagen und vom Präsidium und Akademischen Senat beschlossen.

Warum ist eine Gewichtung notwendig?

Einacker: Unser System führt uns zu einer Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fächerstrukturen, Fachgebietsgrößen und Forschungskulturen. Mit der Gewichtung der Parameter berücksichtigen wir drittmittelstarke Fachgebiete ebenso wie diejenigen, die vermehrt Schwerpunkte bei den Promotionen oder herausragenden Publikationen vorweisen können. Dabei orientieren wir uns an den betreffenden Gewichtungen des Landes Berlin. Einen Teil unseres Landeszuschusses erhalten wir aufgrund von Leistungen auf ebendiesen Gebieten.

Köppel: Unser System nimmt also auch äußere Leistungsanforderungen in sich auf. Damit verfügen wir gleichzeitig über einen Beitrag zur Qualitätssicherung und ein Frühwarnsystem für mögliche Schwächen.

Mit der Übersicht sprengen Sie den Rahmen der Top Ten und zeigen in drei Fächergruppen die elf erfolgreichsten Fachgebiete und vier “Super-Forschungsteams“. Warum?

Einacker: Der Auswertung liegen Eingruppierungen mit jeweils 100, 200, 300 oder 400 Punkten zugrunde. Die jetzt veröffentlichten 33 Forscher und Forscherinnen mit ihren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreichten mehr als 400 Punkte. Außerdem gibt es vier herausragende Wissenschaftler mit mehr als 1000 Punkten. Da wir festgestellt haben, dass der Abstand zwischen dem 10. und 11. Platz in jeder der drei Fächergruppen deutlich geringer ausfiel als der Abstand zwischen dem 11. und 12. Platz, entschieden wir uns für die jeweils elf Besten.

Hinter der Leistungsbewertung steckt ein umfangreiches System. Was kann man noch von ihm erwarten?

Köppel: Erst einmal möchte ich allen Beteiligten danken, die eine solche Transparenz für die Forschungsstärke unserer Fachgebiete ermöglichen. Das Bewertungssystem verspricht uns einen Wettbewerbsvorteil. Wir haben ein solides Instrument, das durch einen Beirat genau definiert wurde, das von den Mitarbeitern der Abteilung Finanzen und Controlling immer wieder auf Herz und Nieren geprüft wird und das unsere Forscherinnen und Forscher mit viel Fleiß und Geduld füttern. Dennoch sehen wir uns in einem Lernprozess. Jeder Ansatz, der sich auf Indikatoren stützt, bedarf der Pflege. Ähnliches liegt im Übrigen auch zukünftig für die Lehre im Bereich des Möglichen - hier und heute steht erst einmal ein anerkennendes Bild für die Forschungsleistung an der TU Berlin.

Das Gespräch führten Kristina R. Zerges und Stefanie Terp / Quelle: "TU intern", 11/2008

Lesen Sie dazu auch den Beitrag "Eine Million Euro für die Forschungsförderung" in dieser Ausgabe.

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