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TU Berlin

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Innenansichten

Das Scheitern des Doktoranden

Dienstag, 17. Juni 2008

3 Fragen an die Soziologin Nina Baur, Juniorprofessorin und Projektleiterin der Hochschullehrer-Befragung

Wie sind Sie bei der Studie methodisch vorgegangen?

Nina Baur
Nina Baur
Lupe

Im Gegensatz zu der Vollerhebung bei den WM-Studien mit standardisierten Fragebögen wählten wir bei der Befragung, kurz HL-Studie genannt, 15 Hochschullehrerinnen und -lehrer nach dem Streuungsprinzip bewusst aus. Befragt wurden Personen, die hinsichtlich des vertretenen Fachs, der Fakultät, der Arbeitsschwerpunkte, der Anzahl der Mitarbeiter, der Karrierephase und der bereits an der TU Berlin verbrachten Zeit möglichst unterschiedlich waren. Auf Basis der 30- bis 120-minütigen leitfadengestützten Interviews kann man ein Meinungsspektrum abbilden, man erfährt komplexe Zusammenhänge sowie unvorhergesehene Aspekte, die in standardisierten Fragebögen gar nicht auftauchen können. So waren wir überrascht, wie groß die Unterschiede zwischen den Fächern sind.

Was waren wesentliche Ergebnisse?

Das Meinungsspektrum war enorm breit, aber es gab auch Übereinstimmungen. So ist die Betreuung von Doktoranden für die HL eine sehr emotionale Angelegenheit, in die sie sehr viel Zeit und Energie investieren. Scheitert der Doktorand, empfinden das die meisten Betreuer ein Stück weit auch als persönliches Scheitern, weshalb sie ein sehr großes Interesse an der Verbesserung der Situation der Doktoranden haben.

So weisen die HL darauf hin, dass die Regel-WMs unter einem enormen Zeitdruck stehen. Während Vollzeit-Promovenden, also solche mit Stipendium oder in Graduiertenkollegs, zwei bis drei Jahre Vollzeit an ihrer Dissertation arbeiten können, müssen die Regel-WMs laut Arbeitsvertrag zwei Drittel ihrer Arbeitszeit in Verwaltung und Lehre investieren, haben also rein rechnerisch maximal 1,7 Jahre für ihre Promotion zur Verfügung. Es gibt zahlreiche Einzelvorschläge, wie die WMs zeitlich entlastet werden könnten, die wir im Bericht auflisten.

Die Datenlage zu diesem Problem ist deutschlandweit noch recht dünn. Wo gibt es noch Handlungsbedarf?

Deutschland steht im internationalen Vergleich recht gut da. Der einzige Schwachpunkt ist die niedrige Promotionsquote von Frauen, wobei die Ursachen hierfür fachspezifisch sehr verschieden sind.

Gerade hinsichtlich dieser fachspezifischen Unterschiede sehe ich auch noch sehr großen Forschungsbedarf für die TU Berlin: Unsere Studie verweist zwar darauf, dass diese Unterschiede für die Doktoranden zentral sind, kann aber nur erste Arbeitshypothesen liefern, welche Ursachen dies hat und wie sich dies auf den Promotionsprozess im Detail auswirkt.

Quelle: "TU intern", 6/2008

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