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TU Berlin

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Innenansichten

Ein Bündel von Ursachen

Dienstag, 17. Juni 2008

Ergebnisse der Hochschullehrerbefragung zu Promotionsbedingungen liegen vor

Zum Forschen bleibt vielen Promovenden oft nur wenig Zeit
Zum Forschen bleibt vielen Promovenden oft nur wenig Zeit, denn auch Lehre und Verwaltung beanspruchen sie stark
Lupe

Promotionsbedingungen verbessern, die Promotionsquote erhöhen, das sind wesentliche Ziele, denen sich die TU Berlin bereits seit einigen Jahren mit verschiedenen Aktivitäten widmet. Zwei Studien aus den Jahren 2002 und 2007, in denen wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach den Bedingungen ihrer Promotion befragt wurden (WM-Studien), zeigten, dass es einem großen Teil der Doktoranden nicht gelingt, ihre Promotion innerhalb ihrer Vertragslaufzeit abzuschließen. Aufgrund dieser Studien wurden bereits einige Maßnahmen zur Verbesserung ergriffen (TU intern 1/2008). Außerdem initiierten Prof. Dr. Johann Köppel und Ulrike Strate, der Zweite Vizepräsident und die Dritte Vizepräsidentin der TU Berlin, eine sogenannte "Spiegelstudie", die die betreuenden Hochschullehrerinnen und -lehrer (HL) nun nach ihrer Sicht der Problematik zu langer Promotionszeiten befragte (HL-Befragung), um ein abgerundetes Bild der Situation zu erhalten. Auch die Hochschullehrer haben, so ein wesentliches Ergebnis der HL-Befragung, großes Interesse daran, die Promotionsquote zu erhöhen beziehungsweise die von ihnen betreuten Promotionen zu einem schnellen und guten Abschluss zu führen. Die Ergebnisse der Studie, geleitet von der Soziologin und TU-Juniorprofessorin Dr. Nina Baur, liegen nun vor.

Insgesamt ist die Lage der Doktoranden in den einzelnen Fächern sehr unterschiedlich, wie sich zeigte. Doch die befragten Hochschullehrer waren übereinstimmend der Meinung, dass die Promotionsbedingungen an der TU Berlin in vielen Bereichen optimiert werden müssen und auch können. Schwierig sowohl für die Bewertung als auch für die Konsequenzen aus der Studie ist die Feststellung, dass keine einzelnen Faktoren für die Lage der Doktoranden ursächlich sind, sondern ein ganzes Bündel an Ursachen identifizierbar ist. Die Ursachen seien sowohl "fachspezifische Besonderheiten" als auch "fachübergreifende Aufgaben".

Aus Sicht der Hochschullehrerinnen und -lehrer berücksichtigt die TU Berlin derzeit die unterschiedlichen Fachkulturen zu wenig. In diese hinein sozialisiert sich der Nachwuchswissenschaftler schon während des Studiums. Für einzelne Wissenschaftler ist bei der Bewerbung auf Stellen ihre Reputation unter Kollegen anderer Fächer an ihrer Herkunftsuniversität weniger wichtig als ihre Reputation bei ihren Fachkollegen, und worauf Letztere Wert legen, wird von der Fachkultur bestimmt. Also, so die befragten Hochschullehrer, müsse sich die Universität nach den spezifischen Besonderheiten richten, nicht umgekehrt die Fächer nach den Wünschen der TU Berlin.

Große Unterschiede gibt es zwischen angewandten Wissenschaften, die ihre Aufgabe im Praxistransfer in Industrie und Wirtschaft suchen, und etwa der Mathematik oder den Sozial- und Geisteswissenschaften, die sich sehr klar von Politik und Wirtschaft abgrenzen und ihre Aufgabe in der Grundlagenforschung sehen. Eine weitere Dimension zieht sich entlang den mathematisch orientierten "harten" Wissenschaften und den sprachlich orientierten "weichen" Wissenschaften. Zur Verbesserung sollten hier fachspezifische Bewertungskriterien entwickelt werden; insbesondere sollten Lehrleistungen stärkere Berücksichtigung finden. Im Bereich der Vizepräsidenten werden derzeit weitere Verbesserungsmaßnahmen diskutiert. Die detaillierten Ergebnisse der Studie werden in Kürze veröffentlicht.

pp / Quelle: "TU intern", 6/2008

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