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TU Berlin

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Innenansichten

Bewusstsein für Räume

Dienstag, 17. Juni 2008

TU-Kanzlerin Ulrike Gutheil über die Zukunft des "Facility Management" der Berliner Hochschulen

TU-Kanzlerin Ulrike Gutheil
TU-Kanzlerin Ulrike Gutheil
Lupe

Frau Dr. Gutheil, seit mehr als drei Jahren leiten Sie die Projektgruppe "Facility Management der Berliner Hochschulen". Sie wurde gegründet, um den Nachweis zu erbringen, dass die Bauabteilungen in den Universitäten wirtschaftlicher arbeiten als eine etwaige zentrale externe Gesellschaft, die für alle Berliner Hochschulen zuständig sein sollte. Die Gruppe war sehr erfolgreich, der Nachweis ist gelungen, die zunächst misstrauischen Berliner Abgeordneten sind überzeugt worden. Nun muss das ganze System weiterentwickelt werden. Was gibt es Neues?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass die Vernunftlösung, die wir gefunden haben, Ergebnis eines langen Prozesses ist. Wir haben Kennzahlen und Organisationsformen gefunden und auch begutachten lassen, die gemeinsam ein anreizbehaftetes Modell darstellen, mit dem alle gut leben können. Es war ein sehr schwerer Erkenntnisprozess und wir sind dankbar, dass auch die ursprünglich kritischen Abgeordneten sich von unserer Arbeit haben überzeugen lassen und nun das dezentrale Modell mittragen. Allerdings leitete uns von vornherein die Grundüberzeugung: So wie wir arbeiten, arbeiten wir richtig und wirtschaftlich. Tatsächlich, und das bestätigen die Gutachter, ist eine gemeinsame externe Gesellschaft keineswegs ökonomischer. Im Gegenteil, ein solches System wäre sogar erheblich bürokratischer und viel zeitaufwendiger - ein Zustand, dem wir ja gerade entgegenwirken wollen. Wir sind außerdem sehr stolz darauf, dass unsere Arbeit mittlerweile bundesweite Anerkennung findet. Keine Universität, keine Region, die wir im Verlauf des Prozesses besucht haben, kann ein sinnigeres Modell vorweisen. Wir haben ein "Best-Practice-Modell" erarbeitet - und praktizieren dieses -, das von vielen Hochschulen bereits angefragt wird. Man darf nicht vergessen, dass der Bereich Bauen und Bewirtschaftung noch einer der wenigen Bereiche ist, in denen die Universitäten Gestaltungsfreiräume haben.

Haben wir also das Ende der Optimierung schon erreicht?

Keineswegs. Wir sind derzeit dabei, ein internes Mieter-Vermieter-Modell auszuarbeiten. Dahinter verbirgt sich das Ziel, das Raummanagement zu optimieren, also möglichen "Raumüberschuss" abzubauen. Durch unsere konsequente Abmietpolitik in den letzten Jahren haben wir schon mehr als 100 000 Quadratmeter Fläche eingespart. Ziel dieses Modells, ein Raum-Budgetierungsmodell, ist es, ein Kostenbewusstsein für die "Ware Raum" zu wecken. Jede Fakultät, jede Einrichtung, jede Abteilung, wird damit einen genauen Überblick gewinnen können, wie viel Raum sie zusätzlich braucht oder abgeben kann.

Welche Schritte sind dafür jetzt notwendig?

Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten Grundsätze für die beteiligten Hochschulen zur Einführung dieses Raum-Budgetierungssystems erarbeiten. Es müssen dafür unterschiedliche Modelle entwickelt und betrachtet werden. Wir werden Pilotprojekte starten und die Ergebnisse davon einbeziehen. Zum Ende dieses Jahres wollen wir so weit sein, dass ein System etabliert werden kann. Auch das wird wieder in enger Kooperation mit den Beteiligten der anderen Hochschulen stattfinden. Wir treffen uns einmal wöchentlich. Sie können daran sehen, wie intensiv der Arbeitsprozess ist.

Es ist also ein Erfolg der Vielen?

Es ging hier gar nicht - und geht auch nicht in Zukunft - um Erfolg oder Misserfolg, sondern wir sind gemeinsam durch einen Prozess gegangen, an dessen Ende wir ein Benchmarksystem für die Hochschulen gefunden haben, das uns verlässliche und seriöse Möglichkeiten bietet, unsere Arbeit so wirtschaftlich und unbürokratisch wie nur möglich zu organisieren, und an dem wir unsere Arbeit weiterentwickeln können. Ich möchte aber unbedingt betonen: Wir hätten dieses Ergebnis nicht erzielen können, wenn wir nicht äußerst disziplinierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehabt hätten. Auch die Zusammenarbeit mit dem beteiligten Personalrat war außerordentlich konstruktiv. Man hätte sie sich nicht besser wünschen können. Für diese engagierte Mithilfe möchte ich mich noch einmal ausdrücklich bei allen Beteiligten bedanken.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führte Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 6/2008
Facility Management der Berliner Hochschulen
Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Senatsverwaltung sowie der drei großen Universitäten - TU, FU, HU Berlin - sowie externe Berater fanden sich im Dezember 2004 zum "Workshop Facility Management der Berliner Hochschulen" zusammen. Anlass war die Idee Berliner Abgeordneter, das Facility Management der drei großen Berliner Universitäten in gemeinsamer Trägerschaft zu zentralisieren. Man versprach sich davon Synergien, leichtere Umverteilungen und eine größere Transparenz der Bau- und Entwicklungsplanungen. Auch die Fachhochschulen Berlins sollten in der externen Gesellschaft integriert werden. Eine Projektgruppe unter der Leitung der TU-Kanzlerin Dr. Ulrike Gutheil untersuchte die Verwaltungsprozesse und Kosten beim sogenannten Facility Management und suchte nach Möglichkeiten, die Verwaltung der Liegenschaften  zu optimieren, Einsparpotenziale beim Immobilienmanagement aufzudecken, Anreize für eine optimale Flächennutzung zu schaffen. Der letzte Ergebnisbericht lag Anfang 2008 vor. Daraus ging hervor, dass die Universitäten dezentral - also mit eigenen Bauabteilungen -  am wirtschaftlichsten arbeiten. Für die Weiterentwicklung sollen nun interne Flächenbudgetierungsmodelle in den Universitäten eingeführt werden.

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