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TU Berlin

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Hochschulpolitik

Zähes Ringen um den großen Deal

Freitag, 25. Oktober 2019

Open-Access-Vereinbarungen mit den Großverlagen Wiley und Springer abgeschlossen – Einigung mit Elsevier steht noch aus

Jürgen Christof, Leiter der TU-Universitätsbibliothek
Lupe

In den Bemühungen um die Sichtbarkeit und globale Nutzung deutscher Forschungsergebnisse ist man einen großen Schritt vorangekommen: Im August schloss der Verhandlungsführer des Projekts DEAL, der ehemalige HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler, mit dem Verlag Springer Nature ein Memorandum of Understanding für einen Open-Access-Transformationsvertrag ab. Danach werden Forscher*innen und Studierende aller DEAL-Mitgliedseinrichtungen, zu denen auch die TU Berlin gehört, fast im gesamten Springer Nature-Zeitschriftenportfolio per Open Access veröffentlichen können – insgesamt etwa 2500 Zeitschriften. Sie erhalten außerdem Lesezugriff auf diese Zeitschriften bis zurück ins Jahr 1997. „Die Kündigung von Zeitschriften-Abos, der sich auch die TU Berlin angeschlossen hatte, hat gewirkt“, so Jürgen Christof, Leiter der TU-Universitätsbibliothek, der die Universität im Projekt DEAL vertritt. Der Protest der Forschenden hatte sich vor allem gegen die wirtschaftliche Nutzung der von öffentlicher Hand finanzierten Forschung durch die Verlage gerichtet. „Mit dem Verhandlungserfolg wechseln wir vom Subskriptionsmodell, wo für das Lesen gezahlt wird, zu einem Open-Access-Publikationsmodell, wo für das Veröffentlichen gezahlt wird“, erklärt Christof. Das ist ein großer Vorteil für die Forschenden, denn die Publikationskosten übernehmen die Bibliotheken. Die Artikel werden unter einer freien Lizenz publiziert. Die Rechte bleiben bei den Autor*innen, sie unterliegen keinen Restriktionen mehr für eine Weiternutzung der eigenen Werke. Anfang 2019 wurde bereits der erste DEAL-Vertrag mit dem Verlag Wiley abgeschlossen. Danach werden standardmäßig alle Forschungs- und Review-Artikel im Open Access veröffentlicht. „TU-Autor*innen können ihre Artikel direkt bei uns einreichen. Es fallen für sie keinerlei Kosten an, denn die trägt die Universitätsbibliothek“, sagt Jürgen Christof. Genau hier liegt allerdings auch ein Wermutstropfen, denn damit herrsche ein großes Ungleichgewicht zwischen den Institutionen. „Große Einrichtungen wie die TU Berlin, die viel veröffentlichen, haben entsprechend auch viel höhere Kosten zu tragen“, so Christof. „Allein aus dem Haushalt der Universitätsbibliothek ist das dauerhaft nicht zu finanzieren.“ Hier müsse noch über einen tragfähigen Kostenverteilungsschlüssel nachgedacht werden, beispielsweise über einen zentralen Publikationsfonds der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Der finale Vertrag mit Springer, der dann bis 2022/23 laufen soll, soll noch in diesem Jahr besiegelt werden. Doch der „dickste Fisch“ schwimmt noch im Teich: Mit dem Großverlag Elsevier ist eine entsprechende Vereinbarung noch nicht absehbar.

Patricia Pätzold

Aus der Universitätsbibliothek

Klimabewusste Bibliotheken

Bibliotheken als Multiplikatoren und Förderer des sozialen Zusammenhalts sind Akteure im Klimaschutz, jede und jeder kann und muss handeln – so steht es in der Grundsatzerklärung von „Libraries4Future“. Anfang September unterschrieb der Leiter der TU-Universitätsbibliothek, Jürgen Christof, dieses „erste weltweite Statement von Bibliothekar*innen“ im Namen der UB. Mit diesem Statement wollen die Bibliotheken, gemeinsam mit „Fridays for Future“, sowohl eine Diskussion in der Klimadebatte anstoßen als auch die Politik zum Handeln auffordern. Sie verpflichten sich damit selbst, klimabewusst und ressourcenschonend zu arbeiten und zu handeln, und rufen auch alle Beschäftigten in Bibliotheken dazu auf. Die offizielle Version der Grundsatzerklärung liegt in deutscher und englischer Sprache vor.

https://libraries4future.org/petition 

Positionspapier an Steffen Krach übergeben

Am Tag der Bibliotheken Berlins und Brandenburgs Mitte September im Architekturgebäude der TU Berlin wurde neben „Lebenslangem Lernen“ und „Vernetzung“ auch das Positionspapier „Eine vernetzte Bibliothekslandschaft für Berlin“ des Landesverbandes Berlin im deutschen Bibliotheksverband diskutiert. Kurz zuvor war das Papier an Wissenschafts-Staatssekretär Steffen Krach übergeben worden. Die darin ausgeführten grundsätzlichen Überlegungen zur Erarbeitung eines Gesamtberliner Bibliotheksentwicklungsplans fordern die zuständigen Senatskanzleien gleichzeitig auf, diese Entwicklung als eine gemeinsame Aufgabe für die Metropole Berlin zu betrachten. Bibliotheken seien in Wissenschaft, Schule, Öffentlichkeit, Kirchen, privat und zivilgesellschaftlich tätig und stärkten die Ausstrahlung Berlins als Stadt- und Wissensgesellschaft wesentlich.

 

Patricia Pätzold

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