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TU Berlin

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Innenansichten

Doppelbelastung und "Pay-gap"

Montag, 15. Dezember 2008

Warum Frauen in Deutschland nach wie vor weniger verdienen

"Entgeltgerechtigkeit, oder: Warum gleiche Arbeit noch lange nicht gleich (viel) wert ist" war das Thema der 14. Frauenvollversammlung an der TU Berlin. Die Zentrale Frauenbeauftragte Heidi Degethoff de Campos hatte zu diesem Thema neben Fachfrauen aus der TU Berlin wie Professorin Christiane Funken vom Institut für Soziologie, Hannelore Reiner von der Zentraleinrichtung Kooperation und der Personalratsvorsitzenden Michaela Müller-Klang auch externe Expertise eingeladen: Dr. Anke Burkhardt, die stellvertretende Geschäftsführerin vom Hochschulforschungsinstitut Wittenberg, die einen Blick insbesondere auf die Verhältnisse in anderen EU-Ländern warf.

Das Problem ist – das ist mittlerweile in der Wissenschaft Konsens –, dass Frauen, die vielfach besser ausgebildet sind, nach wie vor die kleinere Karriere machen. Das schlägt sich natürlich auch monetär nieder, im sogenannten "Pay-gap", der Lücke, die zwischen der Bezahlung von Männern und Frauen in vergleichbaren Berufen und Karrierestufen besteht. In der Wissenschaft macht sich, aufgrund der Dotierung nach festen Tarifen, zwar kaum ein "Pay-gap" bemerkbar, dafür erreichen erheblich weniger Frauen als Männer die bestbezahlten Führungspositionen, und das, obwohl sie bei der Studienanfängerquote die Männer mittlerweile geschlagen haben.

Was ist der Grund dafür? Der sogenannte "Frauenabschlag", der noch in den 50er-Jahren galt, ist mittlerweile abgeschafft, erklärte Christiane Funken. Das "Kleinhalten" von Frauen sowohl in Industrie als auch in Wissenschaft läuft vielmehr subtil ab. Man wisse heute: Frauen gäben bei Einstellungsverhandlungen schneller auf, seien nervöser und fassten mangelnden Erfolg eher als persönliches Versagen auf.

Ein "Anwesenheitsmythos" – wer länger da ist, leistet auch mehr – ist ebenfalls eine Falle für doppelbelastete Frauen, die laut internationalen Untersuchungen insgesamt mehr leisten. Der Umkehrschluss, der unbewusst gezogen wird, ist ebenso fatal: Frauen verdienen weniger, also leisten sie auch weniger.

Ein weiterer Automatismus, der unbewusst abläuft: Frauen werden nicht als Leistungsträgerinnen wahrgenommen, sondern als Frauen. Dass der "Pay-gap" im europäischen Vergleich ausgerechnet in Deutschland mit 12 bis 15 Prozent besonders hoch liegt, ist allerdings ein strukturelles Problem mit vielfältigen, auch historischen Ursachen.

pp / Quelle: "TU intern", 12/2008

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